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Beiträge von Gismo123

  • Nationaltorwart Robert Enke ist tot

    • Gismo123
    • 15. November 2009 um 21:00

    Zehntausende bei emotionaler Enke-Trauerfeier


    Mit klassischer Musik und aufwühlenden Ansprachen wurde in der größten Trauerfeier der deutschen Sportgeschichte des Nationaltorwarts gedacht, der sich am Dienstagabend im Alter von 32 Jahren das Leben genommen hatte. Der Sarg Enkes war im Mittelkreis des Stadions in Hannover aufgebahrt. Seine Witwe Teresa saß mit Familienangehörigen und Freunden auf einem am Spielfeldrand aufgebauten Podest. Alle Nationalspieler verneigten sich am schlichten Holzsarg, der von Blumengebinden und einem Herz aus weißen Rosen umgeben war.

    Nach der Andacht von Pfarrer Heinrich Plochg trugen die 96-Profis den Sarg zum Song «The Rose» und dem Fußball-Kultlied «You'll never walk alone» aus dem Stadion. Am Nachmittag wurde Enke nach einer privaten Trauerfeier in der Kapelle des Klosters Mariensee bei strömenden Regen im engsten Familienkreis auf dem Friedhof Empede bei Neustadt am Rübenberge neben seiner Tochter Lara beigesetzt. Das zweijährige Mädchen war 2006 gestorben.

    Fünf Fernsehstationen übertrugen die 70-minütige Trauerfeier live, der Abschied von Enke hatte Dimensionen eines Staatsbegräbnisses. DFB-Präsident Theo Zwanziger appellierte in seiner Rede an die Menschlichkeit und forderte einen Blick über den Sport hinaus. «Fußball ist nicht alles. Denkt nicht nur an den Schein. Denkt auch an das, was in den Menschen ist, an Zweifel und Schwäche», sagte Zwanziger. Alle seien aufgerufen, nach der Trauer das Leben in Maß und Balance mit Fairplay und Respekt zu gestalten. Das Kartell «der Tabuisierer und Verschweiger» müsse durchbrochen werden. 96-Chef Martin Kind pries Enke für seine sportlichen Leistungen und hob zudem die menschlichen Qualitäten des Torhüters hervor.

    Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff würdigte besonders Teresa Enke, die einen Tag nach dem tragischen Tod von der schweren Depression ihres Mannes und dem langen Leidensweg berichtet hatte. «Ich möchte Ihnen meine Hochachtung ausdrücken für die offenen Worte einen Tag nach dem Tod Ihres Ehemannes», sagte Wulff. Die Trauergäste erhoben sich von ihren Sitzen und spendeten langanhaltenden Applaus. Der Auftritt der 17 Jahre alte Schülerin Alina Schmidt, die die Vereinshymne «96 - alte Liebe» sang, rührte auch die hartgesottenen Fans in der Nord-Kurve zu Tränen.

    «Seit Dienstagabend verharrt Hannover in tiefer Trauer», sagte Oberbürgermeister Stephan Weil: «Es ist sehr still in Hannover, aber gleichzeitig ist die Stadt zusammengerückt.» Der große Beifall für die deutsche Nationalmannschaft, die nach Enkes Suizid das Spiel gegen Chile abgesagt hatte, wirkte wie eine Befreiung für die Fans, die ihre Gefühle und ihr Beileid nicht anders ausdrücken konnten. Neben dem DFB-Team um Bundestrainer Joachim Löw gehörten Vertreter zahlreicher Verbände, Bundesligisten, ausländischer Vereine und Spieler zu den Trauergästen. Auch Franz Beckenbauer, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Ex- Kanzler Gerhard Schröder erwiesen Enke die letzte Ehre.

    Direkt von der Trauerfeier reiste die Nationalelf nach Düsseldorf, wo sich der Vize-Europameister auf das letzte Länderspiel des Jahres gegen die Elfenbeinküste vorbereitet. Es wird für Spieler, Trainer und Funktionäre ein Spagat ohne bisheriges Beispiel. Schon für Sonntagnachmittag hatte Löw im «Hilton»-Hotel eine individuelle Fitness-Einheit angesetzt, ein erster Schritt zu vertrauten und gewohnten Abläufen. An diesem Montag wird die Nationalelf dann erstmals wieder auf dem Rasen üben. Für Löw wird das 45. Länderspiel als Bundestrainer die außergewöhnlichste Mission seit dem Amtsantritt im Sommer 2006. Kapitän Michael Ballack und Enke-Freund Per Mertesacker hatten vor Beginn der Gedenkfeier einen Kranz niedergelegt.

    Nach Angaben seines Vaters Dirk Enke hat der Tod der herzkranken Tochter Robert mehr belastet als bislang zu erkennen war. Der Vater schilderte dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» zudem, dass sein Sohn schon als Jugendlicher unter Versagensängsten gelitten habe. Nachdem der Torwart im Jugendalter oft in höhere Altersklassen eingestuft worden war, sei es schon dabei «immer wieder zu Krisen» gekommen, berichtete der promovierte Psychotherapeut. Wenn die Depressionen, deretwegen Robert Enke seit 2003 in Behandlung gewesen war, besonders stark auftraten, war der Torwart demnach kaum in der Lage, seinem Beruf als Fußballprofi nachzukommen.

    «In kritischen Phasen hatte Robert Angst, dass ein Ball auf sein Tor geschossen würde», schilderte Dirk Enke. Sein Sohn habe Anfälle gehabt, «wollte nicht zum Training, konnte sich nicht vorstellen, im Tor zu stehen». Robert sei so verzweifelt gewesen, dass er ihn einmal gefragt habe: «Sag mal, Papa, nimmst du mir das übel, wenn ich mit dem Fußball aufhöre?», sagte Dirk Enke, «ich sagte: Robert, das ist doch nicht das Wichtigste, um Gottes Willen.»

    © DPA

  • Löws schwierige Mission: Zurück in den Alltag

    • Gismo123
    • 15. November 2009 um 19:11

    Nach dem bewegenden Abschied von Robert Enke hat Bundestrainer Joachim Löw mit dem Nationalteam den schwierigen Versuch gestartet, in den Fußball-Alltag zurückzukehren.


    DFB-Kapitän Michael Ballack hatte gemeinsam mit Per Mertesacker einen Kranz vor dem aufgebahrten Sarg des verstorbenen Kollegen niedergelegt. Direkt von der Trauerfeier im Stadion von Hannover reiste die Nationalelf weiter nach Düsseldorf, wo sich der Vize-Europameister nun auf das letzte Länderspiel des Jahres gegen die Elfenbeinküste vorbereitet.

    «Es war heute mit der Trauerfeier noch einmal ein sehr emotionaler Moment. Im Bus herrschte noch eine große Betroffenheit und Stille. Es redet eigentlich keiner», berichtete Teammanager Oliver Bierhoff nach der Ankunft in Düsseldorf. Die Spieler hätten sich unbedingt von ihrem Torwart persönlich verabschieden wollen: «Die Möglichkeit, noch einmal einen Kranz niederzulegen am Sarg, war ein symbolischer Moment für die Mannschaft.» Auf Spieler, Trainer und Betreuer kommt in den nächsten Tagen ein Spagat ohne bisheriges Beispiel zu. «Jetzt müssen wir versuchen, dass der Anstoß zum Spiel am 18. November auch wieder ein Anstoß ist in den Fußball-Alltag», betonte Bierhoff.

    Löw verzichtet dabei auf Stürmer Miroslav Klose, dessen Zwillingssöhne Noah und Luan an Schweinegrippe erkrankt sind. Schon am Nachmittag der Trauerfeier hatte der Bundestrainer im Mannschaftshotel eine individuelle Fitness-Einheit angesetzt - ein erster Schritt zu vertrauten und gewohnten Abläufen. Am 16. November wird die Nationalelf dann erstmals nach dem Selbstmord von Robert Enke und dem daraufhin vom DFB abgesagten Länderspiel gegen Chile wieder auf dem Rasen üben. «Wir werden versuchen, die Spieler zu unterstützen und zu helfen, wieder ein bisschen Lächeln und Hoffnung in die nächsten Tage zu bekommen. Das ist unsere Aufgabe», erläuterte Bierhoff.

    Für Löw, der die Abschiedsfeier für den beliebten Enke an der Seite von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann miterlebte, wird das 45. Länderspiel als Bundestrainer die außergewöhnlichste Mission seiner über dreijährigen Amtszeit. «Wir haben einen Freund verloren», hatte er erklärt. Auf der anderen, der sportlichen Seite, ist die Partie gegen den WM-Teilnehmer Elfenbeinküste schon der vorletzte Test, bevor der DFB-Chefcoach seinen Kader für die Weltmeisterschaft im Sommer nächsten Jahres in Südafrika berufen muss.

    Die Partie soll darum neben einem Abschiedsspiel für Enke auch einen Neuanfang markieren. «Das ist das Leben, wieder nach vorne zu schauen, das Licht zu sehen, die Hoffnung zu sehen, den Fußball so zu bestreiten, wie Robert ihn gelebt hat: Mit hoher Emotionalität, mit Freude, mit Leistungsbereitschaft», beschrieb Bierhoff die Aufgabe: «Wir müssen einfach versuchen, ein gutes Länderspiel zu machen. Ob das gelingt, wird man sehen», meinte der Manager, der glaubt: «Die eine oder andere Trainingseinheit wird dabei helfen.»

    Löw wird sich auch wieder mit Personalfragen beschäftigen müssen: Wer steht im Tor? Debütiert der Bremer Aaron Hunt? Bekommt Rückkehrer Stefan Kießling eine neue Chance? Auch wenn die Mannschaft noch «sehr schockiert und betroffen» sei, habe keiner der 20 Akteure bekundet, gegen die Elfenbeinküste nicht auflaufen zu wollen, sagte Bierhoff.

    Bei Klose gibt es zwar keine Symptome, dass er sich bei seinen Kindern angesteckt habe, sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Aber um auch ein «Restrisiko einer Ansteckungsgefahr auszuschließen», habe der Bundestrainer entschieden, dass der Stürmer zu Hause bleibt.

    Mit einem Film und einer Schweigeminute wird der DFB beim Spiel gegen die Elfenbeinküste nochmals Enke gedenken. Die Spieler laufen mit Trauerflor auf. Bierhoff wertete die große Anteilnahme im Team - auch einstige Gefährten wie Torsten Frings, Christoph Metzelder und Jens Lehmann waren zur Trauerfeier genommen - auch als ein «Zeichen für den Zusammenhalt» und «die Freundschaft unter den Spielern».

    Löw wird vielleicht noch einen Anruf von Dirk Enke bekommen. Robert Enkes Vater hatte nach der Telefonnummer des Bundestrainers gefragt, weil er Löw «von möglichen Schuldgefühlen befreien möchte», wie «Der Spiegel» berichtete. Die Nichtnominierung für die aktuellen Länderspiele habe bei Enkes Selbstmord keine Rolle gespielt, so der Vater: «Ein wichtiges Anliegen ist mir, Herrn Löw von der Frage zu entlasten: Was wäre, wenn ich ihn nominiert hätte? Ich glaube, dass Robert das in Ordnung fand, weil er neun Wochen raus war.»

    Pfarrer Heinrich Plochg machte bei der Trauerfeier den Profis bei Hannover 96 und den Nationalspielern deutlich, dass die nächsten Spiele und Trainingseinheiten nicht leicht sein werden. Besonders für den Spieler, «der zwischen den Pfosten steht». Ursprünglich sollte der Schalker Manuel Neuer gegen die Elfenbeinküste im Tor stehen, nun könnte er sich diese schwierige Aufgabe mit dem Bremer Tim Wiese für jeweils eine Halbzeit teilen. Denn man rückt im DFB-Team eng zusammen in diesen Tagen, wie Bierhoff verdeutlichte: «Wir versuchen, als Gruppe und Führung für jeden Spieler da zu sein.»

    © DPA

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    • Gismo123
    • 15. November 2009 um 03:11

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    • Gismo123
    • 15. November 2009 um 02:11

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    • Gismo123
    • 14. November 2009 um 19:59

  • Schweinegrippe - Lasst Ihr euch impfen?

    • Gismo123
    • 14. November 2009 um 17:59

    Ich lasse mich auch nicht Impfen!!

  • Danke für Unterstützung....

    • Gismo123
    • 11. November 2009 um 18:26

    Na dann mal Willkommen auf Zebradem!!

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    • Gismo123
    • 11. November 2009 um 09:46

  • Nationaltorwart Robert Enke ist tot

    • Gismo123
    • 11. November 2009 um 09:03

    Fassungslosigkeit nach Tod von Enke

    News

    11. November 2009, 08:55

    Nach dem Tod von Nationaltorwart Robert Enke ist Fußball-Deutschland entsetzt und fassungslos. Die Gründe für den wahrscheinlichen Selbstmord des 32 Jahre alten Schlussmanns waren weiter unklar.


    Während der Bundesligist Hannover 96 ein geplantes Testspiel sofort absagte, gab es bis in die Nacht keine Hinweise darauf, dass die Test-Partie der Nationalmannschaft gegen Chile nicht stattfinden wird. «Es gibt keine Tendenz», erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ließ mögliche Konsequenzen auf die Vorbereitung und die Austragung des Spiels in Köln offen.

    Enke war an der Bahnstrecke in Eilvese in der Nähe seines Wohnortes bei Hannover von einem Regionalzug erfasst worden. Er hinterlässt seine Ehefrau und eine acht Monate alte Adoptivtochter. «Wir stehen alle unter Schock und sind noch nicht in der Lage, die Dinge zu kommentieren», sagte der Sportdirektor von Hannover 96, Jörg Schmadtke. «Das ist alles irreal. Es scheint ihm wirklich schlecht gegangen zu sein», sagte Schmadtke bei einer Pressekonferenz in der Nähe der Unfallstelle.

    DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigte sich ebenso bestürzt. «Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie.» Enke war erst im Oktober wieder ins 96-Tor zurückkehrt. Zuvor hatte ihn eine lange rätselhafte Bakterieninfektion zu einer mehrwöchigen Pause gezwungen. «Wir haben natürlich eingewirkt und Hilfestellung geleistet», berichtete Schmadtke von schwierigen Wochen in der jüngeren Vergangenheit. Sein letztes Bundesliga-Spiel bestritt der achtmalige Nationalkeeper beim 2:2 im Nordderby gegen den Hamburger SV.

    Noch am Dienstagabend hatten sich sowohl in der Nähe des Unglücksortes bei dem kleinen Örtchen Eilvese sowie am Fußball- Stadion in Hannover mehrere 100 Menschen versammelt, um Enke zu gedenken. Viele waren in Tränen aufgelöst. Der Verein legte ein Kondolenzbuch aus, in das sich noch in der Nacht zahlreiche Fans eintrugen. Kerzen wurden aufgestellt sowie Schals und Trikots niedergelegt. Bei Enkes früherem Club FC Barcelona wurde vor dem Pokalspiel gegen Cultural Leonesa eine Schweigeminute eingelegt.

    Wie Polizeisprecher Stefan Wittke bei einer Pressekonferenz berichtete, hatte Enke seinen Wagen etwa zehn Meter von den Gleisen entfernt abgestellt. Der 32-Jährige habe sein Portemonnaie auf dem Beifahrersitz des nicht verschlossenen Wagens liegenlassen. Anschließend muss Enke mehrere 100 Meter an den Gleisen entlang gegangen sein, bevor er von dem aus Bremen in Richtung Hannover fahrenden Regionalzug RE 4427 erfasst wurde.

    In einer ersten Befragung gab der Zugführer zu Protokoll, dass er eine Person auf den Gleisen habe stehen sehen. Er und ein weiterer im Führerhaus anwesender Lokführer hätten sofort eine Notbremsung eingeleitet, berichtete Wittke.

    Enke hat in seiner Karriere 190 Bundesliga-Spiele für Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 bestritten. Seine internationalen Stationen waren Benfica Lissabon, FC Barcelona, Fenerbahce Istanbul und CD Teneriffa. Im Privatleben war 2006 der Tod seiner zwei Jahre alten, herzkranken Tochter ein schwerer Schicksalsschlag.

    Auf der Internetseite von Enke «enke1.de» findet sich die Nachricht «Wir trauern um Robert Enke». Darunter ist ein Kondolenzbuch, indem unzählige Menschen bereits ihr Beileid bekundet haben. Auch auf der Homepage von Hannover 96 ist nur noch die Traueranzeige mit Enkes Lebensdaten zu sehen.

    © DPA

  • Nationaltorwart Robert Enke ist tot

    • Gismo123
    • 11. November 2009 um 08:43
    Zitat von derbraddler;313589

    Auch ich möchte hier mein Bedauern aussprechen, allerdings vermisse ich einen in meinen Augen wichtigen Punkt in der ganzen Berichterstattung in den Medien:
    Wie geht es dem Lokfahrer??
    Davon hört man nix.....ein unbeteiligter Arbeitnehmer, der vielleicht auch Familie hat, muss möglicherweise jetzt in psychologische Behandlung und kann vielleicht nie mehr seinen Job ausüben, weil ihm ein Selbstmörder vor den Zug gesprungen ist und er das nicht verkraftet....aber der iss ja nicht so wichtig, dass man deswegen überlegt, ein Länderspiel abzusagen, dass deswegen ein ganzes Station eine Trauerminute einlegt oder sich der Ministerpräsident Niedersachsens zu Wort meldet....

    Sollte man auch mal drüber nachdenken, finde ich.....

    In diesem Sinne!

    Klausss und ich können mit sicherheit sagen das der Kollege lange dran zu knacken hat.
    Denn wir beide üben den selben Beruf aus. Nur ich im Güterverkehr.

  • DFB-Team nach Enke-Tod bestürzt

    • Gismo123
    • 11. November 2009 um 07:36

    Der Tod von Robert Enke hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in einen Schockzustand versetzt und die letzten Länderspiele des Jahres zur absoluten Nebensache gemacht.


    «Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte», äußerte Teammanager Oliver Bierhoff in einer ersten offiziellen Reaktion aus dem Mannschaftshotel in Bonn. Bundestrainer Joachim Löw und das Team um Kapitän Michael Ballack hatten nach dem ersten Training für die WM-Testspiele am 14. November in Köln gegen Chile und vier Tage später in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste von dem zunächst für niemanden zu erklärenden Unglück erfahren.

    Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigte sich tief betroffen: «Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie.» Wie die sportliche Leitung der Nationalmannschaft die nächsten Tage plant, blieb ungewiss. «Wir wissen noch nicht, was am Mittwoch ist», berichtete DFB-Mediendirektor Harald Stenger.

    Noch wenige Stunden zuvor waren Ballack und einige Teamkollegen in Herzogenaurach strahlend erstmals ins brandneue WM-Trikot für 2010 geschlüpft. Nach dem «bayerischen Frieden» hatte dabei auch Philipp Lahm eine Hauptrolle. Bei der aufwändigen Präsentation von DFB-Ausrüster Adidas am Firmensitz zog der neue Chefkritiker des FC Bayern alle Blicke auf sich - viel sagen wollte der Münchner vor seinem 26. Geburtstag an diesem Mittwoch aber nicht mehr. Nach Geldstrafe und Aussprache mit den Bayern-Bossen zog er für sich erst einmal einen Schlussstrich unter die heiße Interview-Affäre: «Dazu ist alles gesagt seit gestern.»

    Erstmals hatte sich vor der schrecklichen Nachricht aus Hannover auch Löw zur Bayern-Kritik seines Führungsspielers Lahm geäußert. Und der Bundestrainer vermied ein Jahr nach der schweren Nationalelf-Krise wegen eines kritischen Interviews von Kapitän Michael Ballack eine Schelte. «Ich möchte mich in diese Angelegenheit nicht einmischen. Das ist eine Angelegenheit von Bayern München und Philipp Lahm. Sie haben das Ding aufgearbeitet. Das ist eine vereinsinterne Sache, die nicht an die Öffentlichkeit gehört», sagte Löw.

    Allerdings kündigte der Bundestrainer ein Gespräch mit dem von ihm geschätzten Abwehrspieler rund um die Länderspiele gegen die WM- Teilnehmer Chile und Elfenbeinküste an. «Wir werden sicherlich mal reden und das am Rande thematisieren.» Denn auch Löw wünscht sich Aufklärung: «Die Beweggründe von Philipp Lahm weiß ich auch nicht.»

    Der Bundestrainer steht aber auf jeden Fall zum Juniorchef der DFB-Elf. «Philipp Lahm ist nicht nur auf dem Weg zum Führungsspieler, er ist ein Führungsspieler», betonte Löw. Distanzierter bewertete Teammanager Oliver Bierhoff Lahms Weg über die Öffentlichkeit: «Das ist immer eine schwierige Situation. Philipp ist auf dem Weg, eine Persönlichkeit zu werden. Das ist so nicht ganz gelungen», meinte Bierhoff, unterstellte Lahm aber gute Absichten: «Er will etwas bewegen. Auf diese Weise wird er reifen.» Franz Beckenbauer sehnt ein Ende der Münchner Unruhen herbei. «Der FC Bayern hat es geschafft, immer für Wirbel zu sorgen», sagte der scheidende Bayern-Präsident in Herzogenaurach: «Ich hoffe, das wird nicht zum Dauerzustand.»

    Alle Konzentration sollte eigentlich auf einen gelungenen Jahresabschluss gerichtet werden. Das scheint unter dem Eindruck des tragischen Todes des beliebten Teammitgliedes Enke nun fast unmöglich zu sein. Die Mannschaft wird beim Spiel in Köln, für dessen Absage es keine Hinweise gibt, auf jeden Fall mit Trauerflor spielen.

    Franz Beckenbauer hatte bei der Präsentation des neuen Trikots mit seinen markanten schwarzen, roten und goldenen Längsstreifen durch Löws Stammkräfte Lahm, Ballack, Mertesacker und Schweinsteiger noch das höchste WM-Ziel formuliert. «Ein vierter Stern auf dem Trikot hätte noch Platz», sagte der «Kaiser» angesichts der Triumphe 1954, 1974 und 1990 und schickte den Bundestrainer umgehend an die Arbeit: «Joachim Löw soll sich auf die Socken machen und die Mannschaft in Südafrika zum Titel führen.» Es wäre in acht Monaten auch ein Triumph für den jetzt verstorbenen Enke.

    Exakt sieben Monate bleiben bis zum Start der ersten WM-Endrunde auf afrikanischem Boden, bei der die DFB-Elf bis zum Ende dabei sein will. «Die Chancen stehen nicht schlecht, wieder im Finale zu stehen», sagte Kapitän Ballack. Löw hatte den Nationalmannschafts-Neulingen Aaron Hunt (Werder Bremen) und Thomas Müller (FC Bayern - nur beim zweiten Spiel dabei) bereits einen Einsatz in Aussicht gestellt: «Es ist gut vorstellbar, dass sie eine Chance bekommen.»

    © DPA

  • Nationaltorwart Robert Enke ist tot

    • Gismo123
    • 11. November 2009 um 04:11

    Ich habe es auf der Arbeit im Radio erfahren, es war echt ein riesiger schock für mich, kann es immer noch nicht glauben.

    Aber eins weiß ich bestimmt, wenn es ein Selbstmord war, dann muss er schon heftige depresionen oder so gehabt haben, denn sonst hätte er sich nicht vor einem Zug geworfen.

    Mein beileid an die Familie.

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    • Gismo123
    • 9. November 2009 um 07:19

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    • Gismo123
    • 8. November 2009 um 19:04

  • Bayern nur 1:1 gegen Schalke - Wolfsburg siegt

    • Gismo123
    • 7. November 2009 um 17:51

    Der FC Bayern München tritt in der Fußball- Bundesliga weiter auf der Stelle. Im Spitzenspiel gegen den von Münchens Ex-Coach Felix Magath betreuten FC Schalke 04 kam der deutsche Rekordmeister über ein mageres 1:1 nicht hinaus.


    Damit verpassten die Münchner (20 Punkte) ebenso wie die Schalker (22) die Chance, zumindest für einen Tag auf Tabellenplatz zwei vorzurücken. Tabellenführer Bayer Leverkusen (26), der am Freitag durch ein 4:0 über Eintracht Frankfurt eindrucksvoll seine Top- Position untermauert hatte, liegt nun schon sechs Zähler vor Bayern. Leverkusens Verfolger Werder Bremen und Hamburger SV (je 22) greifen wie «Schlusslicht» Hertha BSC (4) erst noch ins Geschehen ein.

    Vier Tage nach der 0:2-Heimpleite in der Champions League gegen Bordeaux stellte Louis van Gaal die Bayern-Elf im Top-Match des Tages erneut um: Martin Demichelis kam als Innenverteidiger neu ins Team, Holger Badstuber rückte nach links. Und der Youngster war beteiligt am 1:0, das nach Badstubers Freistoß und unfreiwilliger Vorlage des Schalkers Kevin Kuranyi per Abstauber Daniel van Buyten (31.) gelang. Doch noch vor der Pause schaffte Joel Matip bei seinem Erstliga-Debüt den überraschenden Ausgleich (43.). Zwar stellte van Gaal nach der Hereinnahme von Arjen Robben (46.) das System erneut um, doch trotz allen Bemühens in der überlegen geführten zweiten Halbzeit wollte das Bayern-Siegtor gegen defensiv eingestellte Gäste nicht mehr fallen. Vorerst stehen die Münchner lediglich auf dem achten Tabellenrang.

    1899 Hoffenheim verlor durch das 1:2 gegen den VfL Wolfsburg auch seinen Heim-Nimbus der Unbesiegbarkeit, während die wiedererstarkten «Wölfe» nun schon zum siebten Mal nacheinander in der Liga unbesiegt blieben. Vedad Ibisevic (23.) sorgte mit seinem fünften Saisontor zwar für die 1899-Führung, doch Zvjezdan Misimovic (52.) mit seinem bereits sechsten Einschuss in der laufenden Spielzeit und der aus seinem Heimaturlaub offenbar mit «freiem Kopf» zurückgekehrte Brasilianer Grafite (57.) drehten per Doppelschlag die Partie.

    Der starke Aufsteiger FSV Mainz 05 steht auch nach dem 1:0 gegen den auswärts weiterhin sieglosen 1. FC Nürnberg ohne Heim-Niederlage da. Elkin Soto (38.) sorgte mit seinem Premieren-Treffer in der laufenden Spielzeit für den schon sechsten Sieg der zur Spitzengruppe vorgerückten Mainzer. Der «Club» belegt weiter einen Abstiegsrang.

    Eine Woche nach dem Überrachungs-Coup beim HSV (3:2) musste sich Borussia Mönchengladbach in heimischer Arena mit einer Nullnummer gegen den VfB Stuttgart begnügen. Immerhin war es nach zuletzt vier Pleiten wieder der erste Punktgewinn gegen den VfB, der selber nun bereits neun Punktspiele nacheinander auf einer «Dreier» wartet.

    Auch im ersten Heimspiel unter dem neuen Coach Heiko Herrlich gelang dem VfL Bochum der langersehnte Befreiungsschlag nicht. Im Gegenteil: Durch ein Last-Minute-Gegentor von Stefan Reisinger (90. +2) kassierte die Revier-Elf trotz zum Teil drückender Überlegenheit sogar noch eine bittere 1:2-Heimpleite gegen Aufsteiger SC Freiburg. Die Breisgauer, die zuletzt vor acht Jahren in Bochum gewonnen hatten, schafften durch Heiko Butscher (23.) die Führung, die Diego Klimowicz (65.) zwischenzeitlich für den VfL ausgeglichen hatte.

    © DPA

  • Chef-Rüge für Lahms Kritik an Bayern-Politik

    • Gismo123
    • 7. November 2009 um 17:38

    Klartext von Philipp Lahm: Mit bemerkenswerter Offenheit hat der Fußball-Nationalspieler die Probleme des FC Bayern München unter dem neuen Trainer Louis van Gaal benannt und dabei der Vereinsführung grobe Versäumnisse in der Planung und Transfer-Politik vorgehalten.


    «In der Vergangenheit lief das mit den Transfers nicht immer glücklich», erklärte der stellvertretende Kapitän vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Schalke 04 in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» und kritisierte als ein Grundübel das Fehlen einer «Spielphilosophie» beim Rekordmeister. Lahms Kritik wird wohl nicht folgenlos bleiben. Bayern-Manager Uli Hoeneß kündigte laut «Sky» an, es werde «Konsequenzen» geben.

    Bayerns Präsident Franz Beckenbauer forderte von Lahm, «sich selbst an die Nase zu fassen». «Er kommt auch nicht an seine beste Leistung heran», sagte Beckenbauer bei «Sky» in der Halbzeit der Bundesliga-Partie gegen Schalke 04. Ohne das Interview gelesen zu haben, wehrte sich der «Kaiser» gegen den Vorwurf einer verfehlten Einkaufspolitik: «Ich glaube, die Einkaufspolitik der letzten 40 Jahre war gut und fruchtbar. Umsonst sind wir nicht so oft Deutscher Meister geworden.»

    Vereine wie Manchester United oder der FC Barcelona gäben ein Spielsystem vor und würden dann gezielt dafür Spieler einkaufen, monierte Lahm. «So etwas gibt es bei uns nicht: Dass der Verein etwas vorgibt und alles darauf aufgebaut wird», bemerkte der 25-Jährige. Seine Kritik erläuterte der Abwehrspieler unter anderem an den Millionen-Transfers von Mario Gomez und dem erst nach Saisonbeginn von Real Madrid verpflichteten Arjen Robben. «Wenn ich einen Mario Gomez kaufe, muss ich sagen: Okay, dann spielen wir mit zwei Spitzen. Und wir haben ja auch in der gesamten Vorbereitung nur 4-4-2 gespielt. Und dann kommt plötzlich Robben, ein toller Spieler, der zu uns passt - und der am liebsten 4-3-3 spielt», erläuterte Lahm - und kommt zu dem Fazit: «Man darf Spieler nicht einfach kaufen, weil sie gut sind...»

    Van Gaal gilt als Verfechter des 4-3-3-Systems mit zwei Außen- und nur einem zentralen Angreifer. Dann haben die Bayern aber mit Gomez, Luca Toni und Miroslav Klose ein Überangebot an Mittelstürmern, zwei müssen auf die Bank. Für das 4-4-3 werden der verletzte Franck Ribéry und der zuletzt am Knie operierte Robben gebraucht. Der FC Barcelona dagegen habe vor dieser Saison zwar den Schweden Zlatan Ibrahimovic gekauft, aber zugleich den Kameruner Samuel Eto'o abgegeben. «Weil sie gewusst haben: Bei uns spielen vorne (Thierry) Henry und Ibrahimovic, und ein Dritter von diesem Kaliber sorgt nur für Ärger, wenn einer immer auf der Bank sitzt», schilderte Lahm.

    Der Vize-Kapitän fordert darum für die Zukunft vom Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß: «Der Verein muss sagen, wenn ein Trainer kommt: So spielen wir.» Dass der Kader nicht stimmig zusammengestellt ist, zeige auch die Verpflichtung von Anatoli Timoschtschuk, der als klassischer Sechser halbrechts im Mittelfeld spielen müsse. Überhaupt, so Lahm, liege Bayerns «größtes Problem im Mittelfeld». Dort fehlt dem Verteidiger ein Spielbeschleuniger.

    Aus den genannten Gründen sei auch van Gaal beim FC Bayern «noch auf der Suche» nach der richtigen Taktik und einer Stammelf. Dennoch traut der 26-Jährige dem Niederländer den Aufbau einer Mannschaft zu. Der Anpassungsprozess zwischen Team und Coach sei aber schwierig. «Viele haben noch so eine Mischung aus Respekt und Angst», verriet Lahm: «Aber er ist bestimmt kein Unmensch, er verlangt keine Undinge von uns. Es braucht noch Zeit, aber ich bin der Überzeugung, dass er ein guter Trainer ist.» Und van Gaal habe in seinen Analysen «recht». Im Vergleich zur vergangenen Saison unter Jürgen Klinsmann habe er «Hoffnung, weil ich Struktur erkennen kann», bemerkte Lahm. Man sei «auf dem richtigen Weg mit diesem Trainer», glaubt der Verteidiger.

    © DPA

  • Pro Sieben Sat 1 plant offenbar neuen Frauensender

    • Gismo123
    • 7. November 2009 um 13:39

    Noch ein sender den die Welt nicht braucht. Au man

  • Lahm kritisiert Bayerns Transfer-Politik

    • Gismo123
    • 7. November 2009 um 13:17

    Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm hat für die Probleme des FC Bayern München unter dem neuen Trainer Louis van Gaal auch grobe Fehler der Vereinsführung in der Transfer-Politik mitverantwortlich gemacht.

    «In der Vergangenheit lief das mit den Transfers nicht immer glücklich», sagte der stellvertretende Kapitän vor dem Spiel gegen den FC Schalke 04 der «Süddeutschen Zeitung». Vereine wie Manchester United oder der FC Barcelona gäben ein Spielsystem vor und würden dann gezielt dafür Spieler einkaufen. «So etwas gibt es bei uns nicht.» Van Gaal traut Lahm den Aufbau einer Mannschaft zu. Er sei «ein guter Trainer» und «kein Unmensch».

    © DPA

  • Riese Walujew will Großmaul Haye «eine verpassen»

    • Gismo123
    • 6. November 2009 um 22:56

    «Riese» gegen «Großmaul» - eigentlich ein perfektes Szenario für einen Trickfilm aus den bekannten kalifornischen Pixar-Studios. Tatsächlich handelt es sich aber um den Rahmen für eine Schwergewichts-Weltmeisterschaft im Profiboxen.


    Der wegen seiner dumm-dreisten Sprüche und Beleidigungen berüchtigte Brite David Haye will dem 2,13 Meter großen Russen Nikolai Walujew in Nürnberg den Weltmeistertitel nach WBA-Version entreißen. «Ich schlage ihn k.o. Wenn er umfällt, bricht der Ring zusammen», tönte Haye, der auch schon gegen die Klitschko-Brüder boxen wollte. Doch beide Kämpfe blies er ab.

    Haye unterlässt nichts, um den gutmütigen Walujew einen AdrenalinSchock nach dem anderen zu versetzen. «Ich habe noch nie einen hässlicheren Menschen gesehen als ihn», giftete der 29 Jahre alte Engländer. «Der hat einen so großen Kopf, da braucht er einen Rasenmäher, um sich zu rasieren.» Der Titelverteidiger sei ein Roboter, ein Zombie und obendrein stinke er. Walujew, den ansonsten Verbalattacken kalt lassen, zeigte erstmals Wirkung. «Ich danke für die Motivation», zischte der Russe. «Am Samstag werde ich ihm eine verpassen.»

    Walujew ist sich nach den zahlreichen Geschmacklosigkeiten seines Herausforderers sicher: «Haye ist ein Idiot.» Vor einiger Zeit präsentierte sich der Brite in Zeitschriften und auf T-Shirts mit geschmacklosen Foto-Montagen, die die vermeintlich abgetrennten Köpfe der Klitschko-Brüder zeigten. Nun schlug er vor kurzem einem Walujew-Pappkameraden den Kopf ab und drosch auf eine Halloween-Fratze ein, die den Russen darstellen sollte.

    Wer für derart Krawall sorgt, steigt zum Medienstar auf. Allein aus Großbritannien haben sich fünf Kamerateams und rund 30 Journalisten zum Nürnberger Spektakel angesagt. Um in der Heimat die Werbetrommel noch kräftiger für den Verkauf der 15 Pfund teuren Pay-per-View-Angebote im Bezahlsender Sky Box Office zu rühren, begrüßte Haye seine Gastgeber bei Ankunft in Nürnberg in seiner bekannten Art: Das Hilton Hotel sei «eine ranzige Höhle», keifte er und zog ins Le Meridien.

    Kalle Sauerland, Sohn von Promoter Wilfried Sauerland, hat Hayes' Handicap beschrieben: «1000 Volt, aber kein Licht.» Die Entourage des Briten lacht sich derweil ins Fäustchen. «Wir haben den WM-Kampf nur unserer PR-Kampagne zu verdanken», gestand Haye-Trainer Adam Booth. Wer am lautesten klappert, kommt eher dran. Dass sein Schützling um die Schwergewichtskrone kämpfen darf, ist wahrlich ungewöhnlich. Immerhin hat Haye, früher Weltmeister im leichteren Cruisergewicht, erst einen Kampf in der «Königsklasse» bestritten.

    Ein interessantes Duell wird die ungleiche Auseinandersetzung allemal. Auf der einen Seite der 2,13 Meter große und 145 Kilogramm schwere Koloss, auf der anderen der eher grazil wirkende 22 Zentimeter kleinere und rund 45 Kilo leichtere Brite. Was den Herausforderer auszeichnet, ist seine Schnelligkeit. Als früherer Cruisergewicht-Champion hat er seine Rivalen mit blitzartigen Attacken reihenweise ausgeknockt. 21 vorzeitige Siege stehen für ihn in 23 Kämpfen in seiner Bilanz.

    «Wenn Haye einen auf Ottke macht, also ran an den Mann, Treffer und nix wie weg, dann gewinnt er», meinte Jean-Marcel Nartz, früher Technischer Leiter im Universum-Boxstall und jetzt Vizepräsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB). «Bleibt er aber stehen, dann erdrückt ihn Walujew.» Der 36-jährige Russe hat von 52 Kämpfen 50 gewonnen, 34 durch K.o. Im Berliner Sauerland-Stall sind alle vom Erfolg ihres «Nikos» überzeugt. Geschäftsführer Chris Meyer schwor: «Niko wird sich Haye vorknöpfen.»

    © DPA

  • Bayer bleibt Spitzenreiter: 4:0 gegen Frankfurt

    • Gismo123
    • 6. November 2009 um 22:52

    Bayer 04 Leverkusen bleibt Spitzenreiter und dem Vereinsrekord von 14 Bundesliga-Spielen in Folge ohne Niederlage dicht auf der Spur.


    Mit dem 4:0 (3:0) gegen Eintracht Frankfurt bewahrte die Werkself auch ohne Nationaltorwart René Adler am 12. Spieltag den Nimbus der Unbesiegbarkeit. Vor 30 000 Zuschauern in der BayArena brachten Stefan Kießling (2.), Stefan Reinartz (6.) und Toni Kroos (11.) binnen elf Minuten die Gastgeber auf die Siegerstraße, der kurz zuvor eingewechselte Lars Bender (86.) traf zum 4:0- Endstand. Während Bayer nach drei Remis hintereinander den siebten «Dreier» verbuchte, kassierten die Hessen an der alten Wirkungsstätte ihres Fußball-Trainers Michael Skibbe die vierte Saisonniederlage.

    Auf ärztlichem Rat musste Bayer-Stammkeeper Adler wegen einer Augenentzündung auf einen Einsatz verzichten. Da auch die etatmäßige Nummer zwei, Benedikt Fernandes, nach einer Meniskusoperation nicht zur Verfügung stand, feierte der 19-jährige Fabian Giefer seine Erstliga-Premiere. Ernsthaft geprüft wurde er von den harmlos und ohne Biss agierenden Gästen nicht, hätte aber um ein Haar in der 60. Minute ein Gegentor verschuldet: Beim Versuch des Rausschlagens traf er den Ball nicht richtig und schoss ihn den vor ihm stehenden Nikolas Liberopoulos in die Füße, warf sich ihm aber entgegen und machte seinen Fehler wieder wett.

    Neben Adler fehlten bei Leverkusen in Kapitän Simon Rolfes, Renato Augusto, Michal Kadlec und Patrick Helmes vier weitere Stammkräfte. Dennoch trumpfte Bayer 04 groß auf und hatte die Partie schnell im Sack: In der 2. Minute setzte sich Kießling am energischsten im Frankfurter Strafraum durch und erzielte aus Nahdistanz seinen 50. Bundesligatreffer und das achte Saisontor. Vier Minuten später köpfte Reinartz nach Ecke von Tranquillo Barnetta zum 2:0 ein. Der erneut stark agierende Kroos markierte wie eine Woche zuvor auf Schalke mit einem schönen Fernschuss aus knapp 20 Meter das 3:0. Die einzige Chance in der ersten Halbzeit bescherte der Eintracht Leverkusens Arturo Vidal mit einem Fehlpass im eigenen Strafraum auf Liberoupoulos (20.), die er aber kläglich vergab.

    Rückkehrer Skibbe, der von Oktober 2005 bis Mai 2008 in Leverkusen tätig war, fand seine Prophezeiung («Bayer spielt auf einem anderen Niveau») bestätigt und jegliche taktische Ordnung nach dem 3:0-Schock in der Anfangsphase über den Haufen geworfen. Zudem musste er kurz vor dem Spiel auf Stammtorwart Oka Nikolov verzichten, der wegen eines angeschwollenen Knies nicht spielen konnte. Für ihn stand der Ex-Schalker Ralf Fährmann erstmals im Eintracht-Gehäuse. In der zweiten Halbzeit hatte er nicht all zu viel zu tun, da die weiter dominierende Werkself nach der klaren Führung einen Gang zurückschaltete. Kurz vor Schluss durfte sich auch Youngster Bender über ein Tor freuen.

    © DPA

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