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Ecclestone spielt mit Rücktrittsgedanken

  • blackpope
  • 14. November 2007 um 15:50
  • blackpope
    Gast
    • 14. November 2007 um 15:50
    • #1

    Wenn die Formel-1-Saison 2007 am Donnerstag am grünen Tisch in die Verlängerung geht, hat "Big Bernie" die Nase fast schon voll. Sollte Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen bei der Berufungsverhandlung gegen das Rennergebnis vom Saisonfinale in Brasilien doch noch seinen WM-Titel verlieren, würde Bernie Ecclestone seinen Hut nehmen. "Wenn irgendjemand denkt, das wäre das Beste für die Formel 1, dann müsste ich sehr ernsthaft über meinen Rücktritt nachdenken", sagte der 76 Jahre alte Brite im Vorfeld der Verhandlung der renommierten Londoner Times.

    Nachdem der Automobil-Weltverband FIA die Sitzung des Berufungsgerichtes kurzfristig am Dienstag wegen der Streiks in Frankreich von Paris nach London verlegt hatte, muss "Big Bernie" zumindest nicht weit fahren, um den juristischen Abschluss der Saison selbst mitzuerleben.

    Benzintemperatur bei Williams und BMW zu niedrig

    Mclaren-Mercedes hatte nach dem WM-Finale am 21. Oktober in Sao Paulo gegen die Entscheidung der Rennkommissare protestiert, die Williams-Toyota-Piloten Nico Rosberg (Wiesbaden/Platz 4) und Kazuki Nakajima (Japan/Platz 10) sowie das BMW-Sauber-Duo Robert Kubica (Polen/Platz 5) und Nick Heidfeld (Mönchengladbach/Platz 6) nicht zu disqualifizieren, obwohl die Benzintemperatur ihrer Autos zwischen zwei und vier Grad Celsius unterhalb des erlaubten Grenzwertes gelegen hatte.

    Bei einem Ausschluss wäre möglicherweise Mclaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton so weit nach vorne gerutscht, um doch noch anstatt Räikkönen den Titel zu holen. So hatte der "Iceman" mit 110 Punkten einen Zähler mehr auf dem Konto als Hamilton, der als erster Neuling überhaupt und als jüngster Fahrer aller Zeiten Weltmeister geworden wäre.

    Die Silberpfeile hatten ihren Einspruch damit begründet, dass das Vorgehen der FIA geklärt werden solle. Ein nachträglicher Titelgewinn sei nicht das Ziel, hatten sie erklärt. "Es geht unserem Team nicht darum, den WM-Titel am grünen Tisch zu gewinnen, es geht um die Klärung der Basis zur Einhaltung von eindeutigen Reglements - dies ist im Übrigen im Interesse aller Teams", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

    Hamilton will Titel nicht nachträglich

    Auch Hamilton selbst würde den Titel eigentlich gar nicht mehr haben wollen. "Ich werde eines Tages Weltmeister werden. Dieses Jahr habe ich die Weltmeisterschaft nicht gewonnen", sagte Hamilton am Rande des Mercedes-Fantages "Stars and Cars" Anfang November in Stuttgart. Ein Titelgewinn am grünen Tisch "wäre seltsam", meinte der 22-Jährige, der sich schon auf einen neuen Anlauf im nächsten Jahr konzentriert. Allerdings verwies auch Hamilton darauf, dass sich alle "an die bestehenden Regeln halten" müssten.

    Aber nicht nur in den Augen von Ecclestone war die Temperaturabweichung - erlaubt sind laut Punkt 6.5.5 des technischen Reglements maximal zehn Grad weniger als die Umgebungstemperatur - lediglich ein marginaler Regelverstoß, zumal es auch Unstimmigkeiten über den Ort der Messung sowie die "offizielle" Umgebungstemperatur gegeben hatte.

    "Ich denke nicht, dass die Formel-1-Fans eine Meisterschaft mögen, die wegen einer um fünf Grad falschen Temperatur des Benzins gewonnen wird, die sowieso nicht gemessen werden kann", sagte Ecclestone, der davon ausgeht, dass das Berufungsgericht die Entscheidung der Rennkommissare bestätigt. "Meiner Meinung nach müssen sie nichts ändern", sagte Ecclestone.

    Für den Fall der Fälle bliebe den Berufungsrichtern zudem noch ein Königsweg. Selbst im Falle einer nachträglichen Disqualifikation der Williams- und BMW-Sauber-Piloten könnten sie laut Artikel 168 des International Sporting Code Hamilton trotzdem auf Platz sieben belassen, womit Räikkönen Weltmeister bliebe.

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