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LOKFÜHRERTARIFE

  • blackpope
  • 5. Dezember 2007 um 02:13
  • blackpope
    Gast
    • 5. Dezember 2007 um 02:13
    • #1

    [SIZE="5"][color="RoyalBlue"]Brüchiger Frieden zwischen Mehdorn und Schell[/color][/SIZE]

    Die gute Nachricht: Bis Ende Januar gibt es keine Streiks bei der Bahn. Die schlechte: Es bleibt fraglich, ob der Bahnchef und der GDL-Vorsitzende bis dahin endgültig einig sind. Die heute vereinbarten Leitlininien für weitere Verhandlungen lassen viele Streitpunkte offen.

    Berlin - Erschöpft wirkten die beiden Verhandlungspartner, keiner gab sich als Triumphator. Dass Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Manfred Schell, überhaupt ein gemeinsames Ergebnis verkündeten, gilt schon als Erfolg.

    ochwas Schell und Mehdorn da verkündeten, war im Grunde nicht viel mehr als die Aussicht auf eine längere Atempause. "So lange wir verhandeln, streiken wir nicht", lautete die frohe Botschaft von GDL-Chef Schell. Das klag trivial - und ist dennoch für viele eine große Erleichterung.

    Bis Ende Januar wollen die Kontrahenten einen "eigenständigen Tarifvertrag" ausarbeiten. Ein kompliziertes Unterfangen: Der Kompromiss muss die Interessen von Bahn, GDL und den GDL-Konkurrenten Transnet und GDBA gleichermaßen berücksichtigen. Er muss der GDL tarifliche Freiheiten einräumen, darf aber gleichzeitig nicht die Auflagen des Basistarifvertrags für alle 135.000 Eisenbahner verletzen. Sonst drohen neue Streiks - diesmal von Transnet und GDBA.

    Bislang ist noch weitgehend unklar, wie der angestrebte Kompromiss zu bewerkstelligen ist. Im Moment existieren nur die Leitlinien für weitere Verhandlungen - festgehalten auf gerade einmal zwölf Zeilen.

    Trotzdem gaben sich Bahn und GDL zuversichtlich, dass die kommenden Verhandlungen nach Fahrplan laufen. Schell sprach von einem "soliden Fundament", Mehdorn sagte: "Der Einstieg ist geschafft."

    Letzte Klarheit über die generell nötige Abstimmung den drei Lokführergewerkschaften scheint allerdings nach wie vor nicht zu herrschen. "Unser Verhandlungspartner heißt Bahnvorstand, und so wollen wir es auch weiter halten", bekräftigte Schell Seite an Seite mit Mehdorn. Und der fügte prompt hinzu: Es sei Sache des Vorstandes, das mit der GDL Besprochene in Einklang mit "den anderen" zu bekommen. "Wir leben hier nicht im wertefreien Raum."

    Transnet und GDBA kritisieren Einigung

    Transnet-Tarifexperte Alexander Kirchner bekundet bereits Unbehagen. Nach seinem Erkenntnisstand beeinträchtigten die ausgehandelten Eckpfeiler das von der Transnet vereinbarte Modell eines Basistarifvertrags für alle 135.000 Eisenbahner.

    "Nach unseren Informationen will die GDL auch Elemente des Basistarifvertrages, wie Altersversorgung und Beschäftigungssicherung, eigenständig kündigen", sagte Kirchner. Das gehöre aber nach Ansicht von Transnet in den Basis-Tarifvertrag. Kirchners Einschätzung der Einigung: "Damit haben sie sich gerade mal über zwei Monate gerettet."

    Auch GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel kritisierte die einstweilige Verständigung: "Das hätten wir schon im August haben können", sagte er dem "Tagesspiegel". Dass die Lokführer für sich am Ende höhere Entgelte durchsetzen könnten, als Transnet und GDBA für die übrigen Bahn-Beschäftigten verhandelt haben, glaube er nicht. "In der Substanz wird die GDL nicht mehr erreichen als wir. Also müssen wir uns über Nachverhandlungen keine Gedanken machen."

    16 Stunden zähes Ringen

    Erreicht worden war der Durchbruch in einem insgesamt 16 Stunden langen Ringen, eine nächtliche Unterbrechung inklusive. Zwischendurch zogen sich Mehdorn mit Personalvorstand Margret Suckale sowie Schell mit seinen Vize-Vorsitzenden Claus Weselsky und Günther Kinscher immer wieder vom Verhandlungstisch zu getrennten Beratungen zurück.

    Der Druck auf alle Beteiligten war hoch: Zentraler Zweck der Runde sollte es sein, den endlosen Streit um die Definition des geforderten "eigenständigen Tarifvertrags" zu klären, lautete die Vorgabe der Gewerkschaft. Für den Fall eines Scheiterns drohte Schell mit Streiks im Vorweihnachtsverkehr, wenn die Züge traditionell besonders voll sind - Verständnis bei den Reisenden aber höchst ungewiss. Die Bahn hatte wiederum vieles darauf zu verwenden, den ohnehin nur mühsam gesponnenen Gesprächsfaden nicht gleich wieder abreißen zu lassen.

    Im wochenlangen Streit zwischen Bahn und Lokführern war eben jener eigenständige Tarifvertrag einer der Hauptstreitpunkte gewesen. Außerdem hatten die Lokführer Entgelterhöhungen von bis zu 31 Prozent gefordert.

    QUELLE:

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