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Kopierschutz - Für Privatsender zählen nur Live-Zuschauer

  • gonso-01
  • 21. April 2008 um 17:07
  • gonso-01
    Gast
    • 21. April 2008 um 17:07
    • #1

    Kopierschutz - Für Privatsender zählen nur Live-Zuschauer


    München - Nach Abschaffung von VPS und diskutierter Grundverschlüsselung könnte bei den Privatsendern nun der Kopierschutz dauerhaft Einzug halten.



    Am Freitag und Samstag strahlte der Münchner Privatsender über sein analoges TV-Signal ein Kopierschutzsignal aus, das die Aufnahme via Video-, DVD- oder Festplattenrecorder blockierte DIGITALFERNSEHEN berichtete. Betroffen waren nach DF-Informationen alle Haushalte, die das analoge Sat-Signal direkt mittels Sat-Receiver oder umgesetzt über einen Kabelanschluss empfangen. Zuschauer des digitalen Signals waren nicht betroffen, da Free-to-Air- und CI-Receiver auf keinen Kopierschutz reagieren.

    Eine Stellungnahme des Senders, ob es sich um eine technische Panne oder um einen Test für einen künftigen Dauerbetrieb handle, steht noch aus. Sämtliche Videoaufzeichnungsgeräte mit analogem Videoeingang müssen auf die von der Firma Macrovision entwickelten Kopierschutzsignale reagieren.

    Das ist selbst bei modernen DVD-Recordern Pflicht, obwohl hier intelligente Elektronik das kopiergeschützte TV-Signal wieder stabilisieren könnte. Doch bisher waren solche Macrovison-Signale lediglich bei Premiere Direkt Filmen aktiv ausgestrahlt. Hierzu erzeugen Premiere zertifizierte Digitalreceiver das Macrovision-Signal für die Signalausgabe an den Scartbuchsen selbst.

    Für Branchenbeobachter wäre dieser Kopierschutz jedoch nichts Außergewöhnliches. ProSiebenSat.1 hatte in der Vergangenheit schon mehrmals deutlich gezeigt, dass man eigentlich keine Aufnahmen wünsche. Bis 6. September 2004 strahlte Sat.1 noch ein VPS-Signal aus. Damit war eine nahezu sekundengenaue Videoaufnahme möglich. Das VPS-Signal wurde jedoch abgeschaltet, obwohl es in der automatischen Senderabwicklung überhaupt keinen Mehraufwand bedeutet und die Ausstrahlung keinen Cent extra kostet. 2005 und 2006 wurden erstmals die Pläne für eine Grundverschlüsselung in der Öffentlichkeit bekannt.

    Hier wollte der Konzern nicht nur kontrollieren, wer seine Programme gegen eine monatliche Technikpauschale empfangen darf. In den Receiverspezifikationen war klar auch ein digitaler Kopierschutz ("CPCM - Content Protection and Copy Management") vorgesehen. Die TV-Sender hätten hier die Möglichkeit gehabt, den Zuschauern nach einer gewissen Zeit die Aufnahme auf der Festplatte wieder zu löschen. Ob nun die Aufnahme 90 Minuten (zum zeitversetzten Ansehen), 3 Tage oder 2 Wochen Gültigkeit auf der persönlichen Festplatte des Zuschauers haben – das allein wollten die Privatsender bestimmen. Ebenso vorgesehen: Bei einer zeitversetzten Wiedergabe einer Aufnahme hätte ein TV-Sender das schnelle Vorspulen einer Werbepause unterbinden können.

    Kopieschutzsignal eine technische Panne? Wahrscheinlich nicht. Denn in der Vergangenheit zeigte sich stets, dass solche Aktionen im Konzern immer fest geplant waren. Beispiel Löschung des HDTV-EPGs zum Jahresende 2007. Offiziell eine technische Panne, intern war die Abschaltung zu Silvester 2007 bereits fest geplant.

    In einer unserer ersten Ausgaben von DIGITAL FERNSEHEN brachte es bereits Erich Merkle, technischer Leiter der ProSiebenSat.1 Media AG auf den Punkt: "Für uns zählen nur Live-Zuschauer. Wir finanzieren uns zu 99,9 Prozent aus Werbung und sind darauf angewiesen, dass die Zuschauer auch die Werbepausen konsumieren. Wir haben nichts davon, wenn Zuschauer unsere Sendungen aufzeichnen" (DF Ausgabe 3/2003). Die Aussage ist aktueller denn je. Aktuell ist Erich Merkle "Leiter Distribution Satellit und Verschlüsselung" innerhalb der ProSiebenSat.1 Media AG.

    (digitalTV)

  • gonso-01
    Gast
    • 22. April 2008 um 18:26
    • #2

    Pro Sieben: Kopierschutz war technischer Fehler

    München - Die Blockierung der Pro Sieben-Aufnahmen am vergangenen Samstag war laut ProSiebenSat.1 nicht beabsichtig. Auch dementierte der TV-Konzern jegliche Spekulationen um eine flächendeckende Einführung eines Kopierschutzes.



    "Die Ausstrahlung mit Kopierschutz war ein technischer Fehler. Nach unserem Kenntnisstand war es ein Problem des WSS-Inserters bei APS", erklärte eine ProSiebenSat.1-Sprecherin gegenüber DIGITAL FERNSEHEN. Dies bestätigte der Senderdienstleister Astra Platform Services (APS) am heutigen Dienstag.

    "Da lag in der Tat eine technische Störung vor, ein WSS-Inserter hat fehlerhaft gearbeitet", erklärte die APS-Sprecherin auf Nachfrage von DF. "Dieses Problem haben wir aber so schnell wie möglich abgestellt." WSS steht für Wide Screen Signaling und bezeichnet die Austastlücke, in der beim analogen Signal zusätzliche Daten wie Videotext, Bildgröße usw. übertragen werden. Daneben ist es eben auch möglich, den Macrovision-Kopierschutz am Video-, DVD- oder Festplattenrekorder zu aktivieren.

    Am Samstag konnten analoge Sat- und Kabelhaushalte zwischen 10:30 und 18 Uhr keine Pro Sieben Sendungen aufnehmen. Die Kopierschutz-Technologie von Macrovision schaltet an der Scart-Schnittstelle der Video-, Festplatten- oder DVD-Rekorders einen Pin frei, der die Aufzeichnung verweigert. Alle mit einem analogen Videoeingang ausgestatteten Receiver müssen auf diesen Kopierschutz reagieren.

  • Wrussi
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    • 22. April 2008 um 19:31
    • #3

    [color="LemonChiffon"]die das analoge Sat-Signal direkt mittels Sat-Receiver oder umgesetzt über einen Kabelanschluss empfangen. Zuschauer des digitalen Signals waren nicht betroffen, da Free-to-Air- und CI-Receiver auf keinen Kopierschutz reagieren.[/color]

    Hoffentlich wird das in Zukunft auch so sein könnte ja sein das denen doch noch etwas einfällt um auch Free-to-Air- oder CI-Receiver Aufnahme Programierungen zu stören.

    Gruss
    Wrussi

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