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Mascom: "Deutschland droht Digital-TV-Chaos"

  • Frostbiter
  • 28. April 2008 um 18:23
  • Frostbiter
    Gast
    • 28. April 2008 um 18:23
    • #1

    Unterbergen - Der Alphacrypt-Modul-Hersteller Mascom ruft Kartellamt und EU-Kommission auf den Plan, damit diese gegen Marktabschottungen vorgingen.



    Nach den Worten von Mascom-Geschäftsführer Heinz Gruber versuchen derzeit einzelne Marktteilnehmer, ihre Bereiche abzuschotten und eigene Normen einzuführen. "Die EU-Richtlinien schreiben zwar bei jedem größeren Digital-Fernseher eine Common-Interface-Schnittstelle vor, doch die Plattformbetreiber und Pay-TV-Veranstalter wollen diese nicht unterstützen", so Gruber. "Das ist ein klarer Fall für das Bundeskartellamt sowie die EU-Kommission."


    Ein Dorn im Auge ist Mascom insbesondere die Set-Top-Boxen-Politik der großen Kabelnetzbetreiber. Da die künftigen Boxen von Tele Columbus, Kabel BW, Unitymedia oder Kabel Deutschland nicht zueinander kompatibel seien, würde die Kabelkunden gezwungen, die wenigen, von den Netzbetreibern angebotenen Modelle zu akzeptieren.

    Den geplanten CI-Plus-Standard bezeichnet Mascom als "vollkommen unausgegoren", da hinter diesem nur eine Handvoll Firmen stehe. Vielmehr verteuere jedoch der neue Standard digitale Receiver und Fernseher mit integriertem Tuner, da in diesen zusätzliche Hard- und Software zur Absicherung der TV-Inhalte gegen private Kopierversuche integriert werden solle.

    Mascom-Geschäftsführer Gruber hatte die Set-Top-Boxen Poltik von Plattformbetreibern und Pay-TV-Sendern bereits Anfang April kritisiert (DIGITALFERNSEHEN berichtete). Diesen gehe es vor allem um die Gewinne aus der Vermietung von Receivern.

    http://www.digitalfernsehen.de

  • Frostbiter
    Gast
    • 28. April 2008 um 18:29
    • #2

    Freier Receiver-Markt bedroht!!!!


    AlphaCrypt vereint diverse Verschlüsselungssysteme in einem Conditional-Access-Modul (CAM). Die Erweiterung eignet sich für die Pay-TV-Nachrüstung von Digital-Receivern mit standardisiertem Common-Interface-Einschub (CI).(ar) Der Alphacrypt-Hersteller Mascom hat mit scharfer Kritik auf die Einführungspläne für den umstrittenen "CI-Plus"-Standard bei Kabelnetzbetreibern und dem Pay-TV-Sender Premiere reagiert.

    Zwölf Jahre nach der Einführung des digitalen Fernsehens drohe den Zuschauern durch den neuen Standard das totale Chaos im Wohnzimmer. Statt eines breiten horizontalen Marktes mit großer Geräteauswahl im freien Handel und zueinander kompatiblen Komponenten versuchten derzeit einzelne Marktteilnehmer ihre Bereiche abzuschotten und eigene Normen einzuführen, sagte Mascom-Geschäftsführer Heinz Gruber am Montag. Dabei sei "CI-Plus" zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht abschließend standardisiert.

    Alle großen Kabelnetzbetreiber setzten inzwischen eigene Verschlüsselungsvarianten von Nagravision beziehungsweise NDS ("Videoguard") ein, Kaufreceiver hierfür im freien Handel seien inzwischen zur Seltenheit geworden. Die künftigen Settop-Boxen von Anbietern wie Telecolumbus, Kabel-BW, Unitymedia oder Kabel Deutschland sind nicht zueinander kompatibel, Zuschauer würden gezwungen, die wenigen Modelle ihres Netzbetreibers zu akzeptieren und müssten die Geräte nach einem Umzug entsorgen, so Gruber weiter.


    Die von einigen Marktteilnehmern auf den Weg gebrachte geplante Norm "CI-Plus" sei "vollkommen unausgegoren", kritisierte Branchenkenner Gruber. Hinter der Spezifikation stünden nur eine Handvoll Firmen, mit den restlichen Marktteilnehmern sei kein Konsens gefunden worden. Deshalb werde der Standard auch keine breite Unterstützung insbesondere bei bestimmten Verschlüsselungsanbietern oder Pay-TV-Betreibern erfahren. Viele aktuelle Akzeptanzbekundungen würden Lippenbekenntnisse bleiben.

    Kopierschutz und Datenraten-Limit

    Gruber weiter: "CI-Plus" verteuere Digitalfernseher und Receiver, da zusätzliche Hard- und Software zur Content-Absicherung gegen private Kopierversuche integriert werden muss. Ironischerweise würden diese Funktionen außer Betrieb gesetzt, wenn in einen CI-Plus-Receiver ein herkömmliches Conditional-Access-Modul (CAM) gesteckt werde. Hinzu komme, dass in der aktuellen Spezifikation keine höheren Datenraten als die jetzigen CI-Spezifikationen (z.B. voll belegte Transponder mit HDTV-Programmen) verarbeitet werden könnten. Von Zukunftssicherheit könne damit keine Rede sein.

    Das Argument Jugendschutz für die Einführung des CI-Plus-Standards erfülle zudem eine reine Alibifunktion, urteilte Gruber. Mit einem herkömmlichen CI-Modul könne der Jugendschutz mindestens genauso gut kontrolliert werden wie bei einem zertifizierten Receiver, so der Geschäftsführer. Das beweise tagtäglich der Pay-TV-Anbieter Arena, der einen von den Landesmedienanstalten akzeptierten Jugendschutz auf Basis von CI-Modulen gewährleiste.

    Wunschszenario: CI-Receiver mit einheitlicher Middleware

    Im Handel müsse es einen großen horizontalen Markt für Digitalreceiver und digitale Fernseher geben, die über offene Schnittstellen (Common Interface) verfügen. Die Middleware der Receiver sollte außerdem standardisiert sein, damit Pay-TV-Anbieter oder Kabelnetzbetreiber eine einheitliche eigene Oberfläche als Applikations-Download anbieten können. Wenn eine Einigung der Marktteilnehmer nicht gelänge, müsse es regulatorische Vorgaben geben, beschloss Gruber seine Generalkritik.

    An den führenden Pay-TV-Anbieter Premiere richtete der Manager einen direkten Appell: "Die Premium-Pay-TV-Plattformen wären gut beraten, endlich alle ihre Abo-TV-Pakete offiziell für den Empfang mit CI-Modulen freizugeben. Das Abofernsehen würde schnell in Richtung 10 Millionen Haushalte anwachsen."

    http://www.satundkabel.de

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