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Kartellamt: Fußball-Liga muss bei Zentralvermarktung nachbessern

  • gonso-01
  • 18. Juli 2008 um 06:54
  • gonso-01
    Gast
    • 18. Juli 2008 um 06:54
    • #1

    Kartellamt: Fußball-Liga muss bei Zentralvermarktung nachbessern
    [tm] Bonn - Das Bundeskartellamt hat der Deutschen Fußball Liga (DFL) mitgeteilt, dass das vorgeschlagene Vermarktungsmodell der TV-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga in der derzeit vorliegenden Ausgestaltung den kartellrechtlichen Anforderungen einer angemessenen Verbraucherbeteiligung nicht genüge.



    Die gebündelte Vermarktung der Übertragungsrechte ("Zentralvermarktung") stelle eine wettbewerbsbeschränkende Vereinbarung dar, die nach deutschem und europäischem Kartellrecht unter das Kartellverbot falle. Sie sei nur unter der Voraussetzung zulässig, dass die angemessene Beteiligung des Verbrauchers an den durch die Zentralvermarktung entstehenden Vorteilen gewährleistet sei.

    Das Bundeskartellamt sieht die angemessene Verbraucherbeteiligung gewährleistet, wenn den Endkunden eine Wahlmöglichkeit zwischen der gebündelten Pay–TV live-Berichterstattung und einer zeitnahen Free-TV Highlight-Berichterstattung erhalten bleibt. Auf diese Weise profitierten die Verbraucher im Free-TV und im Pay-TV.

    Nach der vom Bundeskartellamt geteilten Einschätzung der Marktbeteiligten liegt ein wesentlicher Vorteil der Zentralvermarktung in der Ermöglichung einer gebündelten Highlight-Berichterstattung. Diese bereichere zum einen die Produktvielfalt, indem sie dem Fernsehzuschauer die Möglichkeit eröffne, sich in einem überschaubaren Zeitrahmen einen Überblick über den Spieltag zu verschaffen.

    Vor allem aber begrenze die Verfügbarkeit einer zeitnahen Free-TV-Highlight-Berichterstattung den Preissetzungsspielraum des Erwerbers der gebündelten Pay-TV-Live–Übertragungsrechte. Durch die Eröffnung einer für den Endverbraucher hinreichend attraktiven Ausweichmöglichkeit im Free-TV erscheine sichergestellt, dass die mit der exklusiven Bündelung der Live-Übertragungsrechte verbundene überragende Marktstellung nicht durch eine Überhöhung der Pay-TV-Abo-Preise ausgenutzt werden könne.

    Eine derartige Wahlmöglichkeit sieht das Bundeskartellamt gewährleistet, wenn die Highlight-Berichterstattung einen wesentlichen Teil des Spieltags umfasst, zeitnah und zu einem weiten Bevölkerungskreisen zugänglichen Sendetermin erfolgt. Dies setze voraus, dass das Kernstück des Spieltags, d. h. die Samstagsspiele, in einer Free-TV-Zusammenfassung an einem Sendeplatz vor 20 Uhr übertragen werden können. Hierfür kommen sowohl öffentlich-rechtliche Sendeanstalten wie auch private Fernsehsender in Frage.

    Demgegenüber hätten die von der DFL vorgeschlagenen Ausschreibungsmodalitäten aller Voraussicht nach dazu geführt, dass eine Free-TV-Highlight-Berichterstattung am Samstag vor 22 Uhr ausgeschlossen worden wäre. Die für diesen Fall in Aussicht gestellte Free-TV-Live-Übertragung eines einzelnen Spiels an jedem zweiten Sonntag ist zur angemessenen Beteiligung der Verbraucher an den Vorteilen der Zentralvermarktung nicht geeignet. Vor allem aber wäre die Live-Übertragung einzelner Spiele am Sonntag nicht geeignet, Preiserhöhungsspielräume für das Pay-TV zu begrenzen.

    [SIZE="1"]digitaltv[/SIZE]

  • gonso-01
    Gast
    • 18. Juli 2008 um 06:56
    • #2

    (Update)

    DFL in Sorge um TV-Millionen - Kartellamt für Bundesliga im Free TV (Update)
    [ug] Hannover/Bonn - Das Finanzierungsmodell der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist unter Druck geraten, die DFL befürchtet Millionen-Verluste.



    Das Bundeskartellamt drängt darauf, dass auch künftig die Bundesliga-Spiele zeitnah nach dem Abpfiff im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV) zu sehen sind. Wie die Behörde am Donnerstagabend in Bonn mitteilte, erfüllt das von der DFL vorgeschlagene Vermarktungsmodell der TV-Übertragungsrechte nicht die kartellrechtlichen Anforderungen einer angemessenen Verbraucherbeteiligung. Das Kartellamt bestätigte damit auch einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

    Diese Beteiligung sei aber gewährleistet, wenn den Endkunden die Wahl zwischen der gebündelten Live-Berichterstattung im Bezahlfernsehen und einer zeitnahen Free-TV-Highlight- Berichterstattung erhalten bleibe. Das setze voraus, dass das Kernstück des Spieltages, die Samstagsspiele, in einer Free-TV- Zusammenfassung an einem Sendeplatz vor 20.00 Uhr übertragen werden könnten. Dafür kämen sowohl öffentlich-rechtliche Sendeanstalten als auch private Fernsehsender infrage. Die Wettbewerbshüter prüfen seit mehreren Monaten den Sechs-Jahres-Vertrag der DFL mit der Kirch- Tochter Sirius. Die Vereinbarung hat ein Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro.

    Die DFL äußerte sich bereits kritisch zu dem ersten Zwischenstand, den die Behörde den Beteiligten mitgeteilt hat. Für den Dachverband wird damit die ARD-Sportschau bei den anstehenden TV-Verhandlungen unterstützt. "Nach meiner Auffassung kann aber das Bundeskartellamt der Liga und ihren Partnern weder Sendezeiten noch Preisgestaltung diktieren, um es mal überspitzt zu formulieren. Damit würde ein gewachsenes und erfolgreiches System mit einer verhältnismäßig ausgeglichenen Liga, umfangreicher Free-TV-Präsenz und günstigen Eintrittspreisen in den Grundfesten erschüttert", erklärte Liga- Vizepräsident Peter Peters im "kicker" (Donnerstag-Ausgabe).

    In dem Kartellamts-Schreiben wird die Bundesliga-Zusammenfassung vor 20.00 Uhr im Free TV als notwendig für das "Ja" zur sogenannten Zentralvermarktung genannt. Alle 36 Clubs der Bundes-und Zweiten Liga haben bisher ihre TV-Rechte gemeinsam verkauft. Für das Bonner Amt sei die Zentralvermarktung aber nur dann hinnehmbar, wenn die Allgemeinheit davon einen Nutzen habe. Bisher zeigt die ARD- Sportschau samstags von 18.30 Uhr an Berichte von sechs Partien. Die DFL und Sirius sehen in der Forderung des Kartellamts die Gefahr, dass ihre Fernsehpartner ARD (Free TV) und Premiere (Pay TV) weniger Geld als bisher zahlen. Die Kirch-Tochter will durch den Verkauf der TV-Rechte durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Saison erlösen.

    Die DFL hat für die zukünftige TV-Berichterstattung bereits zwei Modelle vorgestellt. Das erste Paket sieht wie bisher samstags eine Free-TV-Zusammenfassung um 18.30 Uhr mit allerdings nur noch fünf Partien vor. Im zweiten Modell sind die Bilder von den Samstag-Spielen erst um 22.00 Uhr im Free TV zu sehen. Dafür soll es aber sonntags eine frühere Zusammenfassung und mehr Live-Spiele geben. Die offizielle Ausschreibung hat die DFL noch nicht vorgenommen. "Wir warten noch auf Grünes Licht vom Kartellamt", hieß es dazu in der DFL-Zentrale.

    Nach Angaben des Kartellamts laufen die "konstruktiven Gespräche" auf Hochtouren. Der DFL und den Vereinen läuft jedoch die Zeit davon. Laut Peters ist die erhebliche zeitliche Verzögerung belastend, und die Clubs würden Planungs- und Rechtssicherheit benötigen. "Gerade die 2. Liga, wo jetzt zum Beispiel in Aachen und Augsburg neue Arenen gebaut werden, ist in einem hohen Maße von den TV-Honoraren aus der Zentralvermarktung abhängig. Bricht dieser Markt über eine negative Entscheidung in puncto Zentralvermarktung ein, sind zahlreiche Zweitliga-Clubs existenzbedroht", sagte der Liga-Vizepräsident. (dpa)

    [SIZE="1"]digitaltv[/SIZE]

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