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Bayern-Hoffenheim: Spiel der Spiele steigt in München

  • Teufelchen
  • 5. Dezember 2008 um 12:09
  • Teufelchen
    Gast
    • 5. Dezember 2008 um 12:09
    • #1
    Zitat

    Aufsteiger gegen Rekordmeister, Spitzenreiter gegen Tabellenzweiten: Im Topspiel des 16. Bundesliga-Spieltags empfängt der FC Bayern heute 1899 Hoffenheim zum Gipfel-Duell.

    Uli Hoeneß spricht vom Spiel der Spiele, Franck Ribery von einem Duell, „auf das ganz Deutschland wartet“: Wenn heute (20.30 Uhr/live bei Premiere) Emporkömmling 1899 Hoffenheim dem großen FC Bayern München die Vormachtstellung in der Liga streitig machen will, ist eine ganze Fußball-Nation elektrisiert.

    Emotionen kochen hoch

    Schon seit Tagen kochen die Emotionen auf beiden Seiten hoch. Wohl noch nie in der 46-jährigen Geschichte der Bundesliga hat eine Begegnung am 16. Spieltag zudem für derart viel Aufregung und Aufmerksamkeit gesorgt. 168 Länder übertragen das deutsche Gipfeltreffen live.

    Beim Überraschungs-Tabellenführer aus der 3272-Seelen-Gemeinde aus dem Kraichgau herrscht der völlige Ausnahmezustand. Und selbst beim deutschen Rekordmeister, der als Zweiter drei Punkte hinter dem frechen Neuling liegt, war der Rummel zuletzt so groß, als ob es in der Champions League gegen Real Madrid oder Manchester United gehen würde.

    Dabei empfängt der FC Bayern „nur“ 1899 Hoffenheim – und dennoch misst auch Bayern-Manager Uli Hoeneß dem Spitzenspiel eine ungeheuere Bedeutung zu, was auch seine verbalen Attacken gegen den Dorfverein unterstreichen. „Das zeigt doch die wahre Gemütslage der Bayern. Offensichtlich werden wir von ihnen brutal ernst genommen“, sagte 1899-Coach Ralf Rangnick zu den Sticheleien.

    „Sechs-Punkte-Spiel“

    In der Tat zeigen die Münchner vor dem Aufsteiger „viel Respekt“, wie auch Trainer Jürgen Klinsmann vor dem „Sechs-Punkte-Spiel“ verdeutlichte. An der Zielsetzung der wiedererstarkten und seit 13 Pflichtspielen ungeschlagenen Bayern ändert dies aber nichts. Sie wollen noch Herbstmeister werden und mit einem möglichst klaren Sieg die Verhältnisse im deutschen Fußball wieder zurechtrücken. Man werde Hoffenheim „zeigen, wo der Bartel den Most holt“, meinte deshalb auch Präsident Franz Beckenbauer.

    Dies will Rangnick, der gegen die Bayern als Trainer eine positive Bilanz aufweist, mit seiner jungen Truppe jedoch mit aller Macht verhindern. Entsprechend trägt der Fußball-Professor Selbstvertrauen zur Schau. „Wenn es ein Western wäre, was es nicht ist, dann würden wir uns ihren Skalp holen wollen. Wenn Bayern verliert, wäre es ein Erdrutsch“, sagte Rangnick, um dann den berühmten Vergleich mit dem kleinen unbeugsamen Dorf in Gallien, das sich den Römern erfolgreich widersetzte, zu bemühen: „Wir wollen einen Ausgang wie im Asterix-Heft.“ Auch Sead Salihovic sieht eine „gute Chance, wenn wir uns nicht verstecken. Wir sind momentan besser.“

    Van Bommel: „Wir wissen, was wir tun müssen“

    Doch die seit Jahren in Liga, Pokal und Champions League kampferprobten Bayern, die oft in ähnlichen Drucksituationen Klasse gezeigt haben, reagierten auf die Sprüche des aufmüpfigen Dorfklubs betont gelassen. „Wir kennen diese Situation, dass wir nicht verlieren dürfen. Ansonsten gibt es Häme. Aber damit können wir leben. Wir wissen, was wir tun müssen“, sagte Kapitän Mark van Bommel.

    Auch Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn („Der FC Bayern wird wohl ziemlich klar gewinnen“) glaubt fest daran, dass sein Ex-Verein die bessere Mentalität besitzt. Der Rekordmeister sei es „seit gut dreißig Jahren gewohnt, zu jagen oder gejagt zu werden. Dazu kommt der interne Druck auf die Mannschaft. Denn – ich sage es mal so – es wird ungern gesehen, dass da quasi ein Emporkömmling vor dem FC Bayern steht“, meinte der frühere Bayern-Keeper in einem Bild-Interview.

    Die Erwartungshaltung vor der Partie ist auf jeden Fall riesig, zumal Hoffenheim im bisherigen Saisonverlauf mit seinem Offensiv-Fußball begeistern konnte und damit oft die Bayern in den Schatten stellte. Auch deshalb seien seine Spieler „bis in die Haarspitzen motiviert“, erklärte Klinsmann, der dem ganzen Vorgeplänkel jedoch keine Aufmerksamkeit schenken will: „Wir wollen die sportlichen Fragen positiv beantworten, alles andere ist zweitrangig.“

    Hoffenheim habe dabei „nichts zu verlieren“, meinte Bayerns Nationalspieler Bastian Schweinsteiger: „Wenn sie gegen uns gewinnen, freut sich die ganze Nation, wenn sie unentschieden spielen, schmunzeln die meisten und wenn sie verlieren, passiert gar nichts.“

    Bei einem Münchner Sieg wären beide Teams punktgleich. Erst ein Erfolg mit vier Toren Unterschied würde dem Rekordmeister die Tabellenführung bescheren. Doch so vermessen sei man nicht, „dass wir mit dem Torverhältnis rumspielen“, sagte Klinsmann: „Wir wollen ein gutes Spiel machen und die drei Punkte.“

    Vor „der Bewährungsprobe für die ganze Mannschaft“, so 1899-Verteidiger Andreas Beck, kann Rangnick personell aus dem Vollen schöpfen. Die zuletzt angeschlagenen Chinedu Obasi und Demba Ba sind einsatzfähig. Auch beim FC Bayern wird neben dem Langzeitverletzten Willy Sagnol wohl nur Ersatzspieler Lukas Podolski (Rückenprobleme) ausfallen.

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    Quelle

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