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Schweiz: Coca-Cola-Raub aufgeflogen!

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  • 21. Dezember 2008 um 14:33
  • Treets
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    497
    • 21. Dezember 2008 um 14:33
    • #1

    [SIZE="5"]So trickste dieser Büezer Coca-Cola aus.[/SIZE]

    Lepomir Kostic* (44) war Staplerfahrer bei Coca-Cola in Brüttisellen ZH. Gleichzeitig war er der Kopf einer Gang, die Hunderttausende Cola-Flaschen klaute.

    Lepomir Kostic war ein geschätzter Mitbürger, in der Schweizer Coca-Cola-Zentrale in Brüttisellen galt er als zuverlässiger Staplerfahrer, an seinem Wohnort in Zürich-Affoltern als «guter Mieter».

    Doch Kostic verlangte mehr vom Leben als geschätzt zu werden. Vor allem wollte er Geld, viel mehr Geld! Und so schmiedete er einen raffinierten Plan, um selber gross in den Getränkehandel einzusteigen – auf Kosten seines Arbeitgebers.

    Rasch fand Kostic zwei Komplizen im Coca-Cola-Warenlager: einen italienischen Chauffeur und einen albanischen Staplerfahrer.

    Das Trio ergänzte sich ideal, seine Masche funktionierte perfekt (siehe Grafik): Wenn immer beim Beladen eines Lastwagens Laderaum frei blieb, verstauten sie zusätzliche Paletten mit Coca-Cola-Harassen – ohne die Ware zu deklarieren.

    Lastwagenfahrer schmierten sie, so ein Insider, mit 500 Franken pro Fahrt. Die brachten das Diebesgut dann zum geheimen Lager der *Limonaden-Gang im Industriequartier von Dietikon ZH, wo auch die Zentrale des geheimen Getränkehandels ihren Sitz hatte.

    Von dort aus betrieb die Gang einen regen Handel mit sämtlichen Erzeugnissen aus der Cola-Produktionsfamilie: Fanta, Sprite, Nestea und weiteren Marken des Konzerns.

    Sie verkauften die heisse Ware zu unschlagbaren Discount-Preisen an ausgewählte Kunden – Imbissbuden, Restaurants und andere Kleinabnehmer.

    Die Limonaden-Gang machte in der Schlussphase monatliche Umsätze im sechsstelligen Bereich. Wie lange die Kriminellen aktiv waren, ist unklar. Die Ermittlungen sind noch im Gang.

    Bisher wurden alle Diebstähle ab Mai 2008 eruiert. Aus gut unterrichteten Kreisen aber ist zu hören, die Gang habe etwa zwei Jahre lang unbemerkt ihr Unwesen getrieben. Der Schaden für den Getränkemulti liegt in Millionenhöhe.

    Kostic und seinen Komplizen gelang es, das ausgeklügelte Sicherheitssystem von Coca-Cola auszutricksen (siehe Box).

    Erst durch Zufall flog ihr Parallelhandel auf – und auch nur deshalb, weil sie die leeren Flaschen zurücknahmen, wie sich das für einen ordentlichen Getränkehandel gehört.

    Das Problem: Ihr Leergut liess sich nicht in die Zentrale nach Brüttisellen zurückschmuggeln, ohne dass sie erwischt worden wären.

    Die Lösung: Sie brachten es zur Annahmestelle eines anderen Getränkehändlers.

    Dessen Verantwortliche stutzten eines Tages über die grossen Mengen leerer Cola-Flaschen, die stets von den Fahrern angeliefert wurden. So fragten sie bei der Coca-Cola-Zentrale nach, ob es damit seine Ordnung habe...

    Dann ging alles ganz schnell: Coca-Cola informierte die Kantonspolizei Zürich, eine Untersuchung wurde eingeleitet – das letzte Stündlein der Limonaden-Gang hatte geschlagen.

    Vor gut einem Monat stellte die Kantonspolizei Lepomir Kostic und den italienischen Chauffeur vor den Hallen des Getränkemultis auf frischer Tat – und verhaftete sie. Eine Woche später ging der Kantonspolizei der dritte Mann ins Netz, der albanische Staplerfahrer.

    Viele Mittäter
    Coca-Cola-Mediensprecherin Ruth Mathias bestätigt den Coup gegenüber SonntagsBlick, schriftlich, ohne aber auf Einzelheiten einzugehen: «Wiederholte Unregelmässigkeiten über einen längeren Zeitraum im Warenlager haben zu vertieften Untersuchungen zusammen mit der Polizei geführt.

    In der Folge mussten wir uns bedauerlicherweise von mehreren Mitarbeitern trennen.» Noch sei der Fall nicht abgeschlossen. Aber eines ist klar: Lepomir Kostic musste ein dichtes Netz von Mittätern haben.

    Der zuständige Zürcher Staatsanwalt Marcus Müller wollte den Fall überhaupt nicht kommentieren: «Solange noch verdächtige Personen überwacht werden, können wir nichts sagen.»

    Lepomir Kostic ist mittlerweile wieder auf freiem Fuss, gegen-über SonntagsBlick will der Hauptbeschuldigte im Millionenklau keine Stellung nehmen: «Ich habe der Polizei schon alles gestanden, mehr sage ich nicht.»

    *Name von der Redaktion geändert

    Quelle: So trickste dieser Büezer Coca-Cola aus - Schweiz - News - Blick.ch

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