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Keine Angst vorm Pinguin: Linux für jeden

  • mandy28
  • 27. Juli 2011 um 18:22
  • mandy28
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    • 27. Juli 2011 um 18:22
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    Berlin (dpa/tmn) - Linux feiert im August seinen 20. Geburtstag. Den Ruf, recht kompliziert zu sein, hat das freie Betriebssystem bis heute nicht überwunden. Dabei stellt es kaum noch besondere Anforderungen an Einsteiger. Verwirrend ist nur die Vielfalt der Möglichkeiten.

    Linux hat den Ruf, die PC-Spielwiese der Geeks und Nerds zu sein, die sich in jeder Codezeile eines Programms auskennen. Dabei ist das freie Betriebssystem 20 Jahre nach seinen ersten Anfängen im August 1991 so einfach zu bedienen wie Windows oder Mac OS. Es bietet nur mehr Möglichkeiten, unter die Oberfläche der Fenster abzutauchen und an die Tiefen der Software zu gelangen.

    Warum schafft es Linux, dessen Symbolfigur der Pinguin ist, nicht, aus seiner Nische herauszukommen? Für die meisten sei es zu umständlich, einen PC mit vorinstalliertem Windows auf Linux umzustellen, glaubt Novell-Manager Holger Dyroff. «Ich persönlich habe seit 1994 nichts anderes als Linux auf meinem Rechner.»

    Novell ist mit OpenSuse verbunden, einer der klassischen Linux-Distributionen. So werden die Software-Bündel benannt, die aus dem Linux-Kernel, dem innersten Kern des Betriebssystems, und einer Vielzahl von anderen frei verfügbaren Programmen bestehen. Die Suse, wie der Vorläufer von OpenSuse, liebevoll genannt wurde, «hat in Deutschland Pionierarbeit zur Verbreitung von Linux geleistet», sagt Nils Magnus, der Mitbegründer des Linuxtags. Wer mit Windows vertraut sei und umsteigen wolle, mache mit OpenSuse nichts verkehrt. Dafür sorgt vor allem die eingängige grafische Oberfläche KDE.

    OpenSuse ist aber nicht mehr die beliebteste Linux-Variante. Die wohl größte Verbreitung hat das 2004 begründete Ubuntu-Projekt mit geschätzten 25 Millionen Nutzern weltweit gefunden. Die Version 11.4 verwendet erstmals nicht mehr standardmäßig den Gnome-Desktop, sondern die neue Oberfläche Unity. Sie platziert die Taskleiste (Launcher) nicht unten, sondern links. Dadurch bleibt auf den inzwischen dominierenden 16:9-Displays mehr Platz für Inhalte auf der Horizontalen. «Das ist ein neuer und durchaus interessanter Ansatz, den Desktop anders als bisher zu gestalten», erklärt Magnus.

    Ubuntu ist eine Distribution auf der Grundlage von Debian, das es bereits seit 1993 gibt und das ausschließlich freie Software enthält - bei anderen sind auch kostenlose kommerzielle Programme wie der Acrobat Reader enthalten. «Debian ist eindeutig die größte Linux-Distribution», erklärt Ladislav Bodnar, der Betreiber der Seite distrowatch.com. «Die jüngste Ausgabe benötigt acht DVDs.»

    Das kleinste Linux mit grafischer Benutzeroberfläche sei Tiny Core Linux, das mit elf Megabyte auskomme. In seiner Datenbank führt der in Taiwan lebende slowakische Linux-Freak Bodnar 689 verschiedene Distributionen. Davon sind 323 noch aktiv betreute und weiterentwickelte Projekte.

    «Es gibt mehr denn je eine hitzige Debatte über die grafische Benutzeroberfläche», erklärt Bodnar einen Trend in der Linux-Szene. Der Unity-Desktop von Ubuntu und auch die neue Gnome-Version 3 orientierten sich eher an der Nutzung auf einem Touchscreen. «Sie können zwar auch auf Desktop oder Laptop genutzt werden, verlangen aber eine radikale Umstellung der Gewohnheiten.» Viele traditionelle Linux-Anwender, sagt Bodnar, hielten daher Ausschau nach Alternativen und setzten verstärkt grafische Benutzeroberflächen wie Xfce oder LXDE. «Es gibt aber natürlich auch diejenigen, denen das neue Desktop-Design von Unity oder Gnome 3 gefällt.»

    Die Installation der Software und das Einspielen von Updates ist bei den meisten Distributionen sehr einfach geworden. «Alle großen Distributionen kommen mit einem gutem Paket-Management», erklärt Nils Magnus. Auch die passenden Gerätetreiber seien meist kein Problem mehr. Unterstützung gebe es für Hardware aller Art, etwa USB-Sticks, UMTS-Modems oder auch Fingerabdrucksensoren an Notebooks.

    Magnus empfiehlt Einsteigern Ubuntu, OpenSuse oder Fedora - das ist die aus Red Hat hervorgegangene Linux-Distribution für Privatanwender. «Debian ist für Erstbenutzer eher nicht so sinnvoll.» Bei diesem modular aufgebauten System sei die Einrichtung auf dem PC manchmal etwas kompliziert.

    Die Vielfalt von Linux-Distributionen ist auch für Spezialisten interessant, die ihren Computer überwiegend für bestimmte Aufgaben verwenden. Da gibt es etwa Edubuntu als Ubuntu-Variante für Schüler oder Mythbuntu für die Aufzeichnung von Videos. Ebenfalls auf Ubuntu beruht Backtrack, eine Distribution mit Spezialwerkzeugen für Sicherheitstests von Computernetzwerken.

    Auch wenn die Nutzung von Linux keine besonderen Computerkenntnisse mehr verlangt, macht es Spaß, sich mit Software zu beschäftigen, die wie der anspruchsvolle Text-Editor Emacs sehr viel mehr Möglichkeiten bieten als ein Microsoft Word. Manchmal funktioniert dann etwas nicht auf Anhieb. Aber es ist, wie Novell-Manager Dyroff sagt, «natürlich immer auch ein besonderer Reiz, das auch hinzukriegen».


    Ermittler halten Breivik für Einzeltäter - Service - sueddeutsche.de

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