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Megaupload-Betrug: Abmahn-Post vom Fake-Anwalt

  • tuete2501
  • 27. März 2012 um 08:49
  • tuete2501
    Moderator
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    • 27. März 2012 um 08:49
    • #1

    Megaupload-Betrug: Abmahn-Post vom Fake-Anwalt

    [INDENT]
    Bereits Ende Januar wurde der Filehoster Megaupload vom Netz genommen, nun versuchen unbekannte Kriminelle durch gefälschte Abmahnungsschreiben Kapital aus der Zwangsschließung zu schlagen. Seit dem Wochenende werden dabei nach Angaben des Sicherheitsunternehmens eleven massenhaft E-Mails versandt, in denen Internetnutzer von einer Anwaltskanzlei "Dr. Kroner & Kollegen" aus München beschuldigt werden, über Megaupload urheberrechtlich geschützte Filme, TV-Serien und Musikdateien heruntergeladen zu haben.

    Dreiste Fälschung in seriöser Aufmachung

    Im Zuge dessen werden die Adressaten unter Fristsetzung und Androhung weiterer Kosten aufgefordert, für einen Streitwert von 10.000 Euro eine Schadensersatzsumme in dreistelliger Höhe zu zahlen. Unserer Redaktion flatterte am Montag ebenfalls eine der E-Mails mit dem Betreff "Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung – Filesharing" ins Postfach.
    Der im PDF-Format angehängte Anwaltsbrief wirkt in Aufmachung und Optik zunächst durchaus seriös. Kleinere Ungereimtheiten wie fehlende Festnetznummern der Kanzlei, eine Bezeichnung von Megaupload als "Peer-to-Peer Netzwerk" oder diverse Rechtschreibfehler wecken aber schnell Zweifel, dass es sich um ein offizielles Schreiben handeln könnte. Pflichtangaben wie Signatur und zuständige Rechtsanwaltskammer fehlen ebenfalls. Auch unüblich: Die angeblichen Downloads werden nicht benannt; lediglich Tag, Uhrzeit und IP-Adresse sind in einer Auflistung zu finden.


    Komplett gefälscht: Abmahnung der nicht existenten Kanzlei "Dr. Kroner & Kollegen". Screenshot: onlinekosten.de

    Auf keinen Fall zahlen

    Ein weiteres Indiz für die offenbar von langer Hand geplante Betrugsaktion ist die angegebene, mittlerweile nicht mehr erreichbare, Kanzlei-Adresse http://www.kroner-kollegen.de. Laut der zuständigen Verwaltungsinstanz DENIC ist die Domain auf eine Einzelperson in Österreich registriert; die letzte Aktualisierung wurde Anfang März vorgenommen. Fragmente des vermeintlichen Online-Auftrittes, wie etwa die teils kuriose Selbstbeschreibung des angeblichen Rechtsanwaltes Dr. Klaus Kroner, sind aktuell aber noch über den Google-Cache zugänglich. Dort heißt es: "Ich wurde 1979 in Valley bei München geboren. Mein Abitur machte ich 1999 in Miesbach. Vor der Gründung meiner eigenen Kanzlei im Jahre 2008 war ich als Anwalt bei der Ernst & Young AG in Stuttgart tätig. Nach dem vierjährigen Jurastudium an der Juristischen Fakultät LMU in München praktizierte ich bei mehreren renommierten Firmen in England und Irland."
    Dass dies vollständig dem Reich der Phantasie entsprungen sein dürfte, steht inzwischen fest. Laut eleven ist im Mitgliederverzeichnis der Rechtsanwaltskammer München kein Hinweis auf die Kanzlei zu finden. Betroffene sollten daher auf keinen Fall zahlen. Wo das Geld letztendlich landen würde, ist unklar. Als Begünstigter erscheint auf dem beigefügten Überweisungsträger die Firma "Lawyer Payment Services s.r.o." – ein Finanzdienstleister, der angeblich in der Slowakei seinen Sitz haben soll. Doch auch diese Angabe ist nach Recherchen unserer Redaktion offensichtlich gefälscht. So war die Website des vermeintlichen Unternehmens am Montagnachmittag ebenfalls nicht mehr erreichbar. Eine kurze Who-Is-Abfrage offenbarte zudem, dass auch diese Domain auf den gleichen Namen registriert ist, wie die angebliche Internetseite der Münchner Kanzlei. Daher gilt: Nicht überweisen und E-Mails löschen. In anderen Fällen sollte darüber hinaus im Zweifelsfall generell ein Rechtsanwalt zurate gezogen werden.


    Christian Wolf
    Quelle: Onlinekosten

    [/INDENT]

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