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Unitymedia-Chef Lutz Schüler Fernseher liefert App zum Krimi gleich mit

  • mandy28
  • 17. September 2012 um 21:14
  • mandy28
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    • 17. September 2012 um 21:14
    • #1
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    17. September 2012

    HD-Fernsehen als digitale Schaltzentrale: Die TV-Branche steht vor einem radikalen Umbruch, sagt Unitymedia-Chef Lutz Schüler in Interview. Auch Google und Apple wollen dabei sein. Doch die klassischen Sender werden nicht so leicht abgeschafft.

    Derzeit kommt eine neue Generation noch größerer Fernseher mit noch schärferen Bildern in die Läden. Was bringt das den Kabelnetzbetreibern?

    Das bringt einiges in Bewegung. Zuerst haben sich die Zuschauer einen Flachbildfernseher gekauft, auf dem „HD-Ready“ steht. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo HD auch drin sein muss. Unsere Kunden bestellen zunehmend die Zusatzpakete für hochauflösendes Fernsehen. Und jeder zweite neue HD-Kunde kauft zusätzliche Pay-TV-Pakete hinzu.

    Bislang war immer die Argumentation, dass es in Deutschland für Pay-TV keine Zahlungsbereitschaft gibt, weil das Angebot des frei empfangbaren Fernsehens so groß ist. Woher kommt die plötzliche Freigebigkeit?

    Die Vermutung liegt nahe, dass durch größere Bildschirme mit hochauslösender Bildqualität zugleich das Bedürfnis wächst, auch eine höhere Qualität bei den Inhalten zu konsumieren. Das bieten die Pay-TV-Angebote, und zwar weit über Sport hinaus. Es geht um Spartenprogramme, hochwertige Filme, Serien und fremdsprachige Programme.

    Derzeit ist viel von Super-HD-Fernsehen und 3D-Fernsehen ohne Brille die Rede. Heißt das, das Bezahl-Fernsehen bekommt einen weiteren heftigen Schub?

    Da bin ich skeptisch. Schauen Sie sich die Entwicklung im Mobilfunkgeschäft an. Immer noch mehr technische Leistung führt nicht automatisch zum Erfolg. Der Erfolg des iPhones liegt nicht in der Leistung, sondern in der einfachen Handhabung. Der nächste große Sprung wird nicht von der Hardware kommen, sondern von neuen klugen Nutzungsformen.

    Was sollen die Nutzer denn mit ihrem Fernseher alles anstellen?

    Über den großen Bildschirm im Wohnzimmer bekommen Sie künftig ihr individuelles kontextbezogenes Unterhaltungsangebot. Eine App – zum Beispiel für Krimis – bietet Ihnen den Tatort im heutigen Abendprogramm an, außerdem Ihre persönlichen Aufnahmen ihrer Lieblingskrimis sowie neueste Filme aus der Videothek, gleichzeitig können Sie TV-Tipps an Ihre Freunde verschicken und mit ihnen via Facebook oder Twitter während des Films miträtseln, wer der Mörder ist. Solche und weitere Dienste werden wir unseren Kunden über Horizon anbieten, das ist eine Box, die als Kommunikationszentrum des Haushalts dient. Wir werden damit in der ersten Jahreshälfte 2013 starten.

    Wollen Sie damit Apple und Google zuvor kommen, die heftig ins TV-Geschäft drängen? Und auch Microsoft will die Xbox zur Medien-Schaltzentrale ausbauen.

    Wer solch ein Angebot als erster auf die Straße bringt, der sorgt für den Quantensprung in der Branche. Davon bin ich fest überzeugt.

    Wenn die Kabelnetzbetreiber dies schaffen, wird dann der Transport von Signalen fürs lineare Fernsehen nur noch eine Nebentätigkeit?

    Nein. Das lineare Fernsehen bleibt für uns sehr wichtig. Insbesondere die kommerziellen, frei empfangbaren Sender werden alles tun, um ihre Sendesignale beziehungsweise ihre Inhalte zu schützen. Denn nur dies garantiert, dass die Werbung mittransportiert wird, und damit verdienen die Sender schließlich ihr Geld

    Marktforscher erwarten, dass sich Nutzer im Internet mit ihren Freundeskreisen ihr eigenes Fernsehen bauen, indem die Inhalte in sozialen Netzwerken zum Abruf bereit gestellt werden. Eine Horrorvision für Sie?

    Nein. Denn dieses Modell setzt voraus, dass vorher die Fernsehsender abgeschafft werden, was derzeit überhaupt nicht vorstellbar ist. Und so lange es die RTL-Gruppe und Pro Sieben-Sat.1 gibt, werden auch Kabelnetzbetreiber gebraucht, die deren Sendungen verbreiten. Die Zusatzdienste kommen oben drauf. Das sind Plattformen, die offen sein müssen für alle neuen Entwicklungen in der digitalen Welt.

    Alles anzeigen

    Quelle: Wirtschaft - Frankfurter Rundschau

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