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Raspberry PI: VideoCore-Treiber nun komplett als Open Source verfügbar

  • mandy28
  • 27. Oktober 2012 um 21:20
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    • 27. Oktober 2012 um 21:20
    • #1

    Per sofort sind alle Sourcecodes des auf dem ARM-Kern des Broadcom BCM2835 SoC des Raspberry Pi laufenden Codes als Open Source verfügbar, wie die Raspberry Pi Foundation und Broadcom bekannt gegeben haben. Der letzte dazu notwendige Schritt war die Veröffentlichung des Treiber-Sourceodes für den VideoCore. Dieser ist nun unter einer BSD-Lizenz auf Github verfügbar. Betriebssystementwicklern gibt dies die Möglichkeit bequem und lizenzrechtlich einwandfrei ihre Open Source Systeme mit hardwarebeschleunigter Grafik zu versehen, da der Treiber die OpenVG, OpenMAX, EGL und OpenGL ES Schnittstellen zur Verfügung stellt.


    Gerade Systeme wie Android, RiscOS oder Plan 9, die bisher keine Hardwarebeschleunigung nutzen konnten, können zukünftig hiervon profitieren. Aber auch die Portierung des designierten X11-Nachfolgers Wayland oder die Integration von OpenGL in X wird hierdurch vereinfacht.

    Wer nun aber denkt aus den rund 100 C- und 200-Header-Dateien des VideoCore-Treibers Informationen zu dessen internen Aufbau zu erfahren oder möglicherweise sogar Assembler-Code für diesen zu Gesicht zu bekommen, dürfte enttäuscht werden. Tatsächlich macht der Treiber nämlich nicht viel mehr als die Funktionsaufrufe 1:1 an die Funktionen der Firmware bzw. den VideoCore IV weiterzugeben. Das liegt zum Einen daran, dass Broadcom den internen Aufbau des VideoCore auch weiterhin als schützenswertes Betriebsgeheimnis ansieht und zum anderen daran, dass der VideoCore selbst die jeweiligen API-Funktionen high-level abbildet und direkt ausführt.

    Broadcom ist mit diesem Schritt der erste Hersteller, der seine auf ARM laufenden APIs seiner SoC-Chips komplett als Open Source verfügbar macht. Für die Grafikeinheiten anderer SoCs, wie beim Tegra und Mali, gibt es dagegen lediglich durch Reverse Engineering ermöglichte Open Source Treiber.

    RaspberryCenter.de | Die Raspberry Pi Community

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    • 30. Oktober 2012 um 22:47
    • #2

    Streit um Open-Source-Treiber

    Nach der Freigabe zumindest von Teilen des Grafiktreibers für das Raspberry Pi haben sich einige Open-Source-Entwickler zu Wort gemeldet. Es handele sich lediglich um einen Wrapper, kritisieren sie - in mitunter drastischen Worten.

    Gestern hatte das Raspberry-Pi-Projekt bekanntgegeben, dass Broadcom seine Grafiktreiber für das im kleinen Rechner verbaute SoC unter einer BSD-Lizenz veröffentlicht hat. Zwar heißt es auf der Webseite, dass der User-Space-Teil des Treibers freigegeben worden sei, der Text verschweigt aber weitgehend, dass ein Binär-Blob beim Start geladen werden muss, damit der Treiber funktioniert.

    Darüber haben sich einige Open-Source-Entwickler in Postings unter dem Eintrag beschwert. Sie werfen dem Projekt eine allzu positive Berichterstattung vor. Tatsächlich spart der Artikel nicht mit Lob für Broadcom dafür, als erste Firma ihre ARM-Treiber unter eine offene Lizenz zu stellen.
    Nur zur Hälfte frei

    Unrecht haben die Kritiker - darunter auch Luc Verhaegen - nicht. Denn Broadcom hält noch große Teile des Treibers unter Verschluss. Lediglich die Schnittstellen wurden freigegeben, die Firmware selbst kann nicht modifiziert werden - eine grundlegende Voraussetzung für einen wirklich freien Treiber.

    Der Ton, in dem die Open-Source-Anhänger sich aber beschweren, ist alles andere als freundlich. Die Ehefrau des Mitbegründers Eben Upton Liz hatte alle Mühe, die teils aufgebrachten Kommentare zu beantworten. Sie betreut unter anderem die Pressearbeit auf der Webseite.

    Auch der Chefentwickler Alex Bradbury, der das ursprüngliche Posting geschrieben hatte, konnte die entrüsteten Entwickler nicht beruhigen. Sein Argument, dass zumindest Projekte wie Wayland künftig für das Raspberry Pi angepasst werden könnten, fand kaum Beachtung.
    Offener als andere

    Im Vergleich hat Broadcom tatsächlich mehr Teile seines Treibers veröffentlicht als andere SoC-Hersteller. Für Verhaegen, der an dem Freedreno-Projekt arbeitet und mühsam einen freien Treiber per Reverse-Engineering für die GPU in Qualcomms Snapdragon SoCs entwickelt, dürfte der Lobgesang auf Broadcom jedoch wie Hohn klingen.

    Aber auch die Entwickler freier Treiber mussten immer wieder Kompromisse eingehen. Anfangs kam selbst der quelloffene Nvidia-Treiber-Nachbau nicht ohne proprietäre Firmware aus.

    Newsticker - Ticker mit 7-Tage Übersicht auf Golem.de

  • mandy28
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    • 30. Oktober 2012 um 22:48
    • #3

    Offene Kritik an - nicht wirklich - offenen Treibern fürs Raspberry Pi

    Offen oder nicht? Die Raspberry Foundation gibt zusammen mit Hersteller Broadcom Treiber für die Grafikhardware frei - und erntet dafür Kritik. Richtig frei seien die nicht, weil sie weiterhin binäre Firmware verwenden.

    Die fehlenden Open-Source-Treiber für den BCM2835-Grafik-Chip, der im SoC des Raspberry Pi verbaut ist, hatten bereits mehrfach für Unmut gesorgt (siehe den Test im Linux-Magazin 08/12). Vergangenen Mittwoch hat die Raspberry Foundation reagiert und die Treiber unter der BSD-3-Lizenz veröffentlicht, was nach ihrer Aussage nur dadurch gelang, dass sie das Einverständnis vom Hersteller Broadcom erhielt. Den Schritt hatte sich der Hersteller wohl gut überlegt, denn fortan könne er damit werben, "der erste Grafikchiphersteller von ARM" zu sein, der seine ehemals Closed-Source-Treiber offenlegt, mutmaßt Raspberry-Developer Alex Bradbury im Interview mit Zdnet.
    Blobs und Firmware

    Allerdings währte die Freude nicht lang: Übereinstimmend monieren zahlreiche Blogger, dass nun zwar der Userspace-Anteil der Treiber frei sei, aber die Tatsache, dass weiterhin der Binärcode der Firmware zum Einsatz komme, mache den Schritt nicht wirklich hilfreich. So werde der Treiber für den Broadcom-Grafikchip auch sicher nicht in einen Kernel Einzug halten, schreibt beispielsweise Red Hats Dave Airlie in seinem Blog. Auch die Kommentare zur Ankündigung der Raspberry Foundation füllen sich derzeit mit kritischen, teils hämischen Kommentaren, meist mit dem Tenor, das Vorgehen helfe wenig.
    Kroah-Hartmann: "Broadcom macht alles falsch, Intel ist da weiter"

    Auf Google+ beteiligt sich auch Greg Kroah-Hartman an der Diskussion und gibt Dave Airlie Recht: "Was Broadcom angeht: Die machen dabei einfach alles falsch, vielleicht lernen sie wenigstens was daraus. Aber ich glaube, ihre Wettbewerber (nicht nur Intel) sind viel schneller, und sie [Broadcom] kommen einfach zu spät." Intel dagegen, meint GKH, mache das Richtige: "Die verbreiten [seed] ihre Hardware in der Community, geben sich offen mit Spezifikationen und veranstalten regelmäßige Treffen mit Kernelentwicklern."

    Linux-Magazin Online

  • Gast
    Gast
    • 30. Oktober 2012 um 23:41
    • #4

    Ich bin zwar auch Fan von Open Source aber wenn ein Teil des Treibers nicht offen ist, stört mich das erstmal nicht.
    Aber eins ist mir schon wichtig: Das der Treiber offen genug ist, damit man den für neuere Kernel bauen kann.
    Und nicht wie im Moment bei den Broadcom-Chips für Receiver, wo man bei älteren Modellen auf einem uralten Kernel hockt oder ewig warten muss, bis die Bugs aus den Treibern behoben sind.

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