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Parallella: Der 99-Dollar-”Supercomputer”

  • mandy28
  • 6. November 2012 um 20:48
  • mandy28
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    • 6. November 2012 um 20:48
    • #1

    Angeregt von offenen und preisgünstigen Plattformen wie Arduino und Raspberry Pi, will das Team um den “Parallella” dasselbe für Hochleistungsrechner schaffen, wie sie beispielsweise in der Wissenschaft eingesetzt werden. Der Mini-”Supercomputer” soll für gerade einmal 99 US-Dollar auf den Markt kommen.

    4.965 Unterstützer hat das Parallella-Projekt auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter gefunden. Das hoch gesteckte Finanzierungsziel von 750.000 US-Dollar wurde um knapp 150.000 US-Dollar überschritten. Damit haben die Macher nun eine gute Ausgangsposition, um ihre Idee vom Parallel Computing für Jedermann Wirklichkeit werden zu lassen. Hinter dem Projekt steht das Chip-Startup Adapteva aus Massachusetts.

    Parallella soll dabei offen, preiswert und einfach zu benutzen sein. Diese Ziele hat sich Adapteva nach eigenen Aussagen gesteckt. Arduino und Raspberry Pi werden als große Vorbilder genannt und diese beiden haben in ihren jeweiligen Feldern schließlich schon für ordentlich Aufsehen gesorgt.

    Das jetzt beworbene Parallella-Board kann man dabei für sich betrachtet nicht als Supercomputer bezeichnen, wie auch die Macher zugeben. Die eigentliche Leistung entsteht, wenn man mehrere Parallella innerhalb eines Clusters gleichzeitig betreibt. Zehn Parallella im Verbund entfalten eine Rechenleistung, die 2002 noch als Supercomputer durchgegangen wäre, wie Adapteva vorrechnet. Und wenn alles klappt, soll das jetzige Board nur der Anstoß für eine Supercomputing-Plattform werden. Adapteva macht den Interessierten den Mund wässrig, in dem die Macher von künftigen Boards mit mehreren 1.024-Kern-Prozessoren schwärmen.

    Die gesamte Parallella-Architektur und Dokumentation für Entwickler soll veröffentlicht werden. Sprich: Auch das Design des Boards wird frei zugänglich sein. Bei der Entwicklung setzt das Team auf vorhandene Hilfsmittel aus dem Open-Source-Bereich. Zum Einsatz kommt dabei eine Zynq-7010 ARM A9 CPU mit zwei Kernen, sowie ein “Epiphany Multicore Accelerator” von Adapteva mit zunächst 16 Kernen. Und an dieser entscheidenden Stelle ist die Offenheits-Strategie derzeit inkonsequent: Der Aufbau des hauseigenen Epiphany-Prozessors ist nicht Open Source. Ob sich das künftig noch ändert, mag Adapteva nicht versprechen.

    Andreas Olofsson, Roman Trogan und Yaniv Sapir sind verantwortlich für die Entwicklung des Parallella und haben nach Angaben von Adapteva zwischen 10 und 20 Jahren Erfahrung in diesem Bereich. Die Firma selbst wurde 2008 gegründet. Warum sie überhaupt den Weg über Kickstarter gehen, erklären die Macher mit der schleppenden Akzeptanz des Themas Parallel Computing über den Wissenschaftsbereich hinaus. Große Firmen seien dafür kaum empfänglich. Entsprechend hofft Adapteva mit dem Projekt also auch, mehr Aufmerksamkeit für das Thema im Allgemeinen und die eigenen Produkte im Speziellen zu bekommen.

    Wenn man so will, ist es eine Werbeaktion in eigener Sache, die aber am Ende der Allgemeinheit zugutekommen kann. Im Parallel Computing sieht Adapteva jedenfalls wenig überraschend die Zukunft. Dass man nie genug Rechenpower in noch kleineren Gehäusen zu noch kleineren Preisen bei noch weniger Stromverbrauch jederzeit gebrauchen kann, steht dabei sicher außer Frage. Den großen Erfolg von Arduino und Raspberry Pi macht dabei aus, dass sich jeweils große Fangemeinden um die Projekte gebildet haben. Allerdings wird der Raspberry Pi beispielsweise von einer gemeinnützigen Organisation gefördert und nicht wie der Parallella von einem Unternehmen.

    Mit dem Kickstarter-Geld will Adapteva nun die vorhandenen Prototypen weiterentwickeln, die noch weit entfernt vom versprochenen “Scheckkartenformat” sind (siehe Fotos oben). Sie hoffen, im Mai 2013 ausliefern zu können.
    Technische Daten des Parallella

    Zynq-7010 Dual-Core ARM A9 CPU
    Epiphany Multicore Accelerator (16 Kerne)
    1 GB RAM
    MicroSD Card
    2x USB 2.0
    Ethernet 10/100/1000
    HDMI
    Ubuntu als Betriebssystem
    Entwicklerwerkzeuge wie u.a. C compiler, Multicore Debugger, Eclipse IDE, OpenCL SDK/compiler
    Maße: 8,6 x 5,3 cm


    Quelle: neuerdings.com: Alles rund um Gadgets

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