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HSV an der Spitze - Aufsteiger beleben die Liga

  • Gismo123
  • 20. Oktober 2008 um 06:26
  • Gismo123
    Meister
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    10.150
    Beiträge
    1.600
    • 20. Oktober 2008 um 06:26
    • #1

    Qualität der Güteklasse A ist garantiert, der Unterhaltungswert der Fußball-Bundesliga erfüllt höchste Ansprüche.


    Da reißt der FC Schalke 04 beim 1:1 im Spitzenspiel des 8. Spieltages Tabellenführer Hamburger SV aus allen Träumen vom dritten Sieg in Serie, da mischen freche Aufsteiger wie Hoffenheim und Köln die Eliteklasse auf, da erleben die Fans wie beim 3:3 zwischen Bremen und Dortmund eine dramatische Schlussphase. Auch der Meister entwickelt wieder Spaß: Mit seinem strahlendsten Lachen quittierte Jürgen Klinsmann das 1:0 der Dusel-Bayern im Karlsruher Wildpark. Der eigentliche Fußball-Pensionär Hans Meyer gibt mit fast 66 sein Comeback und heuert wieder bei Borussia Mönchengladbach an - für seinen Kollegen Friedhelm Funkel wird die Trainer-Luft dünn.

    Die Hamburger bleiben nach dem 1:1 im einzigen Sonntagspiel zwar Spitzenreiter, liegen aber nur noch einen Punkt vor dem Überraschungsteam aus Hoffenheim. Nach einer überzeugenden ersten Halbzeit und einem Treffer von Piotr Trochowski sah es zunächst nach einem erneuten Erfolgserlebnis für die Hanseaten aus. Doch der Schalker Verteidiger Benedikt Höwedes sorgte mit einem sehenswerten Kopfball für Ernüchterung beim Gastgeber.

    Noch unterhaltsamer ging es auf vielen anderen Plätzen zu. Neuling 1899 Hoffenheim stürmt munter durch die Erstklassigkeit. Das unglaublich kess herausgespielte 5:2 bei Hannover 96 lässt im Kraichgau den Gedanken freien Lauf. «Das würde ich gern werden - auf jeden Fall», entfuhr es Torjäger Vedad Ibisevic auf die Frage eines «Premiere»-Reporters, wie es denn um das Ziel Meisterschaft bestellt sei. Ein erfahrener Mann wie Christoph Daum hält nichts von derartiger Euphorie, obwohl seinem 1. FC Köln (1:0 gegen Cottbus) der dritte Sieg nacheinander gelang, was zuletzt im November 2000 der Fall war. 24 Stunden gestattete Daum seinem Team, sich zu freuen. «Aber danach werde ich alle wieder runterholen» - der Boden der Tatsachen ist Daum lieber als geistige Höhenflüge.

    Die Tristesse des Realen hat Energie Cottbus, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt fest im Griff. Am schlimmsten ist die Lage der Hessen, die nach dem 0:2 gegen Bayer Leverkusen als einziges noch siegloses Team Tabellen-Letzte sind. Die «Funkel-raus»- Rufe werden immer lauter, doch der Vorstandsvorsitzende belässt den Coach («Ich fühle mich stark genug, den Karren aus dem Dreck zu ziehen») im Amt. «Es gibt kein Ultimatum», sagte Heribert Bruchhagen, der nach einer weiteren Pleite im Nachholspiel gegen Karlsruhe seine Nibelungentreue überdenken dürfte.

    Das ist in Mönchengladbach mit der Luhukay-Entlassung längst geschehen, und auch das Intermezzo von Christian Ziege als Chefcoach ist nach dem 2:2 beim VfL Bochum Vergangenheit. Allerdings wird der bisherige Sportdirektor Assistent des alten Fahrensmanns Meyer. Das Duo soll es richten und verbreitete bei seiner offiziellen Vorstellung Zuversicht: «Sorge ist angesichts der Tabellensituation angebracht, aber keine Panik. Sieben bis acht Mannschaften sind doch nicht besser. Die fußballerische Substanz ist da», sagte Meyer.

    Den Beweis hierfür sind Meyers Neue noch nicht angetreten, wohl aber Werder Bremen und Borussia Dortmund, die ein finales Feuerwerk abbrannten. Claudio Pizarro machte aus dem 1:2 ein 3:2 (88./90.+1). Doch wer geglaubt hatte, damit habe Werder gewonnen, wurde durch den früheren Bremer Mohamed Zidan (90.+2) eines Besseren belehrt. «Das war wieder ein Spektakel», meinte Werder-Coach Thomas Schaaf. «Wirklich verrückt» seien die letzten Minuten gewesen, sagte sein Kapitän Frank Baumann - doch beide ärgerten sich maßlos. Man dürfe sich ein 3:2 nicht mehr nehmen lassen, befanden sie. «Erst 2:1, dann 2:3 - wer sich da nicht über einen Punkt freut, muss geisteskrank sein», kommentierte BVB-Trainer Jürgen Klopp das Remis.

    Auch andernorts waren späte Treffer höchst willkommen: Bayern Münchens 1:0 beim KSC durch Miroslav Klose fiel erst in der 87. Minute und löste Erleichterung aus. «Ich glaube, jetzt geht es aufwärts», sagte Manager Uli Hoeneß. «Ein Neuanfang ist nicht notwendig, wir sind auf einem guten Weg», meinte Klinsmann. Doch dass sein Reformprojekt reformiert werden müsste, ist dem Strahlemann wohl entgangen: Zwölf Punkte bedeuten wie bei Bremen nur aktuelles Mittelmaß. Hertha BSC mit dem ersten Saison-Heimerfolg beim 2:1 gegen den VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg (4:1 gegen Arminia Bielefeld) nahmen Kontakt zu den Top-Plätzen auf.

    © DPA

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