[SIZE="5"]Noch werden die Lottoscheine nicht knapp[/SIZE]
Etwa 25 Millionen Lottoscheine lagen den Lottogesellschaften am vergangenen Samstag vor, auf zehn Scheinen waren sogar die sechs richtigen Felder angekreuzt, doch nicht in Kombination mit der Superzahl 0. Deshalb konnte der „Deutsche Lotto- und Toto-Block“ den bislang größten Lotto-Jackpot am Wochenende abermals nicht ausschütten. Der Gewinner der zwölften Ziehung am Wochenende hätte 38 Millionen Euro ausgezahlt bekommen. Bei der Ziehung am Mittwoch sind nun rund 43 Millionen Euro zu gewinnen. „Für Mittwoch erwarten wir einen Spieleinsatz von 100 Millionen Euro, das wäre noch einmal eine Steigerung um 20 Prozent. Für die 15. Ziehung, falls sie nötig sein sollte, geben wir keine Prognose ab, weil uns Erfahrungswerte fehlen“, sagte ein Sprecher der baden-württembergischen Lottogesellschaft, die gerade den Vorsitz aller 16 Lottogesellschaften im „Deutschen Lotto-Toto-Block“ hat.
Die zehn Gewinner vom Wochenende mussten sich mit jeweils 600 000 Euro zufriedengeben, die Lottogesellschaft schüttete insgesamt Gewinne in Höhe von 75 Millionen Euro aus. Es folgen jetzt noch die dreizehnte Ziehung am Mittwoch sowie, wenn der Jackpot nicht geknackt wird, eine vierzehnte Ziehung am Samstag und die fünfzehnte Ziehung am Mittwoch nächster Woche. Sollte auch bei dieser Ziehung keiner der Tipper sechsmal das richtige Kreuz gemacht und zusätzlich die richtige Superzahl getippt haben, dann ist die Jagd nach dem größten deutschen Jackpot aller Zeiten beendet, und der Gewinn wird an die zweite Gewinnklasse ausgeschüttet. Das sind dann die Lotto-Spieler, die sechs Richtige haben, aber bei der Superzahl falschliegen.
Zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt
Die Lottogesellschaften haben für die Ziehung am vergangenen Wochenende 151,5 Millionen Euro eingenommen, was einem Umsatzzuwachs von 50 Prozent entspricht. Von den 151,5 Millionen Euro werden 50 Prozent als Gewinnsumme ausgeschüttet, hiervon sind wiederum zehn Prozent für den Jackpot reserviert. Von den restlichen 50 Prozent der Einnahmen muss die Lottogesellschaft die 16,6 Prozent Lotteriesteuer bezahlen. Die restlichen 33,4 Prozent sind für Betriebskosten und das Gemeinwohl - Denkmalpflege, soziale Projekte - vorgesehen.
Einige Zeitungshändler in Stuttgart stellen nun zusätzliche Mitarbeiter nur für die Annahme der Scheine ab. Schon jetzt hat der Super-Jackpot die Nachfrage nach Lottoscheinen angekurbelt. Knapp werden die Scheine aber jedenfalls in Baden-Württemberg nicht werden: Die zuständige Druckerei in Karlsruhe hat noch genügend Lottoscheine auf Lager. „Wir könnten jeden Tag eine Million Scheine produzieren, weil wir rund um die Uhr drucken“, sagte Werner Meinzer, Betriebsleiter der Druckerei. Lottoscheine werden im Rollen-Offset-Verfahren hergestellt, sie müssen maschinenlesbar sein, ihre Qualität ähnelt der von Wertpapieren. Die Karlsruher Druckerei könnte sofort an jeden Bürger Baden-Württembergs einen Lotto-schein verteilen: 10 Millionen Tipp-Formulare liegen im Lager. Die Lottostände verkaufen derzeit im Südwesten zwei Millionen Scheine pro Woche.
Moderner geworden
Für das Lottospiel „6 aus 49“ konnte in Deutschland erstmals 1955 getippt werden, aber noch nicht in allen Bundesländern. In Baden-Württemberg führte man das Glücksspiel erst 1958 ein. Den Jackpot gibt es erst seit Juni 1985. Davor gab es Gewinngrenzen, die zunächst bei 500.000 Mark, später bei einer Million Mark lagen. Doch es war politisch gewollt, das Lottospiel attraktiver zu machen und die Lottoeinnahmen zu steigern, mit denen viele Bundesländer ihre Haushalte entlasten. Der erste Jackpot im Sommer 1985 war sogleich ein Rekord-Jackpot, mit einem Gewinn von mehreren Millionen.
Die Verwaltung der Lottoeinsätze ist mit den Jahren immer moderner geworden: Seit etwa zehn Jahren setzen die Lottogesellschaften Online-Terminals ein, der Tipp wird elektronisch erfasst, die Daten an einen Zentralrechner übermittelt. Der Lottospieler bekommt eine Quittung, die Durchschrift mit Kohlepapier gibt es schon lange nicht mehr.
