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Wikia Search ist online

  • blackpope
  • 7. Januar 2008 um 15:16
  • blackpope
    Gast
    • 7. Januar 2008 um 15:16
    • #1

    Ein gutes Jahr lang hatte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales sein neues Projekt angekündigt: Mithilfe von Millionen Nutzern will der Visionär die Internetsuche revolutionieren. Seit heute ist die neue Suchmaschine Wikia Search online – kann aber nur einen Vorgeschmack auf die Revolution liefern.

    „Firmen wie Google, Yahoo und Microsoft sind Gatekeeper für Informationen geworden. Sie bestimmen, wie wir die Welt sehen“, erklärt Jimmy Wales. Mit seiner neuen Suchmaschine will er dem ein Ende bereiten. Statt wie Marktführer Google auf streng geheime Such-Algorithmen zu setzen, will Wales mit seiner Firma Wikia eine offene Websuche schaffen, bei der jeder Nutzer sehen kann, wie die Suchergebnisse zustande kommen – und sie auch beeinflussen kann.

    Seit Wales sein Vorhaben angekündigt hat, ist Wikia in aller Munde. Immer öfter wurde das Projekt in einem Atemzug mit Marktführer Google genannt, Wales´ Vision eines Google-Killers ging durch die Weltpresse. Auch geschäftlich wirkte sich der Hype positiv aus: Über 14 Millionen Dollar Risikokapital konnte Wales einsammeln, zehn Millionen davon stammen vom Internetversender Amazon. Mit der Freischaltung der ersten Testversion muss sich Wikia nun an den hohen Erwartungen messen lassen.

    Hype und Enttäuschung

    Der Tech-Blogger Michael Arrington nennt die Testversion der Suchmaschine eine Enttäuschung: „Absolut niemand wird diese Suchmaschine nutzen, bis sie nicht wesentlich verbessert worden ist“, schreibt Arrington. Damit umreißt der Kritiker das Henne-Ei-Problem sämtlicher sozialen Netze: Um erfolgreich zu sein, benötigen diese Angebote viele Nutzer. Und die kommen erst, wenn sie sich einen konkreten Vorteil versprechen.

    Der ist derzeit noch relativ gering. Als normaler Suchmaschinennutzer bemerkt man nur wenige Unterschiede zu einer etablierten Suchmaschine wie Google. Über den Ergebnissen thront ein kleiner Kasten, in dem eine Minidefinition des Suchbegriffs erscheint – freilich ist dieser Kasten zum Start der Suchmaschine leer. Wer will, kann den Mangel per Mausklick beheben und ein paar Worte zu dem Begriff hinterlassen: Das Ergebnis erscheint wie bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia sofort auf der Seite und steht anderen Nutzern zur Verfügung.

    Suchmaschine mit Profilseiten

    Wikia Search wirkt wie eine Mischung aus Google und sozialen Netzwerken wie StudiVZ oder Facebook. Die Mitglieder können Profilseiten anlegen, Fotos hinterlassen und bestimmte Suchwörter mit ihrem Profil verbinden. Wirklichen Einfluss auf das Ranking – die Reihenfolge der angezeigten Suchergebnisse – haben sie allerdings noch nicht. In Kürze will Jimmy Wales eine Funktion freischalten, bei der der Nutzer jedem Link eine eigene Wertung zukommen lassen kann: fünf Sterne für eine Top-Quelle, kein Stern für ein nutzloses Suchergebnis. Mithilfe der Nutzer will Wales so ein Suchergebnis schaffen, das frei ist von inhaltsleeren Werbeseiten, die den Anwender in die Irre führen.

    Dabei muss Wales nicht nur mit dem Branchenführer Google als Konkurrenten kämpfen. So hat zum Beispiel das Start-up Mahalo bereits im Frühjahr 2007 eine soziale Suchmaschine gestartet, deren Konzept dem von Wikia Search sehr ähnelt und das schon erste Ergebnisse liefert. Bei der Suche nach „Jimmy Wales“ verrät Mahalo zum Beispiel sofort, dass es sich hierbei um den Gründer von Wikipedia handelt – bei Wales eigener Suchmaschine fehlte ein solcher Verweis zum Start noch.

    Nutzer sollen Spam aussortieren

    Ob das Prinzip der sozialen Suche in der Breite fruchten kann, ist noch ungewiss. Firmen wie Ask.com haben sich schon vor Jahren an ähnlichen Modellen versucht und sind doch wieder bei klassischen Suchmaschinentechniken gelandet. Das Problem: Täglich erscheinen Millionen neuer Webseiten, die nicht alle manuell einsortiert werden können – und die Nutzer suchen nicht immer nach den gleichen Begriffen. Nach Angaben des Markführers Google waren 20 bis 25 Prozent der Suchanfragen völlig neuartig. Wer zum Beispiel ein bestimmtes Zitat sucht, kann von den Vorteilen sozialer Suche relativ wenig profitieren – es sei denn, die Software hinter der Suchmaschine kann die Wissenslücken der Nutzer auf intelligente Weise füllen.

    Weiterer Knackpunkt: Wikia muss seine Nutzer motivieren, nach einer Suche Rückmeldung zu geben – ohne davon einen direkten Vorteil zu haben. Beim Aufbau solcher Communities hat Jimmy Wales mit der Gründung von Wikipedia einen beispiellosen Erfolg erzielt: Täglich arbeiten Zehntausende daran, die Artikel in der Online-Enzyklopädie zu verbessern – und das völlig kostenlos. Bei anderen Projekten scheiterte Wales jedoch mit dem Community-Aufbau: So verkündete er im Frühjahr dieses Jahres die Revolution des Zeitschriftenmarktes und gründete mehrere Online-Magazine, die von den Nutzern selbst befüllt werden sollten – stieß damit aber auf wenig Interesse. Welchen Pfad Wikia Search einschlagen wird, bleibt daher spannend.

    http://search.wikia.com/wiki/Search_Wikia/de

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