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MeinVZ

  • blackpope
  • 28. Februar 2008 um 17:29
  • blackpope
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 17:29
    • #1

    StudiVZ für Erwachsene

    Deutsche Facebook-Klone: Erst kam die Studenten-Community StudiVZ, dann der Ableger SchülerVZ. Jetzt soll die Plattform MeinVZ die restlichen Altersgruppen abgreifen.

    Noch herrscht gähnende Leere bei MeinVZ: Auf der am Donnerstagvormittag gestarteten Plattform finden sich noch keine Diskussionsgruppen, keine Fotoalben, keine Flirt-Partner. Das wird jedoch nicht lange so bleiben. StudiVZ ermuntert seine Mitglieder, ihre Profile auch für die neue Plattform freizuschalten. Die Integration gehört zum Konzept: Mitglieder sollen über Plattform-Grenzen weg miteinander kommunizieren können. Und so wird es nicht lange dauern, bis Tausende von StudiVZ-Mitgliedern auch die neue Plattform bevölkern.

    An dem Erfolgsrezept wollte die Holtzbrinck-Tochter nichts ändern: das neue Netzwerk sieht exakt aus wie StudiVZ, lediglich das satte Rot wurde durch ein gedecktes Orange ersetzt. „Mit MeinVZ vergrößern wir unsere erfolgreiche Markenfamilie, zu der schon jetzt acht Millionen registrierte Mitglieder zählen“, sagt StudiVZ-Chef Marcus Riecke.

    Flirten statt arbeiten

    Die Ausweitung des Angebots war überfällig. Denn Studenten waren bei StudiVZ zuletzt fast in der Minderheit. So versammelt das Studenten-Portal derzeit fünf Millionen Mitglieder, doch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es nach offiziellen Statistiken nicht mal halb so viele Studierende.

    Zum universitären Austausch war die Plattform auch nie gedacht: Arbeitsgruppen, Mailinglisten oder Terminverwaltung gab es nicht, stattdessen dominierten Partybilder und Spaßgruppen. Das Motto heißt: flirten statt arbeiten. Technische Weiterentwicklungen scheute StudiVZ konsequent, die Plattform sieht immer noch so aus wie bei der Gründung vor gut zwei Jahren.

    Mit Englisch gegen Facebook

    Größte Neuerung: MeinVZ erscheint gleich von Beginn an auch in einer englischen Version. Damit weicht das Unternehmen von der Strategie ab, einzelne Plattformen für unterschiedliche Länder zu starten. Mit dieser Vorgehensweise war StudiVZ auch alles andere als erfolgreich: Nur in Deutschland schaffte die Webseite es, eine kritische Masse an Nutzern zu vereinen. Das jedoch mit großem Erfolg. Für viele Studenten ist die Plattform eins der wichtigsten Kommunikationsmittel, auch das vor einem Jahr gestartete SchülerVZ hat drei Millionen Mitglieder.

    Nötig wurde die Internationalisierung wegen des harten Konkurrenzkampfs. So kündigte der internationale Marktführer Facebook eine deutsche Fassung seiner Plattform an. Durch konsequente technische Weiterentwicklung ist Facebook dem deutschen Netzwerk derzeit weit überlegen: Die Mitglieder können hier nicht nur Fotos und Nachrichten austauschen, sondern unzählige verschiedene Anwendungen nutzen, um neue Freunde zu finden oder gegeneinander zu spielen. Auch in puncto Masse hat Facebook einiges zu bieten: Selbst vor dem Start der deutschen Plattform hat das US-Vorbild bereits 600 000 Mitglieder, weltweit loggen sich über 60 Millionen Nutzer bei dem US-Anbieter ein.

    Chat-System für die Community

    Um der Konkurrenz Paroli bieten zu können, hat StudiVZ Vorbereitungen getroffen. In monatelanger Arbeit haben Programmierer den technischen Unterbau der Plattform komplett überarbeitet. So kündigte Riecke die Einrichtung eines Instant-Messaging-Systems an, das den komfortableren Austausch von Nachrichten ermöglichen soll. Doch bisher ist davon nichts zu sehen – lediglich die Privatsphären-Einstellungen wurden überarbeitet.

    Die sind allerdings auch ein wunder Punkt. Seit StudiVZ im Dezember die Einführung personalisierter Werbung angekündigt hatte, ist das Unternehmen im Fadenkreuz der Datenschützer, der Verbraucherzentrale Bundesverband geht gar juristisch gegen das Unternehmen vor.

    Daten über StudiVZ-Kiffer für die Polizei

    Dass Datenschutzfragen nicht nur eine Sache von Verbraucherschützern und Bürokraten sind, musste StudiVZ-Chef Riecke erst gestern wieder erfahren. In einem Interview mit „Spiegel Online“ antwortete er auf die Frage, ob er Daten von kiffenden Studenten an die Staatsanwaltschaft herausgeben würde: „Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben.“ Bei einem studentischen Publikum kann man sich Sympathien wohl nicht einfacher verscherzen.

    QUELLE:

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