Video zeigt "Richter Gnadenlos" in offenbar eindeutiger Pose
Schill als Kokser - so ist der Ex-Innensenator Hamburgs und als "Richter Gnadenlos" verschrieene Jurist jetzt im Internet zu sehen. Ein Video zeigt Ronald Schill, wie er sich etwas in die Nase zieht und danach über die Wirkung von Koks berichtet.
http://www.youtube.com/watch?v=IAR4smowzhU
Auf dem 22-sekündigen Video, das auf Youtube zu sehen ist, reicht jemand Schill, der in Sommerkleidung auf einer weißen Couch sitzt, einen Teller, von dem aus er sich mit einem Röhrchen etwas in die Nase zieht. Vor ihm steht eine Schnapsflasche.
Schill und Kokain nichts Neues
Im Hintergrund laufen Gespräche von ebenfalls im Raum anwesenden, aber auf dem Video nicht zu sehenden Personen. Anschließend scheint er den Teller weiterzureichen. Die Wirkungen seines Tellerkonsums beschreibt Schill so: "Aber jetzt wirkt das Koks bei mir, du. Ich bin wach, ich fühle mich total wach." Wo und wie das Video entstanden ist, ist unklar.
Der Name Ronald Schill wird nicht zum ersten Mal im Zusammenhang mit Kokain gebracht. Gerüchte, ausgerechnet der "Law-and-Order-Mann" nehme Kokain, geistern Anfang 2002 bereits seit Monaten durch die Hansestadt. "Der Spiegel" spekuliert zudem, die dem damaligen Innensenator unterstehende Polizei verschone "Schickeria"-Kreise von Rauschgift-Razzien. Im Februar tritt dann in einem NDR-Magazin ein anonymer Zeuge auf. Der unkenntlich gemachte Mann sagt, er habe beobachtet, wie Schill sich "weißes Pulver" mit dem Finger auf das Zahnfleisch gerieben habe.
Aber Schill kann ein blütenweißes Drogen-Gutachten präsentieren. "Ein regelmäßiger Drogenkonsum kann ausgeschlossen werden. Für das Kokain gilt sogar gelegentlicher Konsum als unwahrscheinlich", bewerteten Rechtsmediziner aus München eine freiwillig abgegebene Haarprobe des Innensenators. Die Staatsanwaltschaft stellt ihr Ermittlungsverfahren im April 2002 ein. Schill sieht sich als Opfer einer "infamen Diffamierungskampagne". In Medienberichten heißt es, in einer längeren Version des nun aufgetauchten Videos erkläre Schill auch, wie dafür gesorgt wurde, dass sein Drogentest negativ ausfiel.
Rauswurf als Innensenator
Schills letzter öffentlicher Auftritt in Deutschland war im August 2007. Damals wollte er nach drei Jahren Aufenthalt in Brasilien im schleswig-holsteinischen Itzehoe einen Reisepass bekommen. Zu einem Comeback sagte er damals: "Ich schließe nichts aus."
Schill hatte nach seinem Rauswurf durch Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und der anschließenden Wahlniederlage Deutschland im Herbst 2004 in Richtung Karibik verlassen. Anschließend wurde er hin und wieder in Rio de Janeiro gesehen.
Mit seiner Protestpartei hatte Schill 2001 bei der Bürgerschaftswahl an der Elbe 19,4 Prozent der Stimmen geholt. Er bildete daraufhin mit CDU und FDP die Regierung. Die Koalition löste die SPD nach Jahrzehnten als Hamburger Regierungspartei ab. Schill wurde Innensenator. In seiner Zeit als Richter wurde Schill von den Medien der Name "Richter Gnadenlos" verliehen, weil er als Verfechter hoher Strafen galt und gegen straffällige Jugendliche eine harten Kurs fuhr.
