Kirchs Fernsehvertrag mit Deutscher Fußball-Liga in Gefahr
[ug] Düsseldorf/München - Der Münchener Bezahlsender Premiere hat einem Zeitungsbericht zufolge gute Chancen, sich im Streit mit Leo Kirch und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) durchzusetzen.
Das Bundeskartellamt neige dazu, den Fernsehvertrag zwischen den Clubs und dem Medienunternehmer zumindest teilweise zu Fall zu bringen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Beteiligte. Die Bonner Wettbewerbshüter sehen es demnach kritisch, dass Kirch und die DFL sämtlichen Sendern ein fertiges Programm verkaufen wollen. Nach Ansicht der Behörde würde dies den Wettbewerb auf dem TV-Markt einschränken, hieß es weiter.
Auch Premiere lasse nicht locker und verstärke den Druck auf Leo Kirch und die DFL. Der Bezahlsender als größter Geldgeber der Liga wehre sich gegen den Zwang, von Kirch vorproduzierte Bilder zu kaufen. "Das hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun", sagte Premiere-Sportvorstand Carsten Schmidt der Zeitung. Der börsennotierte Konzern will die Live-Berichterstattung auch künftig selbst übernehmen. "Wir müssen die Möglichkeit haben, uns von den Wettbewerbern abzusetzen", sagte Schmidt.
Die DFL hatte die Fernsehrechte der Bundesliga im vorigen Jahr überraschend für rund 500 Millionen Euro pro Spielzeit an den Münchener Medienunternehmer Kirch verkauft, dessen verschachteltes Medienimperium 2002 zusammengebrochen war. Kirchs neues Unternehmen Sirius will nicht nur die Übertragungsrechte der Spiele vermarkten, sondern zudem ein bereits fertig produziertes Programm. Das wäre ein Novum in der deutschen Fernsehgeschichte. (dpa)
Quelle:digital fernsehen
