Fußball im TV: Hoffen und Bangen - Angst vor Preisdrücker Murdoch
Nach dem negativen Votum des Bundeskartellamtes zittert die Fußball Bundesliga bei der Vermarktung der Fernsehrechte nach einem Zeitungsbericht nun vor einer etwaigen Preistreiberei des Premiere-Mitinhabers Rupert Murdoch.
Weil die Behörde entscheidende Details der Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und Leo Kirchs Firma Sirius untersagt habe, gelte es als sehr wahrscheinlich, dass die Rechte wie bisher an die ARD im Free-TV und Premiere im Pay-TV gehen, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Dienstag. Dass Premiere voraussichtlich als Monopolist agieren könne, sei für Murdoch eine perfekte Ausgangssituation. Die Branche rätsele aber noch, wie er sie ausgestalten wolle, schreibt die Zeitung. Murdoch könnte den Preis von bislang 240 Millionen Euro im Jahr erheblich senken. Von Einbußen bis zu 40 Millionen Euro sei die Rede, hieß es. Premiere steuert den Löwenanteil der Fernsehgelder bei.
Die Empfehlung des Kartellamts sei auf den ersten Blick ein Segen für die Freunde der samstäglichen ARD-"Sportschau", sie "könnte sich aber auch als Pyrrhussieg entpuppen", sagte DFL-Vorstand Andreas Rettig der "FTD". Denn die Behörde liefere Argumente für die Kritiker der zentralen Vermarktung, die eine gerechte Verteilung der Fernsehgelder auf alle 36 Profiklubs garantieren soll.
Der Fußball-Bundesligist Bayern München erwägt unterdessen eine Schadenersatzklage gegen das Bundeskartellamt (SAT+KABEL berichtete). Derzeit kassiert die Deutsche Fußball Liga nach eigenen Angaben 420 Millionen Euro jährlich für Free- und Pay-TV-Rechte. Die Kooperation mit der Sportrechteagentur Sirius, die der DFL 500 Millionen Euro pro Saison garantierte, wird aufgrund des Vetos der Kartellhüter voraussichtlich noch in diesem Monat beendet.
