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Social-Networking-Portale gefährden Privatsphäre

  • Wrussi
  • 7. Oktober 2008 um 22:06
  • Wrussi
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    • 7. Oktober 2008 um 22:06
    • #1

    Social-Networking-Portale gefährden Privatsphäre

    Hallo, liebe Leser,

    ob privat oder geschäftlich, immer mehr Menschen pflegen ihre Kontakt mit Hilfe von Internetplattformen, in denen sie Persönlichkeitsprofile anlegen. Diese Social-Networking-Plattformen verlangen von ihren Nutzern bei der Registrierung viele private Daten, bieten aber nur wenig Möglichkeiten, diese persönlichen Informationen vor ungewollten Zugriffen zu schützen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt, das die beliebtesten Internetplattformen zur privaten und geschäftlichen Kontaktpflege untersucht hat.

    "Von den getesteten Plattformen konnte keine vollständig überzeugen", sagt Studienautor Andreas Poller vom Fraunhofer-Institut SIT. "Von der Nutzung mancher Dienstfunktionen ist sogar abzuraten, weil die Zugriffskontrollen teilweise einfach nicht funktionieren oder ganz fehlen." Die Studie steht im Internet unter Fraunhofer-Institut SIT START zum Download bereit. Neben den Detailergebnissen enthält sie auch Ratschläge, wie man seine persönliche Daten in den einzelnen Plattformen am besten schützt.

    Getestet wurden die Plattformen facebook, studiVZ, myspace, wer-kennt-wen, lokalisten sowie die geschäftlich orientierten Portale XING und LinkedIn. Unter den Plattformen für den privaten Gebrauch erzielte facebook das beste Ergebnis, wenngleich selbst diese Plattform erhebliche Schwächen offenbarte. Die meisten Negativbewertungen erhielten die lokalisten.

    Von den zwei getesten Geschäftsplattformen bietet LinkedIn bessere Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre als XING: Zum einen erlaubt LinkedIn eingeschränkt die Nutzung eines Pseudonyms, zum anderen lässt sich der Account leichter kündigen und die persönlichen Daten besser entfernen. "LinkedIn schnitt in Sachen Pseudonymisierung sogar am besten ab", so Poller, "obwohl diese Form der Kommunikation im geschäftlichen Alltag eher wenig genutzt wird. Das hat uns schon überrascht."

    Neben der Wirksamkeit der Zugriffskontrolle und deren Steuerungsmöglichkeit wurden auch die Standardkonfiguration der jeweiligen Plattform sowie deren Verschlüsselungsmöglichkeiten bewertet. "Keine Plattform konnte in allen Bereichen überzeugen, andererseits konnten wir für fast jeden Bereich einen Vertreter finden, der ausreichenden Schutz bietet", so Poller. "Wenn man die Schutzmöglichkeiten der getesteten Angebote kombinieren würde, wäre das Ideal erreicht, aber die Plattformen scheinen kein durchgängiges Konzept zum Schutz der Privatsphäre zu verfolgen."

    Die Tester meldeten sich als Normalnutzer an, um die Einstellungsmöglichkeiten zu testen. Anschließend schlüpften sie in die Rolle des Angreifers und prüften die Wirksamkeit der Konfiguration, indem sie versuchten, an persönliche Daten aus selbsterstellten Profilen zu gelangen. Mit Hilfe spezieller Suchmaschinen kamen sie zum Beispiel in den Besitz geschützter Bilder, obwohl diese gar nicht für die Öffentlichkeit freigegeben waren. Auch die politische Orientierung oder der Familienstatus ließ sich trotz Sperrung der Daten ermitteln, und selbst nach Aufgabe der Mitgliedschaft blieben bei einer Plattform die persönlichen Gästebuch- und Foreneinträge bestehen. "Das kann für den Benutzer mitunter sehr peinlich werden. Aber auch Phishingbetrüger und Angreifer, die es auf Firmengeheimnisse abgesehen haben, freuen sich natürlich über solche Informationen. Denn damit können sie sich leichter das Vertrauen der Nutzer oder anderer Personen erschleichen", sagt Poller.

    Ziel der Studie ist es, ein erstes Rahmenwerk für die Beurteilung des Privatsphärenschutzes von Plattformen zur Pflege sozialer Netzwerke aufzustellen.

    Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit unserem heutigen Newsletter.

    Mit privatem Gruß

    Torsten Kieslich


    Quelle:
    Computerwissendaily - Der tgliche Informationsdienst rund um Ihren PC

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