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6244 kranke Kinder durch Gift-Milchpulver in China

  • Gismo123
  • 17. September 2008 um 10:54
  • Gismo123
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    1.600
    • 17. September 2008 um 10:54
    • #1

    In dem Skandal um verseuchtes Babymilchpulver in China sind inzwischen mindestens drei Kinder gestorben und 6244 Säuglinge erkrankt. Wie Gesundheitsminister Chen Zhu Peking mitteilte, litten 158 Kinder unter «ernsthaften Nierenprobleme» durch das Milchpulver.


    1327 der erkrankten Kleinkinder seien noch im Krankenhaus. Der Einsatz der verbotenen Chemikalie Melamin scheint in Chinas Milchindustrie weit verbreitet zu sein. In Milchpulverprodukten von 22 Produzenten sei die Chemikalie inzwischen gefunden worden, berichtete der Leiter der staatlichen Qualitätsaufsicht, Li Changjiang.

    Bei Untersuchungen wurden 14 Prozent oder 69 Lieferungen von 491 getesteten Fertigungsreihen beanstandet. Stichproben seien bei 109 Produzenten genommen worden. Mit rund 5000 Inspekteuren in 1400 Ermittlungsteams laufe eine landesweite Untersuchung der Milchindustrie. Vier Milchhändler sind bereits verhaftet worden und haben gestanden, ihre Milch mit der Chemikalie gepanscht zu haben. Außer dem führenden Hersteller Sanlu sind jetzt auch bekannte Markennamen wie Mengniu, Yili, Yashili oder die Shanghaier Bright Dairy betroffen. Milchpulver wurde auch exportiert.

    Die Unternehmen Yashili aus der Südprovinz Guangdong und Qingdao Suokang in der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao hätten in Länder wie Bangladesch, Jemen, Birma, Burundi und Gabon exportiert, berichtete Qualitätschef Li Changjiang. Die Produkte würden zurückgezogen, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Belastungen mit Melamin in Sanlu-Produkten waren nach diesen Angaben besonders hoch. Mit der gefährlichen Chemikalie, die in der Industrie als Bindemittel eingesetzt wird, wurde der Proteingehalt in qualitativ minderwertiger oder verdünnter Milch künstlich erhöht.

    Der Skandal, der wochenlang vertuscht worden war, hat auch erste personelle Konsequenzen. Die Vorstandsvorsitzende und Parteichefin des Herstellers Sanlu mit Sitz in Shijiazhuang in der Provinz Hebei, Tian Wenhua, wurde entlassen. Auch der für landwirtschaftliche Produktion zuständige Vizebürgermeister von Shijiazhuang, die jeweiligen Chefs der städtischen Viehverwaltung, der Nahrungs- und Arzneimittelaufsicht und der Qualitätsinspektion verloren wegen Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht ihre Posten.

    © DPA

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