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Wirtschaft schrumpft zum zweiten Mal in Folge

  • Gismo123
  • 14. November 2008 um 07:12
  • Gismo123
    Meister
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    10.150
    Beiträge
    1.600
    • 14. November 2008 um 07:12
    • #1

    [SIZE="4"]Deutschland steckt in der Rezession: Die Finanzkrise und der weltweite Konjunktureinbruch haben die deutsche Wirtschaft erstmals seit fünf Jahren in zwei Quartalen hintereinander schrumpfen lassen.[/SIZE]


    Der Abschwung beschleunigte sich im dritten Quartal mit einem Minus von 0,5 Prozent. Wegen der düsteren Aussichten rund um den Globus rechnet die Wirtschaftsorganisation OECD mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit auch in Europa. Im Kampf gegen die Flaute billigten die Bundestagsfraktionen in Berlin mit großer Mehrheit das Milliarden- Konjunkturprogramm der Bundesregierung.

    Im dritten Quartal sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das war etwas mehr als im Vorquartal mit einem Minus von 0,4 Prozent. Zwei Rückgänge in Folge hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2003 gegeben. Das Wachstum wurde vom starken Euro und den hohen Ölpreisen gebremst, die Exporte brachen wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft ein. Positive Impulse aus dem Inland vom Konsum konnten dies nicht ausgleichen.

    Für das Gesamtjahr 2008 sind die Vorhersagen trotz des Einbruchs noch positiv. Dank des starken Jahresauftakts soll die Wirtschaft dieses Jahr laut Prognose der fünf «Wirtschaftsweisen» um rund 1,7 Prozent wachsen - das wäre etwas mehr als im langjährigen Trend. Nach den ersten drei Quartalen stehen laut Statistik 1,8 Prozent unter dem Strich. Für 2009 sind die Wirtschaftsweisen dagegen pessimistischer und erwarten kein Wachstum mehr.

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert einen Absturz vieler Industrienationen in die Rezession. Voraussichtlich bis zum Beginn des zweiten Halbjahres 2009 werde die Wirtschaft in den USA und in der Eurozone schrumpfen, hieß es in Paris. In der Eurozone sei bis Ende 2010 ein Anstieg der Erwerbslosenquote auf 9,0 Prozent zu befürchten, teilte die OECD mit. Derzeit liege die Quote bei 7,4 Prozent.

    Die Fraktionen von SPD und Union billigten das Konjunkturprogramm der Bundesregierung fast einstimmig, nur in der Unionsfraktion gab es nach Teilnehmerangaben eine Gegenstimme. Mit dem Programm erhofft sich die Bundesregierung, Investitionen und Anschaffungen in einem Umfang von 50 Milliarden Euro anzustoßen. Das Gesetz soll Ende November durch den Bundestag gebracht werden.

    Beim Kauf jeglicher Art von Neuwagen entfällt die Kfz-Steuer, wenn das Auto zwischen dem 5. November 2008 und Ende Juni 2009 angemeldet wird. Außerdem sieht das Paket Investitionen in die Infrastruktur, bessere Möglichkeiten für die Wirtschaft zur Steuerersparnis und die Förderung von Aufträgen für das Handwerk vor.

    Für das Gesamtjahr 2009 rechnet die OECD in ihren 30 Mitgliedstaaten mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um 0,3 Prozent. In den USA werde die wirtschaftliche Aktivität um 0,9 Prozent zurückgehen, in der Eurozone um 0,5 Prozent. Eine leichte Erholung sei ab Mitte des kommenden Jahres zu erwarten. Zahlen für Deutschland will die OECD am 25. November veröffentlichen.

    Auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragte Experten zeichnen ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Aussichten im Euro- Raum. Sie rechnen bis 2010 mit deutlich weniger Wachstum als noch im Sommer prognostiziert, heißt es im Monatsbericht November der EZB. Für das laufende Jahr wird nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,2 (Juli-Umfrage: 1,6) Prozent vorhergesagt. Die Erwartung für 2009 wurde um einen ganzen Punkt auf 0,3 Prozent gekappt, für 2010 wird nur noch ein reales Wachstum von 1,4 (bisher 1,8) Prozent erwartet.

    «Die deutsche Wirtschaft ist wegen ihres hohen außenwirtschaftlichen Offenheitsgrades und der starken Abhängigkeit von der Exportnachfrage besonders anfällig gegenüber globalen Schocks», schrieb die Deutsche Bundesbank in einer Stellungnahme.

    Von Juli bis Ende September brachen die Ausfuhren als wichtiger Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft weg. Da die Importe zugleich stark zulegten, trug der Außenhandel nicht zum Wachstum bei. Aus dem Inland verzeichneten die Statistiker dagegen einige positive Impulse: Die privaten und öffentlichen Konsumausgaben stiegen leicht und die Firmen bauten ihre Lager auf. Das reichte aber nicht zum Ausgleich für das Exportminus aus.

    Unter Experten gibt es mehrere Definitionen von Rezession: Einige sprechen davon, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander nicht wächst. Andere benutzen den Begriff erst dann, wenn die Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres hinter das Vorjahr zurückfällt. Das Bruttoinlandsprodukt misst den Wert aller produzierten Güter und Dienstleistungen.

    © DPA

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