YouTube muss Warner-Musikvideos löschen
Keine Musikvideos mehr bei YouTube
Es geht um Clips von Madonna, Metallica und anderen Superstars: Warner Music hat der Videoseite YouTube die Zusammenarbeit aufgekündigt und verlangt eine höhere Beteiligung an den Werbeeinnahmen.
Verhandlungen mit YouTube gescheitert
Die Warner Music Group hat die Videoplattform YouTube am Samstag aufgefordert, sämtliche Musikvideos ihrer Künstler von der Seite zu löschen. Zuvor waren Verhandlungen um eine höhere Beteiligung an den Werbeeinnahmen der Website gescheitert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach könnten mehrere hunderttausend Videoclips auf der Seite betroffen sein, darunter von bekannten Künstlern wie Madonna, Metallica, R.E.M. und den Red Hot Chili Peppers.
YouTube eigentlich wichtige Einnahmequelle für Plattenfirmen
Man könne Bedingungen nicht hinnehmen, nach denen Künstler und Plattenfirmen nicht angemessen und fair entlohnt würden, gab Warner bekannt - und verlangt von YouTube, das rechtliche Geschützte Material der unter Vertrag stehenden Künstler von der Seite zu löschen. Dabei ist YouTube für die Musikbranche, die immer weniger CDs absetzen kann, längst zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden.
Ausschüttungen blieben hinter Erwartungen zurück
YouTube hat mit Plattenfirmen Verträge geschlossen und zahlt ihnen eine Beteiligung an Werbeeinnahmen. Typischerweise bekommen die Musikfirmen sowohl einen Anteil an den Werbeeinnahmen, die YouTube mit dem Video erzielen kann, als auch eine sehr geringe Summe für jeden Abruf des Clips. Viele Millionen Abrufe, so das Kalkül, würden so zu einer substantiellen Ausschüttung führen. Wie Reuters berichtet, soll diese Summe für Warner aber weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sein.
Professionelle Clips lassen sich gut vermarkten
Jetzt lässt der Musikriese Warner seine Muskeln spielen und zieht seine Videos zurück. Die Entscheidung trifft zunächst YouTube, denn professionell produzierten Musikclips machen einen großen Teil der Zugriffe aus. Auf sieben der zehn meistgesehenen Channels läuft Musik. Außerdem lassen sich die populären Clips weitaus besser vermarkten als wackelige Home-Videos mit fragwürdigem Inhalt. Nun muss YouTube etliche Clips aus dem Programm nehmen und damit auch noch die eigenen Nutzer verärgern.
Warner verzichtet auf große Zielgruppe
Dafür muss Warner Music ohne einen Deal mit YouTube auf Einnahmen verzichten. Dabei hat die Videoplattform der Musikindustrie eine gigantische Zielgruppe anzubieten: Im Oktober hatte die Seite nach Zahlen der Firma Comscore mehr als hundert Millionen Nutzer allein in den USA.
Musik-Videos liefen völlig legal bei YouTube
Warner Music war 2006 die erste große Firma, die einen Vertrag mit YouTube über die Nutzung von Musikvideos gegen die Beteiligung an den Werbeeinnahmen abgeschlossen hatte. Fortan liefen die Musikvideos des Kooperationspartners völlig legal auf YouTube. Wenig später wurde die so mit einem Geschäftsmodell ausgestattete Videoplattform für 1,65 Milliarden Dollar von Google übernommen.
Konkurrenten noch online
Auch die Warner-Konkurrenten Universal Music Group und Sony BMG Music Entertainment haben Verträge mit YouTube abgeschlossen. Die großen Plattenfirmen würden dadurch zweistellige Millionenbeträge bekommen, sagte Universal-Manager Rio Caraeff der Nachrichtenseite Cnet. Laut einem Brancheninsider könnte allein Universal in diesem Jahr rund hundert Million Dollar mit Musikvideos im Internet einnehmen.
Quelle: t-online
Gruss burmtor
