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Missbrauchsverfahren Primacom/KDG: FRK befürchtet massive Preiserhöhungen

  • tuete2501
  • 30. Dezember 2009 um 15:30
  • tuete2501
    Moderator
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    • 30. Dezember 2009 um 15:30
    • #1

    [color="Lime"]Missbrauchsverfahren Primacom/KDG: FRK befürchtet massive Preiserhöhungen[/color]

    Sollte das von dem Kabelnetzbetreiber Primacom angestoßene
    Missbrauchsverfahren gegen Kabel Deutschland negativ ausgehen, befürchtet
    FRK-Sprecher Heinz-Peter Labonte massive Preiserhöhungen bei den
    Kabelanschlussgebühren. Bei dem Verfahren geht es um die Tarife, zu denen
    die KDG die TV-Signale als NE3-Betreiber an andere Kabelunternehmen
    liefert. Primacom hatte diese Preise als zu hoch bezeichnet. Labonte hofft,
    „dass Primacom Recht bekommt und der Wettbewerb mit den
    Regionalgesellschaften nicht auch noch mit Unterstützung der
    Bundesnetzagentur verzerrt wird.“

    Digitalmagazin: Herr Labonte, Sie befürchten bei einem für die
    Primacom negativen Ausgang ihres Missbrauchsverfahrens gegen die KDG
    massive Preiserhöhungen für die unabhängigen Kabelnetzbetreiber und deren
    Kunden. Was würde dies konkret bedeuten?

    Labonte: Die mittelständischen unabhängigen Kabelnetzbetreiber
    aus Handwerk und Wohnungswirtschaft (uKNB), die bisher ihr Fernseh- und
    Radiosignal für die Weiterleitung an ihre Kunden an einem Übergabepunkt der
    Regionalgesellschaften (Kabel Deutschland, Unity Media, Kabel BW)
    angeliefert bekamen, müssen mit massiven Preiserhöhungen von bis zu über 50
    Prozent rechnen, wie wir und unsere Kunden das bereits Anfang dieses
    Jahrzehntes erfahren mussten. Für unsere Kunden würde dies ebenfalls
    massive Preiserhöhungen bedeuten, weil wir diese Lieferantenpreise ja nicht
    anderweitig auffangen können.

    Digitalmagazin: Warum hat sich der FRK in Bonn beiladen
    lassen?

    Labonte: Weil aus unserem Mitgliederbereich immerhin rund 40
    Prozent der belieferten Haushalte, d.h. ca. eine Million Endkunden, noch
    über die Weiterleitung der Signale dieser Regionalgesellschaften beliefert
    werden. Darüber hinaus würde eine solche für Primacom negative Entscheidung
    darauf hindeuten, dass die Bundesnetzagentur über die Aufgabe der „Markt 18“
    genannten Möglichkeit der Regulierung dieses mittelständischen
    Marktsegmentes nachdenkt und damit Rabatte für uKNB verhindert würden.
    Dadurch würden für uns wieder weitere Kartellbeschwerden nötig, die sicher
    nicht zur Kundensicherheit beitrügen.

    Digitalmagazin: Welchen Ausgang erhoffen Sie von dem Verfahren der
    Bundesnetzagentur?


    Labonte: Ganz einfach: Dass Primacom Recht bekommt und der
    Wettbewerb mit den Regionalgesellschaften nicht auch noch mit Unterstützung
    der Bundesnetzagentur verzerrt wird. Und natürlich, dass die
    Bundesnetzagentur sich ihrer Verantwortung auch für diesen Markt bewusst
    bleibt. Ansonsten sollte dieses Marktsegment wettbewerbsstrukturell dem
    Bundeskartellamt zugeordnet werden und der Bundesnetzagentur die
    Zuständigkeit für Preisregulierung dieses Marktsegments entzogen bzw. das
    TKG entsprechend geändert werden, wenn sie sich nur noch für die großen
    Wirtschaftsstrukturen zuständig fühlen sollte. Aber wir werden erst nach
    der Entscheidung (am 23.12. bzw. nach Weihnachten) beurteilen können, für
    welchen Weg sie sich entscheidet. Ich hoffe gegen die Vernichtung
    mittelständischer Strukturen und für die Sicherung des Wettbewerbs.

    Digitalmagazin: Sind die aktuellen Zulieferpreise der KDG
    angemessen?


    Labonte: Es geht nicht nur um die KDG, sondern auch um die
    anderen Regionalgesellschaften. Die Preise wären dann angemessen, wenn sie
    nicht in Verbindung mit zumindest merkwürdigen Verhaltensweisen an den
    Übergabepunkten in Verbindung mit anderen Telekommunikationsangeboten
    intransparent würden und darüber hinaus auch für Dumpingpreisangebote im
    TV- und Radiosektor Tür und Tor öffnen würden. Darüber wird aber je nach
    Ausgang des Primacom-Verfahrens noch vor dem Kartellamt zu reden sein.

    Digitalmagazin: Was empfehlen Sie FRK-Mitgliedern, die ihre Signale
    noch von der NE3 beziehen?


    Labonte: Um ganz sicher zu gehen: Schaltet den Übergabepunkt ab
    und baut Eure eigene Rundfunk- oder Kabelempfangsanlage (Sat ZF oder
    Kabelkopfstelle) auf und sucht Euch gegebenenfalls fürs Triple Play einen
    zur fairen Umsatzteilung und Kooperation fähigen und auch dazu bereiten
    Partner, damit Ihr neben der Möglichkeit des technischen auch die Chance
    für ein Vertrags-Triple-Play anbieten könnt. Und falls hierzu
    Unsicherheiten bestehen, gibt es ausreichenden Rat im FRK. Ansprechpartner
    auf der Homepage http://www.kabelverband-frk.de/.

    Digitalmagazin: Herr Labonte, vielen Dank für das Gespräch.


    http://www.kabelverband-frk.de/

    Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst
    „Digitalmagazin“.

    [color="Lime"][SIZE="1"]Quelle[/SIZE][/color]

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