Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech lehnt ein schärferes Waffengesetz ab. Vielmehr wolle er sich für das Verbot von sogenannten Killerspielen einsetzen. Diese seien "abartig und gefährlich", so der CDU-Politiker.
Längst ist die politische Debatte um das Verbot von sogenannten Killerspielen schon ausdiskutiert, doch trotzdem ergreifen wieder und wieder konservative Stimmen die Gelegenheit, sich erneut zu diesem Thema zu äußern. Nun hat sich der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech diesem Thema gewidmet.
Eine Definition für Killerspiele konnte der 59-jährige CDU-Politiker nicht liefern. Nichtsdestotrotz ist er sich sicher, dass diese nichts Gutes mit sich bringen: "Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot ernst machen", so der Innenminister gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Den baldigen Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen will man zum Anlass nehmen, um sich für ein Verbot dieser Spiele starkzumachen.
Beim jetzigen Waffengesetz sieht Rech kein Änderungsbedarf. Auf die Forderung, die Richtlinien für den Besitz von großkalibrigen Waffen zu verschärfen, entgegnet er, dass in Deutschland schon eines der strengsten Waffengesetze in ganz Europa bestehe. Bereits im Juli vergangenen Jahres habe man das Waffengesetz verschärft. Man soll "erst einmal schauen, wie sich das im Juli 2009 verschärfte Waffenrecht auswirkt", so der Politiker. "Natürlich ist die Verfügbarkeit von Waffen ein Risikofaktor auch für Amoktaten", ergänzt Rech. Man müsse auch sehen, dass es in keinem Bereich hundertprozentige Sicherheit und hundertprozentigen Schutz gibt. "Ich setze sehr auf die Verantwortung von Vereinen und Verbänden."
Hintergrund seiner Aussagen ist der Amoklauf von Winnenden, der kommende Woche seinen Jahrestag hat. Der 17-jährige Schüler Tim K. erschoss am 11. März 2009 in den Orten Winnenden und Wendlingen 15 Menschen. Danach nahm er sich das Leben.
Q: gulli.com
