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  3. Szene News

Unerwünschte Bilder - Iran sabotiert Europas TV-Satelliten

  • Reppo
  • 31. März 2010 um 10:00
  • Reppo
    Super Moderator
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    69.655
    Beiträge
    12.683
    • 31. März 2010 um 10:00
    • #1

    Um kritische Töne aus dem Ausland auszusperren, attackiert die Führung in Teheran mit Störsignalen auch europäische Kommunikationssatelliten. Die Uno hat die Aktionen verurteilt - doch kaum Mittel, die Angreifer zur Raison zu bringen.

    Er ist der größte und leistungsstärkste europäische Fernsehsatellit - und doch hat "Hot Bird 8" keine Chance, wenn die Mullahs einschreiten. Dann verschwinden augenblicklich die persischen Dienste von BBC und Voice of America von den Fernsehschirmen - und zwar im gesamten Sendegebiet des Satelliten. Auch das arabische Programm der Deutschen Welle (DW) hat keine Chance. "Wir hatten im Dezember und Februar Störungen. Zusammen sind über 30 Stunden Programm ausgefallen", sagt DW-Sprecher Johannes Hoffmann im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.


    Die Attacken, so Hoffmann, seien ein "gezielter Akt, um Berichterstattung zu unterbinden". Probleme habe es zum Beispiel während der iranischen Revolutionsfeiern gegeben. "Das passiert nicht zufällig", meint auch Vanessa O'Connor vom Satellitenbetreiber Eutelsat. Die BBC und Voice of America registrierten die vorerst letzten Störversuche am 20. März. Die Führung in Teheran tut alles in ihrer Macht stehende, um Informationen aus dem Ausland zu unterdrücken. Und das geht oft erstaunlich einfach. Denn obwohl "Hot Bird 8" in seinem geostationären Orbit rund 36.000 Kilometer von der Erde entfernt ist, lässt er sich leicht sabotieren. Das gleiche gilt für viele andere Satelliten. Dazu müssen die iranischen Störer nur ein kräftiges Signal in Richtung der fliegenden Nachrichtenzentrale schicken. Dafür verwenden sie dieselbe Frequenz, auf der sonst das Programm von einer regulären Bodenstation ankommen würde.
    Dieser sogenannte Uplink startet im Fall der Deutschen Welle im Hochtaunuskreis, an der Erdfunkstelle Usingen. Rund 90 Parabolantennen stehen dort. "Der Satellit kann aber nicht bestimmen, ob das Signal aus Usingen oder aus Teheran kommt", sagt DW-Chefingenieur Horst Scholz. Im Zweifelsfall entscheidet sich das Fluggerät deswegen für den stärkeren Datenstrom - und kann so hinters Licht geführt werden.
    Genau das ist offenbar "Hot Bird 8" passiert. Eutelsat-Mitarbeiter konnten die Störsignale auf ihren Kontrollmonitoren problemlos sehen - und nichts dagegen tun: konstante Amplitude, konstante Frequenz, starke Sendeleistung. Mit einer speziellen Software namens Sat-ID ließ sich auch die Quelle der Behinderung feststellen. Sie lag in Teheran.

    "Diese Dinge brauchen Zeit"

    Aufgeschreckt informierte der Satellitenbetreiber die zuständige französische Telekom-Regulierungsbehörde Agence Nationale des Fréquences. Die wandte sich wiederum in einem vierseitigen Fax, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, an die Iraner. Eine Kopie der Beschwerde ging außerdem an das zuständige Uno-Gremium. Dieses sogenannte Radio Regulations Board der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) trifft sich regelmäßig in Genf.
    Normalerweise geht es bei den Sitzungen höchst technisch zu. Ein Dutzend Fachleute besprechen dabei Probleme durch Frequenzstörungen. Solche Fälle kommen immer wieder einmal vor, in der modernen Kommunikationsgesellschaft sind freie Frequenzen Mangelware. Gezielte Störungen sind eher selten, auch wenn es bereits im Sommer 2009 Beschwerden über Iran gegeben hatte.
    Dieses Mal fanden die Uno-Experten für ihre Verhältnisse deutliche Worte. Iran werde "dazu gedrängt", die Störung der Eutelsat-Satelliten zu beenden. Die Iraner hatten zuvor noch ihre Unschuld beteuert: Man wisse nichts von einer Behinderung, werde sich aber in aller Eile auf die Suche danach machen.


    Iraner senden über den gleichen Satelliten, den sie sabotieren


    Das Thema dürfte auch bei den nächsten ITU-Treffen eine Rolle spielen. Doch in der Praxis kann die Uno, wie so oft, kaum etwas gegen die Störenfriede unternehmen. "In solchen Fällen appelliert das Radio Regulations Board an den guten Willen und die Hilfsbereitschaft seiner Mitgliedstaaten, um eine Lösung zu finden und das neuerliche Auftreten störender Funksignale zu verhindern", sagt ITU-Sprecher Sanjay Acharya im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Die Iraner müssten es "zur höchsten Priorität" machen, die Quelle der Störungen zu finden. Doch dass Teheran daran Interesse hat, ist mehr als zweifelhaft. Die Europäische Union kann sich indes nicht dazu durchringen, im Gegenzug iranische TV-Sendungen zu blockieren. Und so wird sich die Angelegenheit noch eine Weile hinziehen. "Diese Dinge brauchen Zeit. Wir haben die Geduld, das hinzunehmen", sagt Eutelsat-Sprecherin O'Connor. Der Satellitenbetreiber hat einstweilen die Verbreitung einiger Programme geändert. Sie werden inzwischen über andere Satelliten abgestrahlt - und zwar solche, die von Uplinks aus Iran nicht erreicht werden können, aber trotzdem ihr Programm über der Golfregion abstrahlen.

    Freilich sind nicht alle Sender auf "Hot Bird 8" von der elektronischen Sabotage betroffen. Der staatliche Sender Islamic Republic of Iran Broadcasting etwa strahlt sein Auslandsprogramm "Press TV" ebenfalls über "Hot Bird 8" aus - und zwar bisher störungsfrei.


    Quelle: SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

  • killaone
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    2.161
    • 31. März 2010 um 10:20
    • #2

    dann soll Eutelsat doch alle Sender aus dem Iran rauswerfen, aber das ist denen dann auch sicher nicht recht, da sie ja dann auch Kohle verlieren würden.

    Aber bringen tut auch das ja nix, sondern verärgert das Volk im Iran sicher noch mehr.

  • Capt.Solo
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    1.093
    • 31. März 2010 um 20:53
    • #3
    Zitat von killaone;338432

    dann soll Eutelsat doch alle Sender aus dem Iran rauswerfen, aber das ist denen dann auch sicher nicht recht, da sie ja dann auch Kohle verlieren würden.

    Aber bringen tut auch das ja nix, sondern verärgert das Volk im Iran sicher noch mehr.

    Das Iran auf dem Weg zu einer Atommacht ist , stört kaum jemanden ....
    werden TV Bilder gestört ..... alle rufen ... HILFE ......
    Glaubt die " Welt " wirklich, das es auch nur einen Iraner stört , das dort Völkermord begangen wird ????????????? und " wir " , der Westen soll das den Iranern erzählen ????? Da gibt es Dörfen , die noch die Nachrichten per Trommel verbreiten und den Leuten soll per Sat erklärt werden was im Iran los ist :) ???? Das wissen die Iraner viel viel besser als vieralle :)

  • Gast
    Gast
    • 1. April 2010 um 01:16
    • #4

    Ist das dein ernst? Wie soll man deinen Beitrag verstehen?
    Das alle Iraner Hinterwäldler sind, die keinen Strom haben und es ganz toll finden wenn ihre Regierung wahllos Leute tötet?
    Ich weis nicht, ob du es mitbekommen hast, aber auch im Iran gibt es eine Opposition, die organisiert Demos z.B. über Handys und übers Internet. Aber das können sich nicht alle leisten, an eine passende Sat-Anlage + Fernseher kommen da wohl schon mehr Leute ran, vor allem wenn der Staatssender auf dem selben Satelliten läuft. Es reicht da ja schon eine pro Dorf oder gleich für mehrere Dörfer.
    Un wenn es nur ein paar tausend sind, die sich darüber informieren können, die können die Information ja über andere Wege weitergeben.

    Oder wie war das vor 30 Jahren mit Westfernsehen? Klar bekommt man dort auch kein klares Bild von der Außenwelt, aber eben einen Gegenpol.

    Woher weist du, ob der Iran auf dem Weg zu einer Atommacht ist? Die Führung in Teheran behauptet: Nein. Wir kennen mehr oder weniger beide Seiten der Geschichte und die Iraner sollen das nicht oder wollen das gar nicht?

  • Capt.Solo
    Profi
    Punkte
    5.725
    Beiträge
    1.093
    • 1. April 2010 um 23:13
    • #5
    Zitat von scp;338587

    Ist das dein ernst? Wie soll man deinen Beitrag verstehen?
    Das alle Iraner Hinterwäldler sind, die keinen Strom haben und es ganz toll finden wenn ihre Regierung wahllos Leute tötet?
    Ich weis nicht, ob du es mitbekommen hast, aber auch im Iran gibt es eine Opposition, die organisiert Demos z.B. über Handys und übers Internet. Aber das können sich nicht alle leisten, an eine passende Sat-Anlage + Fernseher kommen da wohl schon mehr Leute ran, vor allem wenn der Staatssender auf dem selben Satelliten läuft. Es reicht da ja schon eine pro Dorf oder gleich für mehrere Dörfer.
    Un wenn es nur ein paar tausend sind, die sich darüber informieren können, die können die Information ja über andere Wege weitergeben.

    Oder wie war das vor 30 Jahren mit Westfernsehen? Klar bekommt man dort auch kein klares Bild von der Außenwelt, aber eben einen Gegenpol.

    Woher weist du, ob der Iran auf dem Weg zu einer Atommacht ist? Die Führung in Teheran behauptet: Nein. Wir kennen mehr oder weniger beide Seiten der Geschichte und die Iraner sollen das nicht oder wollen das gar nicht?

    Dann frag mal " deine " Opposition was die davon halten , was die Führung in Teheran sagt :sheep:
    Übrigens Führung ist ein passender Ausdruck , hatten wir nicht auch mal ne " Führung " .... gut das die 1945 " abgewählt " wurde.

  • Gast
    Gast
    • 4. April 2010 um 22:42
    • #6

    Eben, die Opposition glaubt nicht an das bzw. hält nichts von dem, was die Führung von sich gibt, weil sie auch andere Informationen haben.
    Die "Führung" unserer dunklen Vergangenheit hat ihre Propaganda damals auch erfolgreich über Radio (Volksempfänger) und Fernsehen (Fernsehsender Paul Nipkow) verbreitet. Ob Deutsche damals BBC oder ähnliches empfangen konnten weis ich nicht.

  • Blubber
    Gast
    • 6. April 2010 um 11:43
    • #7

    Ist mir egal wer da führt und wo das hinführt....

    Ich will die Adresse im Iran wo der Sender steht???

    Ich muss das ding haben.................:D

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