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DFB und DFL

  • blackpope
  • 26. Februar 2008 um 20:57
  • blackpope
    Gast
    • 26. Februar 2008 um 20:57
    • #1

    DFB und DFL im Visier des Kartellamts

    Die Dachverbände des deutschen Fußballs sind ins Visier des Bundeskartellamtes geraten. Bei einer vom Amtsgericht Bonn angeordneten Durchsuchung der Geschäftsräume von DFB und DFL beschlagnahmten Ermittler in Frankfurt/Main Unterlagen.

    Es bestehe der Verdacht «wettbewerbsbeschränkender Absprachen», sagte eine Sprecherin des Kartellamtes in Bonn. «Dieser Vorfall ist für uns alle unfassbar», erklärte der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach. «Wir erkennen nicht den Hauch eines Ansatzes für unrechtmäßiges Verhalten bei uns.» Kartellbehörde, DFB und Deutsche Fußball Liga (DFL) betonten, dass die Durchsuchung in keinem Zusammenhang mit den aktuellen TV-Ausschreibungen der DFL stehe.

    Auslöser der Aktion war ein Bericht der «Sport Bild» aus dem Frühjahr 2007, in dem ein Konflikt zwischen dem Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen und dem DFB um den damaligen Leverkusener Sponsor (RWE) geschildert wird. Darin wurde Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der nach dem Tod von Werner Hackmann vom 15. März bis zum 7. August 2007 auch Interims-Präsident des Ligaverbandes war, mit den Worten zitiert: «Es kann nicht sein, dass der DFB und der Ligaverband oder auch seine Vereine sich gegenseitig Konkurrenz bei den Sponsorenverhandlungen machen.»

    Über die vermutete Gründung einer Arbeitsgruppe von DFL und DFB speziell zum Thema Sponsoring erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger: «Es gibt in allen Bereichen einen ständigen Informationsaustausch zwischen DFB und DFL. Es ist völlig absurd und unrealistisch zu unterstellen, dass dort Absprachen getroffen werden.» Niersbach betonte im DSF: «Den Wettbewerb unter Sponsoren vermögen wir gar nicht zu erkennen. Die ganze Landschaft ist ein offenes Buch. Wir haben im Verhältnis zur DFL teilweise die gleichen Partner. Wir arbeiten in gemeinsamen Gremien. Da gibt es eine totale Transparenz und nicht die Spur von Geheimhaltung. Wir tauschen uns mit der DFL sowohl in Marketing- und Fernseh-Angelegenheiten wie in Fragen der Sicherheit aus.»

    DFB und DFL, denen das Verfahren und der darin geschilderte Verdacht nach eigenen Angaben bislang unbekannt waren, wiesen die Vorwürfe zurück und bezeichneten die Aktion als «unverhältnismäßig». Der Fußball-Bund werde «alle Facetten der Rechtmäßigkeit dieser Ermittlungsmaßnahme überprüfen lassen, insbesondere die Verhältnismäßigkeit der Durchsuchung». Außerdem ziehe der DFB auch «Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die beteiligten Behörden in Erwägung», erklärte der Verband in einer Pressemitteilung.

    Zudem erhob Niersbach Vorwürfe gegen die Bonner Behörde. «Hätte uns das Bundeskartellamt direkt kontaktiert, hätte es eine saubere Antwort mit allen gewünschten Unterlagen erhalten. (...) Die Durchsuchung, die auf dem Verdacht einer Ordnungswidrigkeit und nicht einer Straftat basiert, ist ein trauriges Beispiel dafür, wie in der Zusammenarbeit mit Behörden jede Vertrauensbasis zerstört werden kann», sagte der 57-Jährige.

    QUELLE:

  • blackpope
    Gast
    • 27. Februar 2008 um 11:16
    • #2

    Verbotene Absprachen?

    Razzia beim Deutschen Fußball-Bund

    Auf Beschluss des Amtsgerichts Bonn wurden die Geschäftsräume des Deutschen Fußball-Bundes und der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt/Main von Beamten der Kriminalpolizei und des Bundeskartellamtes durchsucht. Grund der Aktion sei der "Verdacht wettbewerbsbeschränkender Absprachen". DFB und DFL reagierten empört.

    Es war kurz nach elf Uhr, als Theo Zwanziger unerwarteten Besuch bekam. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wollte gerade in eine dienstliche Besprechung gehen, als es an der Bürotür in der Frankfurter Verbandszentrale klopfte. Draußen standen drei Mitarbeiter des Bundeskartellamtes und zwei Beamte der Kriminalpolizei, die um Amtshilfe gebeten worden waren. Mitgebracht hatten die Ermittler einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Bonn.

    „Ich habe den Beschluss gelesen und das Ganze nüchtern ertragen. Was in diesem Staat passiert, ist nicht mehr nachvollziehbar“, sagte Zwanziger bei WELT ONLINE. Bis zum Nachmittag sichteten die Fahnder Unterlagen und beschlagnahmten vorübergehend einige Akten. Parallel dazu durchsuchte ein zweites Team die Geschäftsräume der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt. Anlass der gemeinsamen Aktion ist der „Verdacht wettbewerbsbeschränkender Absprachen“ zwischen dem Fußballverband und der Liga.

    „Es besteht ein begründeter Verdacht, dass der Wettbewerb um Sponsoren zwischen DFB, DFL und den Vereinen ausgeschaltet wurde“, sagte Silke Kaul, Sprecherin des Bundeskartellamtes und bestätigte, dass der Auslöser für die Ermittlungen ein Artikel in der „Sport-Bild“ aus dem April 2007 war. Demnach hatte Bayer Leverkusen Gespräche mit seinem damaligen Hauptsponsor RWE um eine Vertragsverlängerung geführt, während gleichzeitig der DFB mit RWE verhandelte.

    Bußgelder drohen

    Erst auf Intervention von Leverkusens Finanzgeschäftsführer Wolfgang Holzhäuser soll der DFB die Verhandlungen mit RWE beendet haben. Als Konsequenz aus den Dissonanzen hatte Zwanziger angekündigt, eine gemeinsame Arbeitsgruppe einzurichten, um solche Probleme bei der Sponsorensuche zu verhindern. Für das Kartellamt offenbar ein Hinweis auf rechtswidrige Absprachen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Bußgelder in Höhe von zehn Prozent des Jahresumsatzes, der allein bei der DFL bei rund 1,5 Milliarden Euro liegt.
    Beim DFB sieht man das ganz anders. „Wir erkennen nicht den Hauch eines Ansatzes für unrechtmäßiges Verhalten bei uns. Hätte uns das Bundeskartellamt direkt kontaktiert, hätte es eine saubere Antwort mit allen gewünschten Unterlagen erhalten“, sagt Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Dabei verweist der Verband auf den bestehenden Grundlagenvertrag, der die Zusammenarbeit zwischen DFB und DFL regelt. Außerdem sei ein intensiver Austausch zwingend notwendig, weil die Vermarktung von Spielern nicht nur für die Liga und Vereine relevant ist, sondern durch die Nationalmannschaft auch in den Bereich des DFB fällt.

    Verärgert über das Vorgehen

    Besonders ärgert den DFB dabei das Vorgehen der Fahnder. „Wir haben unsere Gründe dafür, warum wir die Form einer Hausdurchsuchung gewählt haben. Wir führen uns nicht auf wie Rambos, sondern machen nur vernünftig unsere Arbeit“, sagte Kaul. Beim DFB und der Liga bewertet man den Vorgang anders.
    „Wo sind wir denn, wenn Kommunikation schon gleich die Bildung eines Kartells sein soll?“, fragte der gelernte Jurist Zwanziger und sieht in der Durchsuchungsaktion des Kartellamtes vor allem eine Unverhältnismäßigkeit der Mittel: „Wir reden hier von Ermittlungen in einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren. Wo kommen wir denn da hin, wenn in Zukunft jeder Verkehrsteilnehmer wegen eines Ordnungswidrigkeitsverfahren mit einer Hausdurchsuchung rechnen muss?“


    Zwanziger will seinerseits juristische Schritte einleiten. Geprüft werden nicht nur Dienstaufsichtsbeschwerden. Zwanziger: „Ich werde mich persönlich einlesen. Und wir werden alle Mittel gegen dieses Vorgehen ausschöpfen.“

    QUELLE:

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