Podolski lenkt das deutsche Spiel
Mit einem mühelosen 4:0-Erfolg gegen Zypern hat die deutsche Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation die Schlappe vor vier Wochen gegen Tschechien wieder wettgemacht.
Die Tore für das Team von Bundestrainer Joachim Löw erzielten Clemens Fritz (2.), Miroslav Klose (20.) vor der Pause sowie Lukas Podolski (54.) und Thomas Hitzelsperger (82.) in der zweiten Halbzeit. Doch weniger das Ergebnis, als die ungewöhnliche Aufstellung im Ersatz geschwächten Mittelfeld war das Faszinierende an diesem Abend.
Löw hatte für das Zentrum des deutschen Spiels eine überraschende Formation gewählt. Weder der Leverkusener Simon Rolfes noch der Bremer Tim Borowski durften von Beginn an mitwirken. Stattdessen bildeten Thomas Hitzelsperger vor der Abwehr, Fritz auf der rechten, Podolski auf der linken Seite sowie Piotr Trochowski hinter den Spitzen die Mittelfeldraute. Und vor allem Podolski fühlte sich in der ungewohnten Rolle pudelwohl, blieb aber nach dem Schlusspfiff bescheiden. "Das darf man nicht überbewerten. Das war ein kleiner Schritt nach vorne. Ich muss weiter an mir arbeiten", sagte Podolski, ganz im Sinne seines Klub-Managers beim FC Bayern, Uli Hoeneß.
Fritz nach 76 Sekunden
"Dass Lukas aus der Tiefe kommen kann, wussten wir", freute sich Löw über seinen gelungenen Coup. "Er hat heute viel Bewegung reingebracht." Schon nach 76 Sekunden durfte sich der Bundestrainer in seiner Wahl bestätigt fühlen. Podolski dribbelte sich von links um drei Gegenspieler herum in den gegnerischen Strafraum und lupfte den Ball anschließend vor das Tor, wo Fritz per Kopf das 1:0 besorgte (2.). Nach dem Führungstreffer beherrschte die DFB-Elf angetrieben von dem starken Podolski das Spiel. Angreifer Mario Gomez versäumte zwei Mal die Gelegenheit zum 2:0 (6./9.).
So musste sich das gut unterhaltene Publikum in Hannover bis zur 20. Minute gedulden, bis es wieder in kollektiven Jubel ausbrechen konnte. Wieder leitete Podolski den entscheidenden Angriff ein: Über Philipp Lahm, Gomez und Fritz gelangte der Ball zu Klose, der aus 14 Metern unbedrängt einschießen konnte. Podolskis Spiellaune veranlasste Zyperns Trainer Angelos Anastasiadis kurz darauf seinen überforderten rechten Verteidiger Theodotou vom Feld zu nehmen und durch Nikolaou zu ersetzen (28.). Eine Maßnahme ohne nennenswerten Erfolg.
Lehmann kommt zu spät
Für den beim FC Arsenal derzeit ausgeboteten Torhüter Jens Lehmann und die deutsche Defensive verlief der Abend weitgehend gemütlich. Lediglich kurz vor der Pause war Lehmann gefragt, als Arne Friedrich ein Laufduell gegen den für Cottbus spielenden Aloneftis verlor. Der Nationaltorwart rettete per Fußabwehr.
Auch in der zweiten Halbzeit blieb die deutsche Mannschaft das dominante Team und die Gala des Lukas P. ging ebenfalls weiter. Der Münchner erzielte nach glänzender Vorarbeit von Gomez und Klose das 3:0 (54.) und hatte zwei Minuten später die Chance zum 4:0. Doch Zyperns Torhüter Georgallides bekam noch die Fingerspitzen an den Ball.
Auf der anderen Seite rückte nun auch Lehmann noch ein paar Mal in den Mittelpunkt des Geschehens, weil die deutsche Abwehr etwas nachlässiger wurde. In der 58. Minute kam der deutsche Keeper beim Herauslaufen gegen Konstantinou zu spät, doch dessen Hereingabe brachte Okkas nicht im verwaisten deutschen Tor unter. In der Folgezeit blieb Lehmann dann allerdings fehlerlos. Er blieb am Ende ohne Gegentor und durfte sich in der 82. Minute noch über das 4:0 von Hitzelsperger freuen, der auf Vorarbeit von - na klar - Podolski den Endstand herstellte.
