ZitatAlles anzeigenWerder Bremen hat mit einer spektakulären "Rückholaktion" seinen ehemaligen Stürmer Claudio Pizarro für ein Jahr wieder an die Weser gelotst. Beim FC Chelsea war er nur Bankdrücker, den Bremern soll er zum Höhenflug in Richtung Platz eins verhelfen.
Die Nachricht war bereits am Donnerstag durchgesickert. Wie "Welt online" berichtete, wolle Werder Bremen seinen Ex-Stürmer Pizarro von der Chelsea-Bank zurück an die Weser holen. Dass sich Sportdirektor Klaus Allofs vor einigen Tagen in London aufhielt, erhärtete die Gerüchte.
"Gehört zu den Topstürmern in Europa"
Am Freitag schien die "Rückholaktion" dann klar, doch es dauerte mehr als fünf Stunden, bis alle Vertragsinhalte diskutiert waren. Von elf Uhr morgens an verhandelte Pizarros Berater Carlos Delgado am Weserstadion mit Allofs, bis dieser am späten Nachmittag freudestrahlend Vollzug vermelden konnte: "Wir haben alle Formalitäten geklärt und sind sehr froh, dass wir Claudio für ein Jahr ausleihen können."
Am Montag wird der 29-jährige Peruaner in Bremen eintreffen und tags darauf offiziell vorgestellt. "Wir haben viele Möglichkeiten geprüft, diese haben wir schon länger favorisiert und sind froh, dass wir den Transfer von Claudio jetzt realisieren konnten. Er gehört zu den Topstürmern in Europa. Mit ihm können wir unsere Qualität weiter verbessern", fügte Allofs hinzu.
Pizarro ließ sich zunächst bitten
Eine Kaufoption gebe es nicht, so der Sportdirektor, nachdem Pizarro lediglich zu Kurzeinsätzen bei Chelsea gekommen war, will man sich auf Seiten der Bremer offenbar zunächst vorsichtig agieren. Und billiger kommt man auf diese Weise auch weg. "Über das Finanzielle haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Aber ohne Chelseas Hilfe wäre es nicht gegangen", erklärte Allofs. Will heißen, dass die Londoner von ursprünglichen Forderungen offenbar Abstand genommen haben. Pizarro passe jedoch ins Bremer Gehaltsgefüge, hieß es von den Hanseaten.
Ganz leicht sei die Verpflichtung allerdings nicht gewesen, seit drei Monaten etwa buhlte Werder um den Stürmer, der bereits zwischen 1999 und 2001 in 56 Spielen für die Grün-Weißen 29 Tore schoss. Doch Pizarro fühlte sich zwar geehrt, wollte jedoch abwarten, wie sich die Lage mit dem neuen Trainer Luiz Felipe Scolari entwickelt. Als sich abzeichnete, dass sich seine Situation bei Chelsea nicht grundlegend verbessern würde, erinnerte sich Pizarro doch wieder an die erfolgreiche Zeit, die er in Bremen gehabt hatte.
Geld spielte nur eine "untergeordnete Rolle"
"Werder hat mir damals die Tür nach Europa geöffnet, hier hatte ich zwei tolle Jahre. Der Klub hat sich inzwischen sehr gut entwickelt und zählt zu den besten Teams in Europa. Ich möchte Werder mit meiner internationalen Erfahrung helfen und freue mich auf mein neues Team. Die Aussicht mit Werder in der Champions League zu spielen, hatte großen Einfluss auf meine Entscheidung. Geld spielte eine untergeordnete Rolle", erklärte Pizarro.
Seit seinem Wechsel von Bremen zu Bayern München vor sieben Jahren spielte der langjährige Kapitän der peruanischen Nationalmannschaft jedes Jahr in der Königsklasse. Mit dem FC Bayern wurde er drei Mal deutscher Meister und drei Mal Pokalsieger. Vor der vergangenen Saison wechselte er zum FC Chelsea, mit dem er das Finale der Champions League erreichte und englischer Vizemeister wurde, dabei allerdings kaum Einsätze bekam.
Harter Konkurrenzkampf im Bremer Sturm
"Es war nicht leicht für ihn, Chelsea hat eine Fülle von Topspielern. Wir wussten immer, welches Potenzial in ihm steckt. Claudio kommt hochmotiviert zu uns und will allen beweisen, dass er es noch kann. Er hat definitiv das Format, um uns weiterzuhelfen", sagte Allofs. Markus Rosenberg, Hugo Almeida, Boubacar Sanogo und Martin Harnik werden die Verpflichtung Pizarros mit gemischten Gefühlen aufgenommen haben.
Dem Konkurrenzkampf kann es jedoch nicht schaden und sollte der "Pizza-Express", wie er seinerzeit liebevoll von den Bremer Fans getauft wurde, tatsächlich noch wie in alten Zeiten "liefern" können, steigen Werders Chancen auf die direkte Qualifikation für die Champions League in jedem Fall an.
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