ZitatBayer Leverkusen hat sich die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga durch einen 2:0-Sieg in Bremen zumindest vorübergehend zurück erkämpft. Arturo Vidal und Manuel Friedrich waren die Torschützen der Labbadia-Elf, die im Weserstadion verdient gewann.
BREMEN - Verkehrstechnisch ist es nicht einfach rund ums Bremer Weserstadion, und so setzte am Dienstagabend schon in der 80. Minute eine massive Flucht von den Rängen zu den Parkplätzen ein. Gerade hatte Manuel Friedrich für Bayer 04 Leverkusen das 2:0 erzielt, und sein Kapitän Simon Rolfes sagte später, in diesem Moment habe er schon geahnt, „dass heute nicht mehr viel passiert“. So kam es. Die verbliebenen Bremer pfiffen ihr Team nach vier Spielen ohne Sieg kräftig aus, und die Leverkusener marschierten als Tabellenführer für eine mindestens eine Nacht in die Kabine. Es war ein verdienter Erfolg für die Bayer-Elf, die die Bremer im Verlauf des Spiels immer besser kontrollierte und schließlich durch Arturo Vidal (71.) und Friedrich eiskalt zuschlug. „Wir haben in den letzten Jahren hier einige herbe Niederlagen hinnehmen müssen, obwohl wir gut gespielt haben. Heute haben wir nicht mal so gut gespielt, aber verdient gewonnen“, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.
Werder-Coach Thomas Schaaf musste auf vier Stammkräfte verzichten: Torwart Tim Wiese, Diego, Clemens Fritz und Claudio Pizarro fehlten verletzt, Per Mertesacker kehrte nach abgesessener Rot-Sperre zurück. Leverkusen begann in derselben Aufstellung wie beim Sieg über den 1. FC Köln am Freitag, also wieder mit Pirmin Schwegler für Tranquillo Barnetta und natürlich mit Patrick Helmes und Stefan Kießling im Angriff.
An letzterem Automatismus hatte Theofanis Gekas zuletzt Anstoß genommen, in griechischen Medien soll Leverkusens Grieche seinem Trainer Bruno Labbadia sogar „Nationalismus“ vorgeworfen haben. Sein Berater bemühte sich umgehend, die bösen Worte wieder einzufangen und sprach von einem Übersetzungsfehler - eine etwas krause Geschichte um den unglücklichen Ex-Torschützenkönig, der dann vorgeführt bekam, warum Kießling und Helmes im Moment vor ihm an der Reihe sind: Weil der eine mehr kämpft und wühlt als Gekas, weil der andere aus allen Lagen schießt, und weil sie dabei gut harmonieren. Nachdem Leverkusen eine schwere Druckphase der Bremer mit großen Chancen nach einem tückischen Freistoß von Frings (2.) und Gelegenheiten für Almeida (3.,12.,17.) mit Glück überstanden, hatte bekamen die Gäste das Spiel in den Griff.
Die Zuschauer im Weser-Stadion, wo Bayer-Trainer Labbadia von 1996 bis 1998 einen Haufen Tore geschossen hat, sahen eine temporeiche, spielerisch gute erste Halbzeit.
Nach 20 Minuten spielte sich Labbadias Team vom Druck frei und kam zu Chancen. Aber mal fehlte Vidal ein Schritt nach einem Traumpass von Renato Augusto, mal fehlten einige Zentimeter wie bei Kadlecs Freistoß oder ein, zwei Meter wie bei Helmes diversen Schüssen. Zur größten Parade wurde Werder-Keeper Christian Vander durch einen Kullerball von Stefan Kießling gezwungen, der - vom Leverkusener nicht voll erwischt - ins Eck zu trudeln drohte (27.).
Auch die zweite Hälfte begann mit einigen Bremer Attacken, aber schon bald fiel Thomas Schaafs Team nicht mehr viel ein. Leverkusen störte fast auf dem ganzen Feld und schuf damit die Grundlage dafür, dass sich die Abwehr um Manuel Friedrich über das dritte Zu-Null in Folge freuen konnte. Am Ende hätte es sogar noch klarer werden können für Bayer 04: Aber Theofanis Gekas, eingewechselt für Helmes, scheiterte freistehend.
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