ZitatAlles anzeigenWirbel um den verletzt fehlenden Podolski, den die Kölner nun unbedingt zurückholen wollen.
München
Mit einer brillanten Offensive um Antreiber Franck Ribery ist der FC Bayern München vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League eingezogen und hat damit sein erstens Etappenziel erreicht. Der überragende Franzose war beim nie gefährdeten 3:0-Sieg gegen Steaua Bukarest Initiator aller drei Treffer des deutschen Fußball-Meisters: Miroslav Klose per Doppelpack und Weltmeister Luca Toni mit seinem ersten Champions-League-Tor erlösten die frierenden Bayern-Fans unter den 64 000 Zuschauern in der Allianz-Arena. Zum Endspiel um den Sieg in der Gruppe F müssen die Bayern am 10. Dezember bei Olympique Lyon antreten.
Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann steht zum elften Mal in der K.o.-Runde der "Königsklasse" und hat in dieser Saison allein an Prämien schon zehn Millionen Euro verdient.
Die überlegenen Bayern starteten furios: Mit Chancen im Minutentakt setzten sich in der ersten Viertelstunde vor allem Toni, Klose und Ribery hervorragend in Szene. Weltmeister Toni vergab vor seinem Premieren-Tor noch ein halbes Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten.
Nach 15 Minuten ebbte der Schwung der Anfangsoffensive ab, doch der überforderte rumänische Rekordmeister konnte nicht davon profitierten. Dennoch machten sich die Bayern das Leben gegen die harmlosen Rumänen danach selber schwer.
Erst nach dem Seitenwechsel wurde es besser. Miroslav Klose sorgte für das erlösende 1:0 (57.), dann feierte Luca Toni seine schmerzhafte Tor-Premiere. Der Italiener musste nach seinem 2:0, per Flugkopfball erzielt, an der Schulter behandelt werden. Für den 3:0-Endstand sorgte wiederum Klose (71.).
"Ich habe nie an unserem Sieg gezweifelt, wir waren die klar bessere Mannschaft. Ich habe festgestellt, dass wir seit sechs, acht Wochen immer besser in Schwung gekommen sind - es macht uns Spaß", sagte Bayerns Trainer Jürgen Klinsmann.
Ärgerlich dürfte aber erneut beim Thema Lukas Podolski werden. Der Nationalstürmer fehlte erneut wegen einer Rückenverletzung, sorgt aber dennoch für Wirbel. "Ich will in der Winterpause den FC Bayern verlassen", sagte Podolski am Tag vor dem Spiel. In Köln meldete sich FC-Boss Wolfgang Overath zu Wort: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden alles tun, Lukas nach Hause zu holen. Aber ganz klar, es gibt für uns eine Schmerzgrenze." Und zwar finanzieller Art. Zehn bis zwölf Millionen dürfte Podolski schon kosten. FC-Manager Michael Meier zu diesem brisanten Thema: "Wir hatten bereits ein Gespräch mit dem FC Bayern, jetzt warten wir auf ein Signal aus München."
Werder Bremen muss heute beim zyprischen Fußball-Nobody Anorthosis Famagusta (20:45 Uhr, Sat.1 und Premiere) seine Bestleistung abrufen, um das vorzeitige Aus in der Champions League zu vermeiden. Gegen das Überraschungsteam der europäischen Königsklasse darf sich der bisher enttäuschende deutsche Vize-Meister im ersten von zwei "Endspielen" keine Blamage leisten, sonst droht der Verlust von mehreren Millionen Euro. Trainer Thomas Schaaf sagte: "Wenn wir da nichts holen, dann sind wir raus, da muss man nicht drum herumreden." Auch Vereins-Chef Jürgen L. Born gab zu: "Sorgen macht man sich schon" Wenn Werder Tabellenletzter der Gruppe B werden würde, ist sogar der Uefa-Cup verpasst, was finanziell schwer schaden dürfte.
Bayern: Rensing - Oddo, Lucio (78. Breno), van Buyten, Lahm - Schweinsteiger, van Bommel, Ze Roberto, Ribery - Toni (82. Borowski), Klose.
Tore: 1:0 Klose (57.), 2:0 Toni (61.), 3:0 Klose (71.). Schiedsrichter: Eric Braamhaar (Niederlande). Zuschauer: 64 000.
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