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Jetzt will Werder Bremen noch zwei Neue holen

  • Teufelchen
  • 19. August 2010 um 22:32
  • Teufelchen
    Gast
    • 19. August 2010 um 22:32
    • #1
    Zitat

    Werder Bremen will seinen Kader noch bis Ende August verstärken. Allerdings nicht unbedingt mit einem Ersatz für Mesut Özil.

    Clemens Fritz verzog das Gesicht. Werder Bremens rechter Verteidiger, der am Mittwoch mit seinem Führungstor das 3:1 (0:0) der Hanseaten gegen Sampdoria Genua im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation eingeleitet hatte, reagierte gereizt auf die Frage, wie sein Klub den Abgang von Mesut Özil verkraftet. Der Spielgestalter hatte Bremen am Vortag verlassen und einen Vertrag bei Real Madrid unterschrieben. „Ihr Journalisten müsst immer irgendwelche Schlagzeilen bringen“, sagte Fritz. „Aber wir haben gezeigt, dass wir den Verlust von Mesut ohne Probleme auffangen können.“
    Dieses war, neben dem Sieg, der den Norddeutschen gute Chancen für das Rückspiel am Dienstag eröffnet, die wichtigste Erkenntnis an der Weser. Werder dominierte gegen die Italiener vor allem in der zweiten Hälfte im Mittelfeld deutlich. Und dass, obwohl Trainer Thomas Schaaf den Nationalspieler Marko Marin erst fünf Minuten vor dem Abpfiff eingewechselt hatte. Von Marin und seinem Mittelfeldkollegen Aaron Hunt erhoffen sich die Verantwortlichen in dieser Saison einen Leistungssprung, um so die spielerische Lücke zu schließen, die Özils Abgang hinterlässt.


    Aber ist diese Lücke überhaupt so groß? Nein, behauptet Kapitän Torsten Frings. „Wir sind nicht nur von einem Spieler abhängig und haben weiterhin ein sehr hohes Niveau in der Mannschaft. Da muss gar nicht unbedingt noch einer kommen.“ Der ehemalige Nationalspieler sagte auch noch: „Alle waren seit Tagen auf das Spiel konzentriert. Der Einzige, bei dem es nicht mehr ganz so war, war Mesut.“

    Sportdirektor Klaus Allofs hatte vor dem Spiel den Verlust von Özil mit der Situation vor einem Jahr gleichgesetzt, als der Brasilianer Diego zu Juventus Turin gewechselt war. Nach dem Sieg über Genua stellte er jedoch klar, „dass Mesut bei uns nicht diese herausragende Position hatte“. Es sei kein Nachtreten, „aber Mesut war noch nicht so weit, dass er uns anführen konnte“.
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    Da die Bremer seit Diegos Abgang nicht mehr auf einen zentralen Spielgestalter setzen, sondern auf zwei Mittelfeldspieler, die auch auf die Flügel ausweichen, reißt Özils Abgang laut Allofs kein Loch ins Kreativgetriebe. „Jetzt sind Spieler wie Marin, Hunt oder Philipp Bargfrede für das Mittelfeld gefordert, um Özil zu beerben.“

    Wesley und noch ein Verteidiger

    Werder stellt sich also nach Özil auch mit vorhandenem Personal neu auf, plant aber trotzdem, seinen Kader noch bis Ende August zu verstärken. „Wir schauen, ob wir den einen oder anderen Spieler finden, der unser Spiel verbessert“, sagte Schaaf. Der Transfer von Mittelfeldmann Wesley vom FC Santos steht dabei so gut wie fest. Mit dem Brasilianer, der vor der Abwehr spielen soll, sind sich die Bremer einig; auch die Ablöse von rund 6,5 Millionen Euro wurde taxiert. Lediglich der FC Santos verweigerte Wesley bislang die zugesicherte Freigabe, wohl auch, weil die Südamerikaner nach dem Verkauf von Özil auf noch eine höhere Ablöse von Werder spekulieren. Klaus Allofs ist dennoch optimistisch: „Wenn alle ihre Absprachen einhalten, wird Wesley bald hier sein. Die Verträge liegen unterschriftsreif vor.“
    Ebenso denken die Bremer daran, in der Innenverteidigung nachzubessern. Der Brasilianer Naldo fällt auf dieser Position wegen einer hartnäckigen Reizung im Innenband des rechten Knies auf unbestimmte Zeit aus.
    Die französische Sportzeitung „L’Equipe“ hatte berichtet, dass Werder den offensiven Mittelfeldspieler Hatem Ben Arfa (23) verpflichten wolle. „Das ist eine kalte Spur“, sagte Allofs jedoch und verwies auf die vermeintliche Ablöse von etwa acht Millionen Euro. „Außerdem suchen wir auf dieser Position keinen Spieler, wir haben andere Problemfelder.“
    Dennoch scheint nicht ausgeschlossen, dass sich die Bremer ernsthaft mit Ben Arfa beschäftigen, zumal sein Berater am Donnerstag in Bremen gewesen sein soll. Ein denkbares Szenario ist, dass die Werder erst die erfolgreiche Qualifikation für die Champions League in der kommenden Woche abwartet und dann den als Querkopf geltenden Franzosen verpflichtet.

    Alles anzeigen

    Quelle: welt.de

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