Das Bundeskriminalamt (BKA) hat einen möglichen Sprengstoff-Anschlag auf das Dortmunder Fußballstadion vereitelt.
Eine Sprecherin des BKA bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild-Zeitung". "Wir bestätigen Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit sprengstoffverdächtigen Gegenständen", sagte sie in Wiesbaden der Nachrichtenagentur dpa.
Nach einer Mitteilung des BKA wurde am 29. März in einem Kölner Hotel ein polizeilich bis dahin nicht in Erscheinung getretener Verdächtiger vorläufig festgenommen. Dabei handele es sich um einen 25-jährigen Deutschen, der den Behörden per Mail Hinweise auf mögliche Anschläge in Deutschland übermittelt hatte. Auch das Stadion in Dortmund hatte er als mögliches Ziel genannt. Später fanden Beamte in seiner Wohnung und in der Nähe des Dortmunder Stadions je drei Sprengsätze. Ob sie funktionsfähig waren, war zunächst unklar. Sein Motiv ist laut BKA bislang unklar.
BKA-Beamte waren den Angaben zufolge in den vergangenen beiden Tagen in Krefeld und Dortmund im Einsatz. Der Festgenommene war laut BKA im Februar per Mail als Hinweisgeber an die deutsche Botschaft in Islamabad in Pakistan herangetreten und habe Informationen zu zwei angeblich in Deutschland geplanten Anschlägen in Aussicht gestellt. Es hätten sich aber bald Hinweise ergeben, dass es sich tatsächlich um einen Erpressungsversuch handeln könne. Es gebe einen möglichen Zusammenhang mit einem bislang ungelösten Erpressungsfall eines Wirtschaftsunternehmens aus dem Jahr 2010.
Bundesligist Hannover 96 hat schockiert auf den vereitelten Sprengstoff-Anschlag reagiert. "Ich bin entsetzt", sagte 96-Clubchef Martin Kind. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fußballfans zu solchen Überlegungen fähig sind. Das muss andere Gründe haben", fügte der Vorstandsvorsitzende hinzu. Die Niedersachsen spielen am 2. April beim Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund.
Eine Absage der Partie lehnt Kind aber ab. "Das wäre das falsche Signal, ich fahre gerne nach Dortmund. Wir können uns auf ein sicheres und attraktives Fußballspiel freuen. Ich gehe ins Stadion ohne ein Gefühl der Angst, das wäre kein guter Ratgeber", sagte der 96-Chef.
Ausdrücklich lobte der Unternehmer die Arbeit der Sicherheitsbeamten. "Respekt, dass die Polizei das rechtzeitig erkannt und zugegriffen hat", sagte Kind. Er forderte ein hartes Vorgehen gegen die Täter: "Jetzt sind alle Konsequenzen und Härte der Strafverfolgung notwendig."
