Jens Lehmann: "Ich bin sehr wütend"
Nationaltorhüter Jens Lehmann scheint von Arsenal London genug zu haben. Dem "kicker" sagte der 38-Jährige: "Ich bin geblieben, um die Champions League zu gewinnen. Ich habe eine gute Chance gesehen zu spielen. Dass ich sie nicht bekam, das macht mich sehr wütend." Das Ausscheiden von Arsenal London in der Champions League empfindet Lehmann als sehr schlimm: "Für mich persönlich ist es eine Tragödie. Zumal ich nicht die Chance hatte, es zu verhindern."
"Was soll ich noch hoffen?"
Dass Konkurrent Manuel Almunia seit seiner Genesung wieder unumstößlich im Arsenal-Tor steht, lässt einen verständnislosen Jens Lehmann zurück. "Was soll ich noch hoffen? Wenn ich nicht spiele, obwohl der andere Torwart nicht gerade glücklich spielt, wird es schwierig." Dennoch ist er zuversichtlich für die Europameisterschaft 2008: "Ich werde bei der EM spielen und habe bewiesen, dass ich es noch immer kann. Dass ich hinter jemandem draußen sitze, der mit 30 Jahren anfängt zu spielen, finde ich nicht so lustig. Ich bin sehr wütend!"
Kein Gespräch mehr mit Wenger suchen
Vor allem, weil Arsene Wenger Lehmann zu verstehen gegeben hatte, Almunia nur noch eine Chance geben zu wollen. "Sollte er einen Fehler machen, käme ich wieder ins Tor. Ich bin bis heute nicht drin und sitze hinter jemandem auf der Bank, der seine erste Saison in einem großen Klub spielt", so Lehmann. Auf die Frage "Wollen Sie nochmal mit Arsene Wenger sprechen?" antwortete Lehmann knapp: "Das muss ich nicht mehr." Ob das Kapitel FC Arsenal nun für ihn beendet sei? "Ich weiß nicht, was die letzten Wochen bringen." Die Frage nach einem Karriereende lässt Lehmann offen: "Wenn ich noch einmal Champions League spielen kann, überlege ich es mir noch einmal."
Auf Wechsel in der Winterpause verzichtet
Motivations-Probleme etwa im Training habe er wegen seiner andauernden Reservisten-Rolle aber nicht, unterstrich Lehmann und ergänzte: "Ich habe ja die EURO vor Augen. Und Wut ist keine so schlechte Motivation." Mit der Entscheidung, trotz der fehlenden Spielpraxis beim FC Arsenal geblieben zu sein und vor allem aus persönlichen Gründen im Winter auf einen Wechsel zurück in die Bundesliga verzichtet zu haben, hatte Lehmann auch Bundestrainer Jochim Löw in eine schwierige Situation gebracht.
Torwartdebatte in Deutschland
Der hielt aber bisher an seiner Nummer 1 fest. In der DFB-Elf ist Lehmann seit 621 Minuten unbezwungen - Rekord in der Länderspiel- Geschichte des DFB. Mit 90 fehlerlosen Minuten beim jüngsten 4:0-Sieg in der Schweiz hatte Lehmann die Nummer-1-Debatte gestoppt, die nach seiner schwächeren Leistung zuvor beim 3:0 in Österreich ausgebrochen war. "Es gibt da, glaube ich, bis zur EM keine Diskussionen mehr", hatte Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack in Basel erklärt.
Gruss burmtor
