Rapolder: "Es ist ein Drama" - Koblenz droht Punktabzug
Koblenz-Trainer Rapolder ist fassungslos
Dem Fußball-Zweitligisten TuS Koblenz droht ein gewaltiger Punktabzug, der den Klub an den Rand des Abstiegs bringen könnte. "Es ist ein Drama, was sich abspielt. Da geht es um unfassbar hohe Punktabzüge. Wir sollen mit bis zu neun Punkten betroffen sein", sagte Trainer Uwe Rapolder dem "Express". Offenbar soll die Bestrafung wegen Lizenzvergehen erfolgen. "Dazu kommen noch die Auflagen für die neue Saison. Da sollen schon die Saläre gedrückt werden", erklärte Rapolder. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hüllt sich indes noch in Schweigen.
Klassenerhalt bereits ausgiebig gefeiert
Bei einem Abzug von neun Punkten läge die TuS, die schon seit Wochen im Niemandsland der Tabelle steht, nur noch zwei Punkte vor den Abstiegsrängen. "Meine Spieler haben vergangene Woche den Klassenerhalt gefeiert. Psychologisch wäre ein Punktabzug für uns ein brutaler Rückschlag", sagte der 49-jährige Übungsleiter: "Wir müssen uns dann jetzt quasi die Punkte wiederholen, die wir sportlich schon gewonnen hatten. Das ist Wahnsinn."
Noch keine offizielle Mitteilung
TuS-Präsident Rüdiger Sterzenbach erklärte, dass dem Klub von Seiten der Deutschen Fußball Liga (DFL) keine offizielle Mitteilung vorliege. "Es gibt nichts Offizielles. Wir wissen von nichts, es hat auch keine Vorwarnung gegeben. Ich könnte mir vorstellen, dass es um Verträge serbischer Spieler geht, die scheinbar damals von uns nicht ordnungsgemäß gemeldet wurden", sagte Sterzenbach.
Über die Medien durchgesickert
Geschäftsführer Wolfgang Loos erklärte, er werde sich "an Spekulationen nicht beteiligen. Wir warten und äußern uns, sobald wir etwas auf dem Tisch haben." Pressesprecher Dirk Zilles sprach von einer "kuriosen Situation": "Wir starren das Fax-Gerät an, aber bisher ist noch nichts passiert. Die Geschichte ist über die Medien durchgesickert. Wir halten das alles für etwas unglücklich", sagte Zilles.
DFL schweigt
Selbst auf einen Termin für die Entscheidung wollte sich von Seiten der Liga niemand festlegen. Derzeit könne man dazu nichts sagen, hieß aus der DFL-Zentrale in Frankfurt/Main.Nähere Informationen über den aktuellen Stand des Verfahrens hat noch nicht einmal die TuS. Das bestätigte Zilles. Dabei hofft der Verein selbst auf eine rasche Entscheidung, um an die Öffentlichkeit gehen und die lähmende Situation beenden zu können.
Kaiserslautern schöpft wieder Hoffnung
Sollte die TuS tatsächlich neun Zähler in der laufenden Saison einbüßen, dann könnte ausgerechnet der rheinland-pfälzische Rivale 1. FC Kaiserslautern, der Klub des Koblenzer Ex-Trainers Milan Sasic, am meisten davon profitieren. Der FCK (29 Punkte) würde dann nur noch zwei Zähler hinter den auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz zurückfallenden Koblenzern (dann 31 Punkte) liegen. Derzeit beträgt der Rückstand der Pfälzer zum rettenden Ufer noch fünf Punkte. "Ich wünsche der TuS Koblenz nichts Schlechtes. Ich habe alles für den Verein getan. Aber wenn diese Nachricht stimmt, wäre das für den 1. FC Kaiserslautern eine neue Ausgangssituation. Dann ist mir die Hose näher als das Hemd', sagte der FCK-Trainer der Tageszeitung "Die Rheinpfalz".
Gruss burmtor
