Lange Trainersuche nervt Spieler und sorgt für Unruhe
Beiersdorfer und Hoffmann suchen seit sechs Monaten einen neuen Trainer.
Trainersuche und kein Ende. Seit November 2007 suchen die Verantwortlichen des Hamburger SV einen Nachfolger für Coach Huub Stevens. Ein halbes Jahr ist mittlerweile ins Land gegangen, doch ein neuer Übungsleiter konnte bisher nicht präsentiert werden. Die schier unendliche Suche scheint nicht spurlos an der Mannschaft vorüber zu gehen. Nach sechs Spielen ohne Sieg ist nicht nur die Champions-League-Teilnahme in weite Ferne gerückt, sondern es droht sogar das Verpassen des Minimalziels UEFA Cup.
Demel kritisiert lange Trainersuche
Als erster Spieler hatte in der vergangenen Woche Guy Demel eine Entscheidung in der Nachfolgefrage für Coach Stevens öffentlich angemahnt und eingeräumt: "Natürlich haben wir diese Frage im Hinterkopf. Es soll nicht nach Alibi klingen, aber das ist keine optimale Situation für den Verein und die Mannschaft auch nicht." Prompt erhielt der Ivorer einen Rüffel von Sportchef Dietmar Beiersdorfer: "Guy sollte sich lieber auf Rostock konzentrieren, das reicht dann schon."
Aufsichtsrat fordert endlich eine Entscheidung
Man wird dünnhäutiger an der Elbe. Schon hat Aufsichtsratchef Horst Becker in Sachen Trainerfrage gefordert: "Allzu lange sollte es nicht mehr dauern." Seit dem 19. November weiß der Vorstand, dass Stevens im Sommer wegen der Erkrankung seiner Frau zurück nach Eindhoven geht.
Guy Demel will endlich wissen, wie der neue Trainer heißt 
Uli Stein äußert Unverständnis
Die HSV-Verantwortlichen haben eine Liste mit zahlreichen europäischen Trainern angelegt. Wie das intensive Scouting, Anfragen, Interviewen aber auch Hinhalten bei den Übungsleitern so ankommt, kann man nur ahnen. "Alle, die ein bisschen Ahnung haben, können nicht verstehen, was da abgegangen ist", sagt Hamburgs ehemaliger Torwart Uli Stein, der als Assistenzcoach von Berti Vogts für Aserbeidschan tätig wird.
Zum Pokern missbraucht
Beiersdorfer und Klubchef Bernd Hoffmann haben sich mit zahlreichen Kandidaten getroffen, konnten sich auf einige nicht einigen. Teilweise wurden die beiden auch zum Pokern missbraucht. Jetzt sind sie davon abhängig, ob die Frau von Topkandidat Gerard Houllier Lust hat, ihren Wohnsitz Paris zu Gunsten von Hamburg aufzugeben. Die Entscheidung des Franzosen lässt schon lange auf sich warten.
Dauert die Suche noch länger?
Alternativkandidat soll nun der Niederländer Martin Jol sein. Vereinsboss Hoffmann kündigte bereits vor einiger Zeit an, dass man sich alle Zeit der Welt lassen würde. "Ob es bis Pfingsten dauert, weiß ich nicht, will es aber auch nicht ausschließen."
Gruss burmtor
